Würzburger Weichenstellung

IHK: Chance für wirtschaftsverträglichen und nachhaltigen Mobilitätswandel jetzt nutzen

Der Würzburger Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung die Weichen für eine nachhaltige und wirtschaftsverträgliche Stadt- und Verkehrsentwicklung in Würzburg gelegt. Alle regionalen Wirtschaftsvertreter erkennen die Bedeutung der Entscheidung an, fordern aber zugleich eine Konkretisierung sowie Nachbesserungen an einigen Stellen.

Mit dem Beschluss, den Antrag „Besser leben im Bischofshut“ inklusive Ergänzungen weiter zu verfolgen, hat der Würzburger Stadtrat die seit mehreren Jahren laufende Diskussion zur verkehrlichen Entlastung der Würzburger Innenstadt konzeptionell neu aufgegriffen und verfolgt den richtigen Gedanken, hin zu einer zukunftsfähigen Ausgestaltung des Mobilitätswandels weiter – so die Einschätzung der regionalen Wirtschaftsvertreter um Hotel- und Gaststättenverband, Handelsverband, Handwerkskammer für Unterfranken, Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, Stadtmarketingverein „Würzburg macht Spaß“ sowie vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Konkret nennt der Beschluss eine Vielzahl an Maßnahmen, so etwa die straßenzugsweise Streichung von Oberflächenparkplätzen nach Schaffung neuer Parkhäuser, den Aufbau eines innerstädtischen Park-&Ride-Systems, den Ausbau des ÖPNV-Angebots oder die Begrünung und Aufwertung innerstädtischer Flächen und Plätze.

Es sei positiv, dass die Stadt die Erreichbarkeit zentraler Lagen bei gleichzeitiger Steigerung der innerstädtischen Attraktivität konzeptionell aufgreife. Innenstädte – und insbesondere die Regiopole Würzburg – seien auch künftig von einer funktionsfähigen Infrastruktur abhängig, so die Wirtschaftsvertreter einheitlich. Die Weiterverfolgung sei ein richtiger Schritt dahingehend, die Stadt- und Verkehrsentwicklung inklusive städtischer Aufenthaltsqualität endlich auf die richtigen Füße zu stellen. 

Ein nachhaltiges und ganzheitliches Mobilitätskonzept müsse aber zugleich die gesamte Region Mainfranken im Blick haben und dürfe die bestehenden Verkehrsträger, von denen Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren, nicht vernachlässigen: „Mobilität in all ihren Facetten ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen vor Ort.“, erklärt Dr. Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Umso mehr freut es mich, dass die Stadt das Thema nun endlich anpacken möchte, bei aller Kritik am vorliegenden Maßnahmenkatalog. Zugleich ist es aber wichtig, dass die Interessensvertreter der gesamten Wirtschaft der Region mit ihren über 12.000 Gewerbetreibenden im Stadtgebiet nun endlich die Chance bekommen, ihren Beitrag zur Stadt- und Regionalentwicklung zu liefern.“, so Dr. Genders weiter.

Gemeinsame Stellungnahme nennt zentrale Fragen

Bereits Anfang November hatten die unterfränkischen Bezirksvertretungen des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. und des Handelsverbands Bayern e.V., die Handwerkskammer für Unterfranken, die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, der Stadtmarketingverein „Würzburg macht Spaß“ e.V. sowie die Bezirksgruppe Unterfranken der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. eine gemeinsame Stellungnahme zur Verkehrsentwicklung im Würzburger Bischofshut an die Würzburger Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden übersendet. Hierin finden sich über die Bereitschaft zur Mitgestaltung in wesentlichen Fragen der Stadtentwicklung hinaus auch vier zentrale Fragestellungen, die es aus Sicht der Wirtschaft zu beantworten gelte, um die Stadt zukunftsfähig aufzustellen. Diese konzentrieren sich auf die Reihenfolge der Maßnahmen, die Ausarbeitung und Konkretisierung des Konzepts, die Einbeziehung der Region und der Wirtschaft.

