Stellenabbau auch in Würzburg

Brose treibt Transformation voran

Mit dem Erneuerungsprogramm Future Brose wird der Automobilzulieferer seine Wettbewerbsfähigkeit sichern und zu profitablem Wachstum zurückkehren. Dazu investiert Brose in innovative Technologien, baut das internationale Produktionsnetzwerk aus und verbessert die Kostenstrukturen. Verhandlungen mit den Betriebsräten in Deutschland zur Weiterentwicklung der Organisation und zum sozialverträglichen Stellenabbau hat das Unternehmen jetzt weitgehend abgeschlossen.

„Um Brose langfristig zukunftssicher aufzustellen, setzen wir auf drei zentrale Hebel. Wir stärken das Unternehmertum, begeistern bestehende wie neue Kunden mit unseren Innovationen und erhöhen dauerhaft die Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Ulrich Schrickel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose Gruppe.  

Schrittweise Umsetzung

Für mehr unternehmerisches Denken und Handeln vereinfacht und automatisiert Brose die Prozesse in Produktion und Verwaltung, baut Hierarchieebenen ab, ordnet Zuständigkeiten neu und fördert die Übernahme von Verantwortung auf jeder Ebene. Zu Beginn des kommenden Jahres startet die schrittweise Umsetzung der neuen Organisation, die einen klaren Fokus auf den Markt und das operative Geschäft legt.

Im Kielwasser von Automotive

„Der Wettbewerb in unseren Geschäftsfeldern wird immer härter. Gleichzeitig wird die Automobilproduktion Jahre brauchen, um sich von den jüngsten Verwerfungen zu erholen. Deshalb müssen wir unsere Kostenstrukturen anpassen“, erläutert Schrickel. Experten gehen davon, dass der weltweite Fahrzeugmarkt frühstens 2025 wieder das Niveau von 2017 erreichen wird. „Als Familienunternehmen wollen wir unseren Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bieten, auch an deutschen Standorten. Dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen und unsere Effizienz erhöhen – besonders in Deutschland. Das ist umso wichtiger, da alle unsere Wettbewerber den Großteil ihrer Produkte im günstigeren Ausland fertigen“, erklärt Schrickel. Um dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben, baut der Zulieferer deshalb sein internationales Produktionsnetzwerk aus, beispielsweise in China, Mexiko, Tschechien und Serbien.

Sozialverträglicher Stellenabbau

Bei der Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit ist die Anpassung der Personalkapazitäten unvermeidlich. Vor einem Jahr hatte Brose angekündigt, in Deutschland 2.000 Stellen abbauen zu wollen. Davon betroffen sind Produktion und Verwaltung. Innerhalb von zwölf Monaten haben sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter in intensiven Verhandlungen weitgehend auf die Details der Umsetzung geeinigt. „Es ist uns gelungen, mit den Betriebsräten sozialverträgliche Maßnahmen zum Stellenabbau zu vereinbaren. Das ist in der aktuellen Lage der Weltwirtschaft und der Automobilindustrie keine Selbstverständlichkeit“, sagt Schrickel.

In Würzburg entfallen rund 180 Stellen

Von den Personalmaßnahmen betroffen sind die Standorte Bamberg/Hallstadt, Coburg, Wuppertal und Würzburg. Für rund 900 Stellen sind bereits sozialverträgliche Lösungen umgesetzt, insbesondere durch Altersteilzeitverträge und Nichtnachbesetzung frei werdender Stellen. Weitere rund 1.100 Stellen sollen bis Ende 2022 größtenteils mit einem Abfindungsprogramm abgebaut werden. Am Standort Coburg entfallen rund 440 Stellen, in Bamberg/Hallstadt etwa 280 und in Würzburg rund 180. In Wuppertal, wo die Fertigung von Schließsystemen Ende 2024 endet, werden zusätzlich zu den 200 Stellen in der Produktion 35 Stellen in der Verwaltung reduziert. Im Ausland sollen insbesondere im Angestelltenbereich Stellen abgebaut werden. Die länderspezifischen Maßnahmen orientieren sich an lokalen Gegebenheiten.

„Die Einschnitte sind schmerzlich. Alle Maßnahmen im Rahmen von Future Brose – auch die schwierigen – helfen aber letztlich, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunft von Brose zu sichern”, betont Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose Gruppe.

Wachstumschancen durch Innovationen

„Die Anpassung der Personalkapazitäten ermöglicht künftig rentables Wachstum. So schaffen wir finanzielle Freiräume für Investitionen in Zukunftstechnologien und neue Geschäftsfelder“, betont Schrickel. „Wir vernetzen beispielsweise unsere Lösungen für den Fahrzeugzugang und den Innenraum zu intelligenten Systemen, die ein neues Fahrerlebnis ermöglichen.” In diesem Jahr hat Brose erstmals Serienaufträge für Radarsensoren erhalten. Das Unternehmen nutzt Radar für einen zuverlässigen Kollisionsschutz bei selbsttätig öffnenden Seitentüren, zur Gestenerkennung beim berührungslosen Bedienen von Heckklappen und bei der Überwachung des Fahrzeuginnenraums. Zudem will der Zulieferer mit Antrieben für elektrische Zweiräder vom Trend hin zur elektrifizierten Mobilität profitieren. In Wachstumsbereichen schafft das Unternehmen neue Stellen und sucht auch in Deutschland weiterhin qualifizierte Fachkräfte aus den Bereichen Elektronik, Sensorik, Software und IT.

Stabilisierung der Umsatzentwicklung

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die Umsatzentwicklung von Brose nach den erheblichen Einbrüchen im Frühjahr wieder stabilisiert. Rund 4,8 Milliarden Euro wird das Unternehmen 2020 erwirtschaften. Der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr wird mit 20 Prozent geringer ausfallen als zuletzt erwartet. Dank umfangreicher Sparmaßnahmen wird Brose 2020 voraussichtlich trotz des massiven Umsatzrückgangs schwarze Zahlen schreiben. „Wie nachhaltig die aktuelle Belebung des Geschäfts ist, hängt jedoch vom weiteren Corona-Infektionsgeschehen ab“, betont Schrickel.

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