Leuchtturmprojekt

Gelebte Inklusion am Hubland

Einweihung der neuen Wohnstätte für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken im Stadtteil Hubland

„Ich bin stolz, dass ich hier am Hubland wohnen darf …“ mit diesem Worten begrüßt Bruce, ein Bewohner der neuen Wohnstätte für Menschen mit Behinderung im Hubland, die Gäste dieser Tage beim Rundgang anlässlich der Einweihung.

Am 1. Juli 2022 war es, nach fast zwei Jahren pandemiebedingter Wartezeit, endlich soweit: Die Bewohner der Wohnstätte am Hubland konnten die geladenen Gäste durch Ihr neues Zuhause führen und über Ihren Alltag berichten. Den Auftakt der Veranstaltung übernahm die Bewohnerin Frau Wiener, die stellvertretend für alle Bewohnerinnen und Bewohner der neuen Wohnstätte, die Gäste offiziell Begrüßte. 

Beim kleinen Festakt mit Grußworten von Frau Linsenbreder (stellv. Bezirkstagspräsidentin), Frau Dr. Düber (Leiterin Jugend-, Familien und Sozialreferat Stadt Würzburg, Sozialreferentin) und Barbara Stamm (Vorsitzende Lebenshilfe Landesverband Bayern e. V.) waren sich alle einig: die im Jahr 2020 bezogene neue Wohnstätte ist ein Leuchtturmprojekt für Inklusives Wohnen. Denn diese hat etwas an sich, das andere Wohnstätten nicht haben: Sie ist nicht sichtbar!

Von außen nicht erkennbar

Das heißt: sie ist Teil eines modernen Wohnkomplexes und fügt sich in das Gesamtbild des Gebäudes ein somit ist sie von außen nicht explizit als Wohnstätte ersichtlich. Die Wohnstätte, mit ihren 24 Wohnplätzen verteilt auf zwei Gruppen, ist einfach ein Teil des Großen und Ganzen, genauso wie Inklusion auch aussehen sollte.

Doch der Weg dahin war nicht einfach, es mussten einige Hürden aus dem Weg geräumt und viele Unterstützer gefunden werden. Im Jahre 2018 war es dann soweit, der erste Spatenstich fand statt und nach rund zwei Jahren Bauzeit konnten die ersten fünf Bewohner am 20. August 2020 die neue Wohnanlage beziehen, kurz darauf waren alle 24 Wohnplätze auf den zwei Gruppen vergeben. Seither freuen sich die Bewohner im neuen Stadtteil Hubland wohnen zu können und sind sich einig: „Hier auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände, wohnen wir nun, wo andere Urlaub machen!“. Des Weiteren schätzen sie die vielen Einkaufsmöglichkeiten und die gute Busanbindung, welche ihnen eine wirkliche selbstbestimmte Teilhabe am Gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Die hellen, modernen Zimmer und Gemeinschaftsräume der Wohngruppen laden ein, sich wohlzufühlen und die Aussicht vom Balkon über Würzburg lässt einen staunen.

"Auf gutem Weg in vielfältige Gesellschaft"

Auch die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin  Eva Linsenbreder war begeistert: „Wir haben hier mit diesem Projekt einen Meilenstein gesetzt, wir sind auf dem guten Weg in eine bunte vielfältige Gesellschaft, bei der jeder Teilhaben kann und das Hubland war schon immer ein Ort des Aufbruchs und des Neubeginns.“

Dem schloss sich Dr. Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg bei ihrer Rede an: „Bei der Entwicklung eines neuen Stadtteils sollte die Vielfalt immer eine große Rolle spielen und es sollte für jeden Menschen Entscheidungsmöglichkeiten geben, wie und wo er wohnen möchte. Die Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken leistet hierfür einen wertvollen Beitrag.“

Stamm: "Wir müssen mit solchen Projekten schneller vorankommen"

Barbara Stamm, die Vorsitzende des Lebenshilfe Landesverband Bayern e. V., die dieses Wohnprojekt von Anfang an entscheidend unterstützte, machte bei Ihrer Ansprache darauf aufmerksam, dass solche Projekte Normalität in einer inklusiven Gesellschaft sein sollten: „Das, was Sie hier sehen, ist gelebte Inklusion. Aber wir müssen zusehen, dass wir mit solchen Wohnprojekten schneller vorankommen können und nicht mehr so viele Hürden nehmen müssen, denn wir brauchen mehr Wohnraum für Menschen mit Behinderung. Es darf in der heutigen Zeit nicht die Frage gestellt werden: was darf der Mensch kosten? Es muss geantwortet werden: was braucht der Mensch um ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben zu haben? Denn wir als Gesellschaft haben die Verpflichtung jedem ein komfortables Wohnen nach Wunsch zu ermöglichen. Wir müssen uns auf Augenhöhe begegnen und uns gegenseitig bereichern in unserem Wissen und Ideen.“

"Weniger Bürokratie und mehr Menschlichkeit" gefordert

Auch Dieter Körber, Geschäftsführer der Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken äußerte bei seiner Begrüßung den Wunsch nach weniger Bürokratie und mehr Menschlichkeit und Offenheit gegenüber  inklusiven Wohnideen für Menschen mit Behinderung: „Wir freuen uns, mit diesem bayernweiten Leuchtturmprojekt ein Teil des „neuen“ Hublands zu sein und vielleicht gelingt uns ein ähnlich wegweisendes Leuchtturmprojekt im Heidingsfelder Zehnthof, wo ein Ort des inklusiven Wohnens und der Begegnung für Menschen mit und ohne Behinderung entstehen soll. Dieses Projekt möchten wir nach rund acht Jahren des Planens und Wartens sowie vielen Sitzungen und Besprechungen sehr gerne realisieren. Ein Projekt, das leider immer noch nicht im Stadtrat zur Abstimmung war. Gerne laden wir die Stadträte ein, sich hier im Hubland mal umzusehen, was alles möglich ist, wenn wir gemeinsam den Weg der Inklusion gehen.“

