3. Startup-Preis der Initiative Gründen@Würzburg

ENER-IQ zum besten Würzburger Nachwuchsunternehmen gewählt

Sven Rausch von ENER-IQ beim 3. Startup-Preis von Gründen@Würzburg

Sechs Nachwuchsunternehmen haben beim 3. Startup-Preis der Initiative Gründen@Würzburg um den Titel als Würzburgs bestes Startup 2018 gewetteifert. Als Sieger der Veranstaltung im Würzburger Restaurant Martinz ging ENER-IQ hervor, Geschäftsführer Sven Rausch konnte sowohl die Expertenjury als auch das Publikum am meisten überzeugen. Sein Unternehmen will Heizungen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz sparsamer machen.

Die sechs Nachwuchsunternehmen hatten jeweils lediglich fünf Minuten Zeit, um sich zu präsentieren. Anschließend mussten sie sich sieben Minuten lang den Fragen der fünfköpfigen Jury und des Publikums stellen. Die Expertenrunde bestand aus Matthias Bauer (Geschäftsführer Vogel Ventures), Joachim Kuhn (CEO von va-Q-tec), Clemens Launer (kaufmännischer Geschäftsführer von INDTact), Alexandra Neukum (Leiterin des Würzburger Instituts für Verkehrswissenschaften) und Startup-Coach Christian Schulz von (BayStartUP). Durch den Abend führte bei dem Startup-Wettstreit Radio-Gong-Moderator Johannes Keppner.

Den Auftakt machte das Startup Awesome Technologies. Das Nachwuchsunternehmen beschäftigt sich mit dem Thema Telemedizin. Das sechsköpfige Team hat sich dabei auf die Kommunikation zwischen Pflegeheimen und Ärzten spezialisiert. Konkret bietet das Unternehmen eine Video-Konferenz-Lösung, die Ärzten eine Fernbehandlung ihrer Patienten ermöglichen soll. Auch eine Einbindung medizinischer Geräte, wie etwa mobiler Ultraschall-Scanner, ist angedacht. Nach Vorstellung von Awesome-Technologies soll etwa künftig ein Arzt per Tele-Verbindung eine Pflegekraft anleiten, eine Ultraschall-Untersuchung durchzuführen.

KI beantwortet Kundenanfragen

Als zweiter Wettbewerber präsentierte sich Botfriends. Das Nachwuchsunternehmen entwickelt sogenannte Chatbots. Dabei handelt es sich um automatische Systeme, die beispielsweise einfache Kundenanfragen per Text beantworten können. Eine Künstliche Intelligenz (KI) erkennt die Anfragen und versucht, eine passende Antwort auszugeben. So hat Botfriends beispielsweise für den Automobilbauer Porsche einen Chatbot entwickelt, der Fragen rund um das Thema Ausbildung und Studium beantwortet. Das Würzburger Jungunternehmen arbeitet mit dem US-amerikanischen Technologiekonzern Google zusammen und nimmt an dessen Startup-Programm teil.

Auf Künstliche Intelligenz setzt auch der Sieger des Wettbewerbs, ENER-IQ. Das Nachwuchsunternehmen will Heizungen mit Hilfe einer KI sparsamer machen. Diese soll Heizungsanlagen automatisch überwachen, ineffiziente Einstellungen erkennen und passende Verbesserungsvorschläge liefern können. „Unsere Pilotkunden haben mit dem System eine Energieersparnis von 15 bis 20 Prozent“, erläuterte Geschäftsführer Sven Rausch. Im nächsten Schritt soll die cloudbasierte Softwarelösung künftig auch drohende Ausfälle im Heizungskeller erkennen können. Rund 100.000 Euro Umsatz hat das Jungunternehmen nach eigener Aussage bereits erwirtschaftet.

Flux Polymers hat eine Polymerbeschichtung entwickelt,  welche Kunststoff abweisend gegen Bakterien macht. Die Beschichtung muss dabei lediglich aufgesprüht und dann mit einer UV-Lampe beleuchtet werden, um eine dauerhafte Versiegelung herzustellen. Der Kunststoff selbst soll durch die Beschichtung nicht verändert oder angegriffen werden. Als Zielgruppe sieht das Unternehmen etwa die Bereiche Smart Home und Automotive. Ein naheliegendes Einsatzgebiet wäre auch die Medizintechnik, doch dort will das Unternehmen vorerst nicht tätig werden. Mitgründerin Anita Luxenhofer begründete dies mit den hohen Einstiegshürden in Form von teuren Studien, die nötig seien, um die Ungefährlichkeit der eigenen Produkte nachzuweisen.

App findet Anbieter regionaler Lebensmittel

Eine App für Lebensmittel aus der Region hat Foodahoo entwickelt. Die Anwendung zeigt den Nutzern, in welchen Geschäften in ihrer Nähe es regionale Lebensmittel gibt. Die Kunden können sogar aus der App heraus direkt einkaufen, die Waren werden dann entweder geliefert oder können abgeholt werden. Die Anbieter zahlen für Verkäufe über die App eine Provision an Foodahoo. Rund 100 Betriebe in Würzburg und Franken sind bereits auf der  Plattform gelistet. Ab 2019 will das Unternehmen seinen Aktionsradius auf ganz Bayern ausdehnen, ab 2020 soll die App dann deutschlandweit regionale Lebensmittel-Anbieter anzeigen.  Im ersten Jahr hat die Anwendung rund 4.000 Downloads verzeichnet.

Echte Spitzentechnologie entwickelt MIRell Photonics. Das dreiköpfige Team arbeitet an einem Ellipsometer zur Messung der Schichtdicke und des Brechungsindexes von Halbleitern. Gegenüber vergleichbaren Systemen soll die Messzeit bei der Lösung der Würzburger um den Faktor 200 kürzer sein. „Außerdem ist unser Ellipsometer das erste, das den Brechungsindex im mittleren Infrarotbereich messen kann“, erläuterte Caroline von Andrian-Werburg. Die studierte Physikerin ist Geschäftsführerin von MIRell. Gemeinsam mit ihren Kollegen Nicolai Seubert und Andreas Heger hat sie auch schon einen funktionstüchtigen Prototypen des Messgeräts gebaut. Ein mögliches Einsatzfeld für die Technologie sind etwa Gas-Sensorenlaser, welche den Abgasausstoß von Verbrennungsmotoren messen.  

Bildunterschrift: Mit seinem Pitch konnte Sven Rausch von ENER-IQ Publikum und Jury  beim 3. Würzburger Startup-Preis von Gründen@Würzburg überzeugen.

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