Maßnahmenschritte, Überregionalität und Konzeptgedanke

„Wichtig ist bei der Umsetzung der im Stadtratsbeschluss erwähnten Maßnahmen vor allem die richtige Reihenfolge“, betont Dr. Genders. So dürften Stellplätze in der Innenstadt erst dann gestrichen werden, wenn alternative Parkmöglichkeiten mit adäquater ÖPNV-Anbindung verfügbar sind. Zugleich sei es wichtig, immer Kurzzeitparkplätze für Kunden, etwa beim Check-in in Hotels oder Gastronomie, oder Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen ohne Behindertenausweis auch langfristig auszuweisen. Auch brauche es Lösungen für die innerstädtischen Liefer- und Handwerkerverkehre. „Positiv erachten wir den Gedanken eines Gesamtkonzeptes, nur gehört zu einem Konzept mehr, als die im Beschluss genannten Maßnahmen“, betont Dr. Genders.

Die konzeptionelle Herangehensweise müsse daher noch weiter gefasst werden. So fehle etwa eine Ist- und Bedarfsanalyse, die für integrierte Mobilitäts- und Verkehrskonzepte unabdingbar sei. Nur so könne es gelingen, attraktive ÖPNV-Angebote zu schaffen, die von Besuchern und Pendlern aus dem Umland auch gut angenommen werden. Auch die Frage der Finanzierung könne an sich erst dann geklärt werden, wenn das Gesamtpaket in sich vollständig stimmig sei. Drittens komme es laut Unterzeichner der Stellungnahme darauf an, der funktionalen Verflechtung in der gesamten Regiopolregion Rechnung zu tragen. Diese müsse konzeptionell in den Überlegungen miterfasst werden, etwa bei der Neugestaltung des ÖPNV oder dem Aufbau eines regionalen Park-&-Ride-Angebots. Die Belange der lokalen Wirtschaft als Teil der Stadtgesellschaft in die konzeptionellen Überlegungen frühzeitig mit einzubeziehen, sollte zukünftig eine Selbstverständlichkeit sein.

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Würzburger Weichenstellung

IHK: Chance für wirtschaftsverträglichen und nachhaltigen Mobilitätswandel jetzt nutzen

Der Würzburger Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung die Weichen für eine nachhaltige und wirtschaftsverträgliche Stadt- und Verkehrsentwicklung in Würzburg gelegt. Alle regionalen Wirtschaftsvertreter erkennen die Bedeutung der Entscheidung an, fordern aber zugleich eine Konkretisierung sowie Nachbesserungen an einigen Stellen.

Mit dem Beschluss, den Antrag „Besser leben im Bischofshut“ inklusive Ergänzungen weiter zu verfolgen, hat der Würzburger Stadtrat die seit mehreren Jahren laufende Diskussion zur verkehrlichen Entlastung der Würzburger Innenstadt konzeptionell neu aufgegriffen und verfolgt den richtigen Gedanken, hin zu einer zukunftsfähigen Ausgestaltung des Mobilitätswandels weiter – so die Einschätzung der regionalen Wirtschaftsvertreter um Hotel- und Gaststättenverband, Handelsverband, Handwerkskammer für Unterfranken, Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, Stadtmarketingverein „Würzburg macht Spaß“ sowie vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Konkret nennt der Beschluss eine Vielzahl an Maßnahmen, so etwa die straßenzugsweise Streichung von Oberflächenparkplätzen nach Schaffung neuer Parkhäuser, den Aufbau eines innerstädtischen Park-&Ride-Systems, den Ausbau des ÖPNV-Angebots oder die Begrünung und Aufwertung innerstädtischer Flächen und Plätze.

Es sei positiv, dass die Stadt die Erreichbarkeit zentraler Lagen bei gleichzeitiger Steigerung der innerstädtischen Attraktivität konzeptionell aufgreife. Innenstädte – und insbesondere die Regiopole Würzburg – seien auch künftig von einer funktionsfähigen Infrastruktur abhängig, so die Wirtschaftsvertreter einheitlich. Die Weiterverfolgung sei ein richtiger Schritt dahingehend, die Stadt- und Verkehrsentwicklung inklusive städtischer Aufenthaltsqualität endlich auf die richtigen Füße zu stellen. 

