Winter-Konjunkturumfrage in der unterfränkischen Metall- und Elektro-Industrie

Hunger: „Materialmangel entwickelt sich zum Aufschwungskiller“

In der unterfränkischen M+E Industrie hat sich die Stimmung der von Produktionsrückgängen geprägten aktuellen Geschäftslage angepasst. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind ähnlich verhalten wie im Sommer. Frühestens in der zweiten Jahreshälfte ist mit einer stärkeren Dynamik zu rechnen.

„Die Corona-Pandemie und der in Teilen massive Mangel an Material und Vorprodukten bremsen immer noch die Aufholdynamik unserer Unternehmen. In Summe erwarten wir daher im Jahresdurchschnitt nur ein leichtes Produktionsplus. Damit wird nicht viel mehr als der Rückgang des letzten Jahres ausgeglichen“, fasst Ingrid Hunger, Vorsitzende des Vorstands der bayme vbm Region Main und Spessart, eine aktuelle Umfrage unter den bayme vbm Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Würzburg vorgestellt wurde.

Laut Umfrage hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Inland gegenüber dem Sommer um ein knappes Drittel verschlechtert. Die Salden liegen fürs Auslandgeschäft bei 52,9 Prozent. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind verhalten optimistisch. Sie liegen für das Inlandsgeschäft bei plus 11,5 Prozent, für das Auslandsgeschäft bei nur plus 7,6 Prozent. „Die gesunkene Stimmung ist auf die weiterhin schwelende Unsicherheit durch die Corona-Pandemie zurückzuführen. Auch die zwar per Saldo positiven Erwartungen betrachten wir mit Sorge. Hauptgrund bleibt die beeinträchtige Produktion durch den Materialmangel. Fast 97 Prozent der unterfränkischen Unternehmen können ihre Aufträge dadurch nicht abarbeiten. Das entwickelt sich zum Aufschwungskiller“, so Hunger. So sind 29 Prozent der Unternehmen sogar schwer beeinträchtigt. Nur knapp 27 Prozent erwarten noch im zweiten Halbjahr eine Entspannung, der Rest frühestens 2023 bzw. kann es noch gar nicht abschätzen.

Im Jahr 2022 dürfte die Produktion daher nur leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Im ersten Halbjahr wird der Produktionsanstieg noch durch die Omikron-Welle und den Materialmangel gebremst, erst im zweiten Halbjahr kommt eine größere Dynamik zustande. „Die Produktionspläne der unterfränkischen Unternehmen sind weiterhin aufwärts gerichtet. So wollen knapp 33 Prozent im ersten Halbjahr mehr produzieren. Die Produktion wird dann zum Jahresende 2022 den Corona-Einbruch überwunden haben. Sie wird aber bayernweit immer noch um rund fünf Prozent unter dem Vor-Rezessionsniveau des Jahres 2018 liegen. Wir sind also noch ein gutes Stück vom Normalzustand entfernt“, erklärt Hunger.

Bei den Investitionsplänen sind die unterfränkischen M+E Unternehmen zurückhaltender als bei den Produktionsplänen: Rund 30 Prozent will die Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. „Davon entfallen nur knapp 20 Prozent auf Erweiterungen, aber über 30 Prozent auf Ersatzinvestitionen. Das ist nicht das starke Signal, das wir uns für die Zukunft unseres Standorts wünschen“, findet Hunger und ergänzt: „Wir müssen unseren Unternehmen mehr Luft für Investitionen geben. Das ist zwingend notwendig für einen dauerhaften Aufschwung und die Bewältigung der Transformation.“

Die Beschäftigungspläne der unterfränkischen M+E Unternehmen sind expansiv und haben sich gegenüber der Sommerumfrage leicht verbessert. „Fast jedes zweite Unternehmen plant einen Beschäftigungsaufbau, nur ein knappes Prozent plant einen Abbau. Wir betrachten aber mit Sorge, ob die positiven Beschäftigungspläne umgesetzt werden können. Denn der Mangel an Arbeitskräften und der qualifikatorische Mismatch werden zunehmend zum weiteren Engpassfaktor. Im Jahresverlauf wird die M+E Beschäftigung in Unterfranken um rund 500 Stellen zunehmen. Damit werden zum Ende des Jahres in der unterfränkischen M+E Industrie gut 90.000 Personen beschäftigt sein. Das sind gut 3.000 weniger als zum Höchststand im Jahr 2019“, so Hunger.