Eines stand für alle fest: Die neue Wohnlage für Menschen mit Behinderung am Hubland ist ein wundervoller Ort geworden, der es den Bewohnern ermöglicht ein Leben inmitten der Gesellschaft zu führen. Und es soll auf jeden Fall weitere Wohnanlagen wie diese geben. Auch Kevin, ein weiterer Bewohner, der sein Zimmer den Gästen bei der Führung durch das Haus zeigt ist sichtlich stolz auf sein neues Zuhause und freut sich über sein helles, geräumiges Zimmer mit einem Bad und Panoramasicht über Würzburg.

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Beim kleinen Festakt mit Grußworten von Frau Linsenbreder (stellv. Bezirkstagspräsidentin), Frau Dr. Düber (Leiterin Jugend-, Familien und Sozialreferat Stadt Würzburg, Sozialreferentin) und Barbara Stamm (Vorsitzende Lebenshilfe Landesverband Bayern e. V.) waren sich alle einig: die im Jahr 2020 bezogene neue Wohnstätte ist ein Leuchtturmprojekt für Inklusives Wohnen. Denn diese hat etwas an sich, das andere Wohnstätten nicht haben: Sie ist nicht sichtbar!

Von außen nicht erkennbar

Das heißt: sie ist Teil eines modernen Wohnkomplexes und fügt sich in das Gesamtbild des Gebäudes ein somit ist sie von außen nicht explizit als Wohnstätte ersichtlich. Die Wohnstätte, mit ihren 24 Wohnplätzen verteilt auf zwei Gruppen, ist einfach ein Teil des Großen und Ganzen, genauso wie Inklusion auch aussehen sollte.

Doch der Weg dahin war nicht einfach, es mussten einige Hürden aus dem Weg geräumt und viele Unterstützer gefunden werden. Im Jahre 2018 war es dann soweit, der erste Spatenstich fand statt und nach rund zwei Jahren Bauzeit konnten die ersten fünf Bewohner am 20. August 2020 die neue Wohnanlage beziehen, kurz darauf waren alle 24 Wohnplätze auf den zwei Gruppen vergeben. Seither freuen sich die Bewohner im neuen Stadtteil Hubland wohnen zu können und sind sich einig: „Hier auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände, wohnen wir nun, wo andere Urlaub machen!“. Des Weiteren schätzen sie die vielen Einkaufsmöglichkeiten und die gute Busanbindung, welche ihnen eine wirkliche selbstbestimmte Teilhabe am Gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Die hellen, modernen Zimmer und Gemeinschaftsräume der Wohngruppen laden ein, sich wohlzufühlen und die Aussicht vom Balkon über Würzburg lässt einen staunen.

"Auf gutem Weg in vielfältige Gesellschaft"

Auch die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin  Eva Linsenbreder war begeistert: „Wir haben hier mit diesem Projekt einen Meilenstein gesetzt, wir sind auf dem guten Weg in eine bunte vielfältige Gesellschaft, bei der jeder Teilhaben kann und das Hubland war schon immer ein Ort des Aufbruchs und des Neubeginns.“

Dem schloss sich Dr. Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg bei ihrer Rede an: „Bei der Entwicklung eines neuen Stadtteils sollte die Vielfalt immer eine große Rolle spielen und es sollte für jeden Menschen Entscheidungsmöglichkeiten geben, wie und wo er wohnen möchte. Die Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken leistet hierfür einen wertvollen Beitrag.“

Stamm: "Wir müssen mit solchen Projekten schneller vorankommen"

Barbara Stamm, die Vorsitzende des Lebenshilfe Landesverband Bayern e. V., die dieses Wohnprojekt von Anfang an entscheidend unterstützte, machte bei Ihrer Ansprache darauf aufmerksam, dass solche Projekte Normalität in einer inklusiven Gesellschaft sein sollten: „Das, was Sie hier sehen, ist gelebte Inklusion. Aber wir müssen zusehen, dass wir mit solchen Wohnprojekten schneller vorankommen können und nicht mehr so viele Hürden nehmen müssen, denn wir brauchen mehr Wohnraum für Menschen mit Behinderung. Es darf in der heutigen Zeit nicht die Frage gestellt werden: was darf der Mensch kosten? Es muss geantwortet werden: was braucht der Mensch um ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben zu haben? Denn wir als Gesellschaft haben die Verpflichtung jedem ein komfortables Wohnen nach Wunsch zu ermöglichen. Wir müssen uns auf Augenhöhe begegnen und uns gegenseitig bereichern in unserem Wissen und Ideen.“

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Eines stand für alle fest: Die neue Wohnlage für Menschen mit Behinderung am Hubland ist ein wundervoller Ort geworden, der es den Bewohnern ermöglicht ein Leben inmitten der Gesellschaft zu führen. Und es soll auf jeden Fall weitere Wohnanlagen wie diese geben. Auch Kevin, ein weiterer Bewohner, der sein Zimmer den Gästen bei der Führung durch das Haus zeigt ist sichtlich stolz auf sein neues Zuhause und freut sich über sein helles, geräumiges Zimmer mit einem Bad und Panoramasicht über Würzburg.

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