Ein nachhaltiges und ganzheitliches Mobilitätskonzept müsse aber zugleich die gesamte Region Mainfranken im Blick haben und dürfe die bestehenden Verkehrsträger, von denen Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren, nicht vernachlässigen: „Mobilität in all ihren Facetten ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen vor Ort.“, erklärt Dr. Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Umso mehr freut es mich, dass die Stadt das Thema nun endlich anpacken möchte, bei aller Kritik am vorliegenden Maßnahmenkatalog. Zugleich ist es aber wichtig, dass die Interessensvertreter der gesamten Wirtschaft der Region mit ihren über 12.000 Gewerbetreibenden im Stadtgebiet nun endlich die Chance bekommen, ihren Beitrag zur Stadt- und Regionalentwicklung zu liefern.“, so Dr. Genders weiter.

Gemeinsame Stellungnahme nennt zentrale Fragen

Bereits Anfang November hatten die unterfränkischen Bezirksvertretungen des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. und des Handelsverbands Bayern e.V., die Handwerkskammer für Unterfranken, die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, der Stadtmarketingverein „Würzburg macht Spaß“ e.V. sowie die Bezirksgruppe Unterfranken der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. eine gemeinsame Stellungnahme zur Verkehrsentwicklung im Würzburger Bischofshut an die Würzburger Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden übersendet. Hierin finden sich über die Bereitschaft zur Mitgestaltung in wesentlichen Fragen der Stadtentwicklung hinaus auch vier zentrale Fragestellungen, die es aus Sicht der Wirtschaft zu beantworten gelte, um die Stadt zukunftsfähig aufzustellen. Diese konzentrieren sich auf die Reihenfolge der Maßnahmen, die Ausarbeitung und Konkretisierung des Konzepts, die Einbeziehung der Region und der Wirtschaft.

Maßnahmenschritte, Überregionalität und Konzeptgedanke

„Wichtig ist bei der Umsetzung der im Stadtratsbeschluss erwähnten Maßnahmen vor allem die richtige Reihenfolge“, betont Dr. Genders. So dürften Stellplätze in der Innenstadt erst dann gestrichen werden, wenn alternative Parkmöglichkeiten mit adäquater ÖPNV-Anbindung verfügbar sind. Zugleich sei es wichtig, immer Kurzzeitparkplätze für Kunden, etwa beim Check-in in Hotels oder Gastronomie, oder Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen ohne Behindertenausweis auch langfristig auszuweisen. Auch brauche es Lösungen für die innerstädtischen Liefer- und Handwerkerverkehre. „Positiv erachten wir den Gedanken eines Gesamtkonzeptes, nur gehört zu einem Konzept mehr, als die im Beschluss genannten Maßnahmen“, betont Dr. Genders.

Die konzeptionelle Herangehensweise müsse daher noch weiter gefasst werden. So fehle etwa eine Ist- und Bedarfsanalyse, die für integrierte Mobilitäts- und Verkehrskonzepte unabdingbar sei. Nur so könne es gelingen, attraktive ÖPNV-Angebote zu schaffen, die von Besuchern und Pendlern aus dem Umland auch gut angenommen werden. Auch die Frage der Finanzierung könne an sich erst dann geklärt werden, wenn das Gesamtpaket in sich vollständig stimmig sei. Drittens komme es laut Unterzeichner der Stellungnahme darauf an, der funktionalen Verflechtung in der gesamten Regiopolregion Rechnung zu tragen. Diese müsse konzeptionell in den Überlegungen miterfasst werden, etwa bei der Neugestaltung des ÖPNV oder dem Aufbau eines regionalen Park-&-Ride-Angebots. Die Belange der lokalen Wirtschaft als Teil der Stadtgesellschaft in die konzeptionellen Überlegungen frühzeitig mit einzubeziehen, sollte zukünftig eine Selbstverständlichkeit sein.

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