Link zur Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage

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Laut Umfrage hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Inland gegenüber dem Sommer um ein knappes Drittel verschlechtert. Die Salden liegen fürs Auslandgeschäft bei 52,9 Prozent. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind verhalten optimistisch. Sie liegen für das Inlandsgeschäft bei plus 11,5 Prozent, für das Auslandsgeschäft bei nur plus 7,6 Prozent. „Die gesunkene Stimmung ist auf die weiterhin schwelende Unsicherheit durch die Corona-Pandemie zurückzuführen. Auch die zwar per Saldo positiven Erwartungen betrachten wir mit Sorge. Hauptgrund bleibt die beeinträchtige Produktion durch den Materialmangel. Fast 97 Prozent der unterfränkischen Unternehmen können ihre Aufträge dadurch nicht abarbeiten. Das entwickelt sich zum Aufschwungskiller“, so Hunger. So sind 29 Prozent der Unternehmen sogar schwer beeinträchtigt. Nur knapp 27 Prozent erwarten noch im zweiten Halbjahr eine Entspannung, der Rest frühestens 2023 bzw. kann es noch gar nicht abschätzen.

Im Jahr 2022 dürfte die Produktion daher nur leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Im ersten Halbjahr wird der Produktionsanstieg noch durch die Omikron-Welle und den Materialmangel gebremst, erst im zweiten Halbjahr kommt eine größere Dynamik zustande. „Die Produktionspläne der unterfränkischen Unternehmen sind weiterhin aufwärts gerichtet. So wollen knapp 33 Prozent im ersten Halbjahr mehr produzieren. Die Produktion wird dann zum Jahresende 2022 den Corona-Einbruch überwunden haben. Sie wird aber bayernweit immer noch um rund fünf Prozent unter dem Vor-Rezessionsniveau des Jahres 2018 liegen. Wir sind also noch ein gutes Stück vom Normalzustand entfernt“, erklärt Hunger.

Bei den Investitionsplänen sind die unterfränkischen M+E Unternehmen zurückhaltender als bei den Produktionsplänen: Rund 30 Prozent will die Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. „Davon entfallen nur knapp 20 Prozent auf Erweiterungen, aber über 30 Prozent auf Ersatzinvestitionen. Das ist nicht das starke Signal, das wir uns für die Zukunft unseres Standorts wünschen“, findet Hunger und ergänzt: „Wir müssen unseren Unternehmen mehr Luft für Investitionen geben. Das ist zwingend notwendig für einen dauerhaften Aufschwung und die Bewältigung der Transformation.“

Die Beschäftigungspläne der unterfränkischen M+E Unternehmen sind expansiv und haben sich gegenüber der Sommerumfrage leicht verbessert. „Fast jedes zweite Unternehmen plant einen Beschäftigungsaufbau, nur ein knappes Prozent plant einen Abbau. Wir betrachten aber mit Sorge, ob die positiven Beschäftigungspläne umgesetzt werden können. Denn der Mangel an Arbeitskräften und der qualifikatorische Mismatch werden zunehmend zum weiteren Engpassfaktor. Im Jahresverlauf wird die M+E Beschäftigung in Unterfranken um rund 500 Stellen zunehmen. Damit werden zum Ende des Jahres in der unterfränkischen M+E Industrie gut 90.000 Personen beschäftigt sein. Das sind gut 3.000 weniger als zum Höchststand im Jahr 2019“, so Hunger.

Link zur Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage

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