MAINung am MONTAG

Digitale Ideen sind gefragt, um den Lockdown zu lockern

Die Fachleute sind sich einig, dass im Gefolge der Corona-Krise die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft einen neuen Schub bekommt. Mehr noch - so B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN-Autor Ulrich Pfaffenberger - sind schon jetzt digitale Lösungen gefragt, um die Folgen des Lockdown zu lockern.

Von dieser App war in den letzten Tagen viel die Rede. Als Spürhund soll sie, im Smartphone eingenistet, Alarm auslösen, um Covid-19-Infizierten auf die Spur zu kommen. Sogar die sonst so kritischen Datenschützer heben den Daumen: Um der großen Gefahr vorzubeugen, dürfe man die RIsiken akzeptieren, die mit einer solchen Überwachung einhergingen. In der Not frisst der Teufel Wanzen.

Bessere digitale Infrastruktur dringend nötig

Aber. So plakativ diese Errungenschaft einer digitalen Gesellschaft derzeit auch wirken mag: Es geht natürlich noch besser. Wir erleben gerade in vielen Branchen und Betrieben, was passiert, wenn Home Office und mobiles Büro auf eine unzureichend vorbereitete Infrastruktur treffen. Wäre die Produktivität derzeit nicht sowieso rückläufig, bekämen alle die Bremswirkung einer verbesserungsbedürftigen Infrastruktur heftig zu spüren.  Hier Abhilfe zu schaffen, ist für unsere Zukunft unverzichtbar.

Ticket für die Shopping-Mall?

Wo aber bleiben die innovativen Lösungen an anderer Stelle im Wirtschaftsleben? So könnten Shopping-Malls und Händler jenseits der 800-Qaudratmeter-Grenze dem befürchteten Massenansturm und daraus folgenden Warteschlangen mit einem einfachen Buchungs-System begegnen. Wie im Kino werden Plätze (und Parkplätze) für einen bestimmten Zeitraum reserviert. 08:00 bis 09:30 im Möbelhaus, 11:15 bis 13:00 im Kleidungskaufhaus, 14:25 bis 16:10 im Autosalon. DIe Zahl der Besucher ist limitiert, ohne Ticket kein Zugang. Mit diesem Verfahren ließen sich unter bestimmten Voraussetzungen sogar Restaurantbesuche arrangieren. Das vorbestellte Essen steht am Tisch, wenn die Gäste eintreffen, ein Kontakt zwischen Servicekräften und Kunden findet nicht statt.

Raus aus dem Luxus Beliebigkeit

Keine Frage: Das ist weit entfernt von Zuständen, als wir "Shoppen" oder "Essen gehen" als Freizeitbeschäftigung oder gar Hobby in den Fragebogen geschrieben haben. Das bedeutet auch: Raus aus dem Luxus Beliebigkeit, rein ins  konkrete Planen. Aber wenn die Alternative darin besteht, dass gar nichts geht, dann erscheint die Option doch erwägenswert. Das Gelingen hängt an effizienten Systemen für Steuerun,g, Planung und Vermarktung des Angebots - eine klassische Aufgabe für die IT. 

Konstruktiv statt disruptiv

Jetzt schläft die Stunde für neue Geschäftsmodelle, die ihren Charme nicht daraus beziehen, dass sie "disruptiv" bestehende Strukturen zerschlagen. Sondern für solche, die konstruktiv neue schaffen. Ich bin mir sicher: Das lohnt sich nicht nur kurzfristig.

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MAINung am MONTAG

Digitale Ideen sind gefragt, um den Lockdown zu lockern

Die Fachleute sind sich einig, dass im Gefolge der Corona-Krise die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft einen neuen Schub bekommt. Mehr noch - so B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN-Autor Ulrich Pfaffenberger - sind schon jetzt digitale Lösungen gefragt, um die Folgen des Lockdown zu lockern.

Von dieser App war in den letzten Tagen viel die Rede. Als Spürhund soll sie, im Smartphone eingenistet, Alarm auslösen, um Covid-19-Infizierten auf die Spur zu kommen. Sogar die sonst so kritischen Datenschützer heben den Daumen: Um der großen Gefahr vorzubeugen, dürfe man die RIsiken akzeptieren, die mit einer solchen Überwachung einhergingen. In der Not frisst der Teufel Wanzen.

Bessere digitale Infrastruktur dringend nötig

Aber. So plakativ diese Errungenschaft einer digitalen Gesellschaft derzeit auch wirken mag: Es geht natürlich noch besser. Wir erleben gerade in vielen Branchen und Betrieben, was passiert, wenn Home Office und mobiles Büro auf eine unzureichend vorbereitete Infrastruktur treffen. Wäre die Produktivität derzeit nicht sowieso rückläufig, bekämen alle die Bremswirkung einer verbesserungsbedürftigen Infrastruktur heftig zu spüren.  Hier Abhilfe zu schaffen, ist für unsere Zukunft unverzichtbar.

Ticket für die Shopping-Mall?

Wo aber bleiben die innovativen Lösungen an anderer Stelle im Wirtschaftsleben? So könnten Shopping-Malls und Händler jenseits der 800-Qaudratmeter-Grenze dem befürchteten Massenansturm und daraus folgenden Warteschlangen mit einem einfachen Buchungs-System begegnen. Wie im Kino werden Plätze (und Parkplätze) für einen bestimmten Zeitraum reserviert. 08:00 bis 09:30 im Möbelhaus, 11:15 bis 13:00 im Kleidungskaufhaus, 14:25 bis 16:10 im Autosalon. DIe Zahl der Besucher ist limitiert, ohne Ticket kein Zugang. Mit diesem Verfahren ließen sich unter bestimmten Voraussetzungen sogar Restaurantbesuche arrangieren. Das vorbestellte Essen steht am Tisch, wenn die Gäste eintreffen, ein Kontakt zwischen Servicekräften und Kunden findet nicht statt.

Raus aus dem Luxus Beliebigkeit

Keine Frage: Das ist weit entfernt von Zuständen, als wir "Shoppen" oder "Essen gehen" als Freizeitbeschäftigung oder gar Hobby in den Fragebogen geschrieben haben. Das bedeutet auch: Raus aus dem Luxus Beliebigkeit, rein ins  konkrete Planen. Aber wenn die Alternative darin besteht, dass gar nichts geht, dann erscheint die Option doch erwägenswert. Das Gelingen hängt an effizienten Systemen für Steuerun,g, Planung und Vermarktung des Angebots - eine klassische Aufgabe für die IT. 

Konstruktiv statt disruptiv

Jetzt schläft die Stunde für neue Geschäftsmodelle, die ihren Charme nicht daraus beziehen, dass sie "disruptiv" bestehende Strukturen zerschlagen. Sondern für solche, die konstruktiv neue schaffen. Ich bin mir sicher: Das lohnt sich nicht nur kurzfristig.

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