Prof. Dr. Nicolas Schlegel

Brückenbauer zwischen klinischer Chirurgie und Grundlagenforschung

Seit April dieses Jahres bereichert eine Professur für Experimentelle Viszeralchirurgie die Würzburger Universitätsmedizin. Prof. Dr. Nicolas Schlegel verbindet dabei in einem neuen Konzept translationale Grundlagenforschung und klinische Chirurgie.

„Eine akademische Weiterentwicklung des Faches Viszeralchirurgie ist nur möglich, wenn klinische Fragen durch Chirurgen in die Grundlagenforschung und von dort wieder zurück in die klinische Forschung gebracht werden“, unterstreicht Prof. Dr. Nicolas Schlegel. Diesen Brückenschlag soll der Leiter des Schwerpunkts Endokrine Chirurgie an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg (UKW) in den kommenden Jahren leisten. Dazu wurde er Mitte April dieses Jahres zum W2-Professor für Experimentelle Viszeralchirurgie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ernannt.

Forscher am Institut für Anatomie und Zellbiologie

Die bisherige Karriere des 40-jährigen Mediziners zeigt, wie der oft schwierige Spagat zwischen ambitioniertem Grundlagenforscher und hochspezialisiertem Chirurgen zu meistern ist. So startete der Donaueschinger nach seinem Medizinstudium in Würzburg im Jahr 2006 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Uni Würzburg, wo er im Folgejahr auch promovierte. „Ich fand den in der Anatomie möglichen Bogen von Einzelmolekül bis zum gesamten Organismus und seinen Erkrankungen schon immer faszinierend. Dementsprechend machte mir auch die Forschungsarbeit großen Spaß“, erinnert sich Schlegel. So ging er bis zum Jahr 2009 am Anatomischen Institut seine ersten eigenen wissenschaftlichen Wege und warb erfolgreich die ersten Forschungsmittel ein.

Experten in Endokriner Chirurgie

„Gleichzeitig wollte ich aber immer auch klinisch-praktisch tätig sein“, berichtet der Professor. Die Möglichkeit dazu bot sich ihm im Jahr 2009, als er als Assistenzarzt an die von Prof. Dr. Christoph-Thomas Germer geleitete Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie des UKW wechselte. Sechs Jahre später erhielt er die Facharztanerkennung zum Viszeralchirurgen. Im Lauf der Zeit bildete sich bei Nicolas Schlegel die endokrine Chirurgie als klinischer Schwerpunkt heraus. Hierbei geht es vornehmlich um Operationen an der Schilddrüse und Nebenschilddrüse, aber auch an den Nebennieren. Gerade die Nebenschilddrüsenchirurgie erfordert große Erfahrung, nicht zuletzt, weil die Nebenschilddrüsen individuell sehr variabel im Hals- und Brustbereich liegen können. Seit dem Jahr 2016 leitet Schlegel an der Chirurgischen Klinik I des UKW den Schwerpunkt Endokrine Chirurgie und wurde 2018 zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Hohe wissenschaftliche Leistung beibehalten

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit und Subspezialisierung trieb er immer auch seine wissenschaftlichen Themen weiter voran. Das dabei erzielte hohe Niveau belegt unter anderem der Nissen-Preis, der Prof. Schlegel im Jahr 2015 für seine Gesamtforschungsleistung verliehen wurde. Dabei handelt es sich um die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten von Prof. Schlegel zählen die Sepsis, bei der generalisierte Entzündungen zum Organversagen führen. Die Forschungsarbeiten dazu wurden und werden von ihm in mehreren, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekten am UKW verfolgt. Ein weiteres Thema steht in Zusammenhang mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. „Hier wollen wir besser verstehen, wie es durch Entzündungen zu einem Verlust der Darmbarriere kommen kann“, beschreibt Prof. Schlegel. Die Darmbarriere sorgt bei Gesunden dafür, dass Schadstoffe und Bakterien nicht aus dem Darm ins Blut gelangen können. Auch klinische Themen aus dem Bereich der endokrinen Chirurgie werden durch Prof. Schlegel beforscht.

Aufbau einer „Clinical Trial Unit für perioperative Medizin“ geplant

Diese und weitere Schwerpunkte sollen im Rahmen der neuen Professur weiterverfolgt und ausgebaut werden. Darüber hinaus ist geplant, in den kommenden zwei Jahren eine „Clinical Trial Unit für operative und perioperative Medizin“ zu gründen. „Diese Einheit soll klinische Studien ermöglichen, die im Umfeld von chirurgischen Eingriffen angesiedelt sind“, erläutert der Professor.

Neben seiner neuen Professur bleibt Prof. Schlegel auch weiterhin der Leiter des Schwerpunkts Endokrine Chirurgie. „Dieses Konzept des forschenden klinischen Arztes, das man auch als Clinician Scientist bezeichnet, wird in der internistischen Medizin schon seit längerem umgesetzt. Für die Chirurgie ist unser Modell deutschlandweit einzigartig und kann hoffentlich Vorbildfunktion entfalten“, sagt Prof. Schlegel.

Auch Studierende für Forschung begeistern

In Punkto Lehre ist es Schlegel wichtig, dass die Studierenden auch in der Chirurgie frühzeitig an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt und dafür begeistert werden. „Mein Ziel ist es, die Bedingungen so zu gestalten, dass Studentinnen und Studenten sowohl bei klinischen, wie auch experimentellen Doktorarbeiten bestmöglich betreut werden“, so der forschende Viszeralchirurg.

