IHK-Nachfolgereport Mainfranken

Generationenwechsel droht zu scheitern

Unternehmer müssen sich rechtzeitig um ihre Nachfolge kümmern. Foto: Karin & Uwe Annas / fotolia
Die IHK Würzburg-Schweinfurt hat den Nachfolgereport Mainfranken neu aufgelegt.Damit möchte sie die Bedeutung der Herausforderung Unternehmensnachfolge zeigen.

Die Untersuchungen der IHK Würzburg-Schweinfurt in der Unternehmenslandschaft zeigen "deutlich, dass gegenüber der letztmaligen Erhebung aus dem Jahr 2015 eine abermalige Verschärfung der Situation in Mainfranken zu beachten ist", konstatiert die Kammer. Knapp jeder zweite Betriebsinhaber mit Übergabeabsicht berichtet heute davon, noch nicht den passenden Nachfolger gefunden zu haben.  

Nachfolge als Herausforderung für den Mittelstand  

„Die demografische Entwicklung macht selbstverständlich vor der Unternehmerschaft nicht halt. Bereits heute ist rund ein Viertel der Betriebsinhaber über 60 Jahre alt, knapp 10 Prozent sogar über 67 Jahre! Zugleich mangelt es an einer echten Gründungsdynamik, sodass der Nachwuchs schlicht fehlt“, stellt Dr. Sascha Genders, stv. Hauptgeschäftsführer der IHK fest. Ohne Lösungskonzepte mit Blick auf den Unternehmermangel laufe man Gefahr, die gute mittelständische Struktur zu gefährden, indem entweder Unternehmen vom Markt verschwinden oder man Konzentrationstendenzen in der Wirtschaft sehen werde.  

Nur die Hälfte plant bereits die Übergabe  

Laut IHK-Nachfolgereport, in welchen Rückantworten von über 2.000 Betrieben eingeflossen sind, hat sich ein Anteil von 54,4 Prozent der Befragten bereits mit dem Thema Übergabe beschäftigt und diese als Ziel definiert. Beachtlich: für knapp ein Drittel der Befragten (31,9 Prozent) ist es noch nicht sicher, ob das Unternehmen weitergeführt werden soll. Und immerhin 13,7 Prozent verfolgen das Ziel einer Betriebsaufgabe. Ursächlich hier sei die nicht frühzeitig genug stattgefundene Beschäftigung mit dem Generationenwechsel. „Es ist Zeit, nun massiv mehr für die Chancen einer Betriebsübernahme zu werben und zugleich die richtigen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Es muss gelingen, Übergabeinteressierten zu Übergabewilligen zu machen. Hinzukommend gelte es, für Unternehmertum zu werben, um den Nachwuchs an den Chefs von morgen zu sichern“, so Dr. Genders. Andernfalls drohe der Generationenwechsel zu scheitern.  

Probleme: Nachfolgersuche und Risikovorsorge  

Von den Übergabewilligen haben laut Nachfolgereport 46,6 Prozent zum heutigen Zeitpunkt noch keinen Nachfolger. Bei der letzten Befragung im Jahr 2015 lag der Wert bei rund 40 Prozent. Insofern ein Nachfolger existiert, kommt dieser zumeist aus der Familie oder der Mitarbeiterschaft. „Generell gilt, je früher und je umfassender man sich als Unternehmer mit der Nachfolge beschäftigt, umso größer sind die Erfolgschancen. Einen Königsweg gibt es zwar nicht, aber wer sich durch Gespräche in der Belegschaft, mit Rechtsanwalt, Steuerberater oder der IHK schlau macht und positioniert, der ist auf einem guten Weg.“ Eine weitere offene Flanke in der Unternehmerschaft ist laut Nachfolgereport die Auseinandersetzung mit der ungeplanten Betriebsübergabe durch Tod oder Krankheit. 61,2 Prozent der Befragten haben keine entsprechende Risikovorsorge in Form eines „Notfallkoffers“.  

IHK-Angebote zur Nachfolge  

Die IHK bietet Interessierten mit ihrem Servicepaket Unternehmensnachfolge Unterstützung in Form von Beratung, Qualifizierungsangebote, bei der Vermittlung von Übergebern und Übernehmen oder Informationsangeboten. Am 10. März startet zudem die Veranstaltungsreihe „Generationenwechsel“ mit dem Thema „Unternehmens(ver)kauf – strategische, vertragliche und steuerliche Aspekte“. Informationen zur Thematik Unternehmensnachfolge und den IHK-Nachfolgereport Mainfranken 2020 bietet die IHK unter www.wuerzburg.ihk.de/unternehmensnachfolge zum Nachlesen an.

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Von den Übergabewilligen haben laut Nachfolgereport 46,6 Prozent zum heutigen Zeitpunkt noch keinen Nachfolger. Bei der letzten Befragung im Jahr 2015 lag der Wert bei rund 40 Prozent. Insofern ein Nachfolger existiert, kommt dieser zumeist aus der Familie oder der Mitarbeiterschaft. „Generell gilt, je früher und je umfassender man sich als Unternehmer mit der Nachfolge beschäftigt, umso größer sind die Erfolgschancen. Einen Königsweg gibt es zwar nicht, aber wer sich durch Gespräche in der Belegschaft, mit Rechtsanwalt, Steuerberater oder der IHK schlau macht und positioniert, der ist auf einem guten Weg.“ Eine weitere offene Flanke in der Unternehmerschaft ist laut Nachfolgereport die Auseinandersetzung mit der ungeplanten Betriebsübergabe durch Tod oder Krankheit. 61,2 Prozent der Befragten haben keine entsprechende Risikovorsorge in Form eines „Notfallkoffers“.  

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