Prof. Dr. Nicolas Schlegel

Brückenbauer zwischen klinischer Chirurgie und Grundlagenforschung

Seit April dieses Jahres bereichert eine Professur für Experimentelle Viszeralchirurgie die Würzburger Universitätsmedizin. Prof. Dr. Nicolas Schlegel verbindet dabei in einem neuen Konzept translationale Grundlagenforschung und klinische Chirurgie.

„Eine akademische Weiterentwicklung des Faches Viszeralchirurgie ist nur möglich, wenn klinische Fragen durch Chirurgen in die Grundlagenforschung und von dort wieder zurück in die klinische Forschung gebracht werden“, unterstreicht Prof. Dr. Nicolas Schlegel. Diesen Brückenschlag soll der Leiter des Schwerpunkts Endokrine Chirurgie an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg (UKW) in den kommenden Jahren leisten. Dazu wurde er Mitte April dieses Jahres zum W2-Professor für Experimentelle Viszeralchirurgie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ernannt.

Forscher am Institut für Anatomie und Zellbiologie

Die bisherige Karriere des 40-jährigen Mediziners zeigt, wie der oft schwierige Spagat zwischen ambitioniertem Grundlagenforscher und hochspezialisiertem Chirurgen zu meistern ist. So startete der Donaueschinger nach seinem Medizinstudium in Würzburg im Jahr 2006 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Uni Würzburg, wo er im Folgejahr auch promovierte. „Ich fand den in der Anatomie möglichen Bogen von Einzelmolekül bis zum gesamten Organismus und seinen Erkrankungen schon immer faszinierend. Dementsprechend machte mir auch die Forschungsarbeit großen Spaß“, erinnert sich Schlegel. So ging er bis zum Jahr 2009 am Anatomischen Institut seine ersten eigenen wissenschaftlichen Wege und warb erfolgreich die ersten Forschungsmittel ein.

Experten in Endokriner Chirurgie

„Gleichzeitig wollte ich aber immer auch klinisch-praktisch tätig sein“, berichtet der Professor. Die Möglichkeit dazu bot sich ihm im Jahr 2009, als er als Assistenzarzt an die von Prof. Dr. Christoph-Thomas Germer geleitete Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie des UKW wechselte. Sechs Jahre später erhielt er die Facharztanerkennung zum Viszeralchirurgen. Im Lauf der Zeit bildete sich bei Nicolas Schlegel die endokrine Chirurgie als klinischer Schwerpunkt heraus. Hierbei geht es vornehmlich um Operationen an der Schilddrüse und Nebenschilddrüse, aber auch an den Nebennieren. Gerade die Nebenschilddrüsenchirurgie erfordert große Erfahrung, nicht zuletzt, weil die Nebenschilddrüsen individuell sehr variabel im Hals- und Brustbereich liegen können. Seit dem Jahr 2016 leitet Schlegel an der Chirurgischen Klinik I des UKW den Schwerpunkt Endokrine Chirurgie und wurde 2018 zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Hohe wissenschaftliche Leistung beibehalten

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit und Subspezialisierung trieb er immer auch seine wissenschaftlichen Themen weiter voran. Das dabei erzielte hohe Niveau belegt unter anderem der Nissen-Preis, der Prof. Schlegel im Jahr 2015 für seine Gesamtforschungsleistung verliehen wurde. Dabei handelt es sich um die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten von Prof. Schlegel zählen die Sepsis, bei der generalisierte Entzündungen zum Organversagen führen. Die Forschungsarbeiten dazu wurden und werden von ihm in mehreren, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekten am UKW verfolgt. Ein weiteres Thema steht in Zusammenhang mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. „Hier wollen wir besser verstehen, wie es durch Entzündungen zu einem Verlust der Darmbarriere kommen kann“, beschreibt Prof. Schlegel. Die Darmbarriere sorgt bei Gesunden dafür, dass Schadstoffe und Bakterien nicht aus dem Darm ins Blut gelangen können. Auch klinische Themen aus dem Bereich der endokrinen Chirurgie werden durch Prof. Schlegel beforscht.

Aufbau einer „Clinical Trial Unit für perioperative Medizin“ geplant

Diese und weitere Schwerpunkte sollen im Rahmen der neuen Professur weiterverfolgt und ausgebaut werden. Darüber hinaus ist geplant, in den kommenden zwei Jahren eine „Clinical Trial Unit für operative und perioperative Medizin“ zu gründen. „Diese Einheit soll klinische Studien ermöglichen, die im Umfeld von chirurgischen Eingriffen angesiedelt sind“, erläutert der Professor.

Neben seiner neuen Professur bleibt Prof. Schlegel auch weiterhin der Leiter des Schwerpunkts Endokrine Chirurgie. „Dieses Konzept des forschenden klinischen Arztes, das man auch als Clinician Scientist bezeichnet, wird in der internistischen Medizin schon seit längerem umgesetzt. Für die Chirurgie ist unser Modell deutschlandweit einzigartig und kann hoffentlich Vorbildfunktion entfalten“, sagt Prof. Schlegel.

Auch Studierende für Forschung begeistern

In Punkto Lehre ist es Schlegel wichtig, dass die Studierenden auch in der Chirurgie frühzeitig an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt und dafür begeistert werden. „Mein Ziel ist es, die Bedingungen so zu gestalten, dass Studentinnen und Studenten sowohl bei klinischen, wie auch experimentellen Doktorarbeiten bestmöglich betreut werden“, so der forschende Viszeralchirurg.

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