EU-Mittelstandsstrategie

IHK: Trotz guter Ansätze kein Durchbruch

Zentrale Punkte der Kommissions-Vorschläge stehen in der Kritik. Vor allem bei der Mittelstandsfinanzierungen sehen die IHKs Handlungsbedarf.

Die neue Mittelstandsstrategie der EU-Kommission bietet gute Ansätze.Diese basieren unter anderem auch auf Empfehlungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Ein Durchbruch für den Mittelstand sei die Strategie allerdings nicht, wie Christian Enssner, Geschäftsführer der Enssner Zeitgeist Translations GmbH und Mainfrankens Vertreter im DIHK-Mittelstandsausschuss, erklärt. Vor allem in puncto Mittelstandsfinanzierung greife die Strategie zu kurz. Der DIHK hat nun ein Ideenpapier für die EU-Mittelstandspolitik vorgelegt.  

Bürokratiebremse geplant  

„Die geplanten Maßnahmen sind zwar vielfältig, aber gerade beim Bürokratieabbau wenig ambitioniert“, sagt Enssner. Wichtig sei, dass der bislang nur halbherzig angewandte Mittelstands-Test konsequent für alle EU-Regelvorhaben angewandt werde. Hierbei handelt es sich um eine Prüfung, ob neue Rechtsvorgaben kleine und mittelständische Unternehmen überfordern. Einen solchen Praxisbezug will nach DIHK-Umfragen jedes zweite mittelständische Unternehmen. Derzeit bestehen gerade einmal 30 Prozent der neuen EU-Regeln den Mittelstands-Test. Die Strategie liefere leider nicht die Botschaft, diesen Prozentsatz deutlich zu erhöhen, so Enssner. Hoffnungsvoll stimme hingegen, dass die Kommission für ihre Vorhaben eine Bürokratiebremse einbauen und damit einen DIHK-Vorschlag aufgreifen will: Für jede neue Regelung soll eine alte gestrichen werden. Die wegfallenden Regeln sollten in der Praxis zu spürbaren Entlastungen für den Mittelstand führen.   

Fester Ansprechpartner begrüßt

Aus Sicht der IHK ist zu begrüßen, dass die EU-Kommission einen festen Ansprechpartner für Mittelstandsbelange einrichten will. Auch das hatte der DIHK auf Empfehlung vieler Unternehmen vorgeschlagen. Der EU-Mittelstandsbeauftragte soll die entsprechenden Befugnisse für eine kohärente und ressortübergreifende Mittelstandspolitik erhalten. So würde EU-Politik für den Mittelstand auch sichtbarer werden.  

Gewachsene Mittelstands-Strukturen bedroht

Kritisch äußert sich Enssner hingegen zur Mittelstandsfinanzierung: „Hier springt die Kommission deutlich zu kurz. Die unter den Stichworten „Basel IV“ und „Sustainable Finance“ anstehenden Regulierungen könnten gewachsene und erfolgreiche Strukturen des Mittelstandes nachhaltig angreifen.“ Viele kleinere und mittelgroße Unternehmen könnten wegen der Komplexität  der Kreditvergabe künftig bei der Bankfinanzierung in Schwierigkeiten kommen. Der DIHK legt mit seinem Papier für eine zukunftsgewandte EU-Mittelstandspolitik eine ganze Reihe von Vorschlägen vor, wie die berechtigten Ziele von Nachhaltigkeit, Kapitalmarktunion und stabilen Finanzmärkten mit einer zukunftsfähigen Mittelstandsfinanzierung in Einklang gebracht werden können. So sollten laut DIHK kleine und mittelgroße Unternehmen bei ihren Finanzierungsgesuchen nicht die gleichen komplexen Angaben machen müssen, die für Großunternehmen erforderlich sind.  

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
EU-Mittelstandsstrategie

IHK: Trotz guter Ansätze kein Durchbruch

Zentrale Punkte der Kommissions-Vorschläge stehen in der Kritik. Vor allem bei der Mittelstandsfinanzierungen sehen die IHKs Handlungsbedarf.

Die neue Mittelstandsstrategie der EU-Kommission bietet gute Ansätze.Diese basieren unter anderem auch auf Empfehlungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Ein Durchbruch für den Mittelstand sei die Strategie allerdings nicht, wie Christian Enssner, Geschäftsführer der Enssner Zeitgeist Translations GmbH und Mainfrankens Vertreter im DIHK-Mittelstandsausschuss, erklärt. Vor allem in puncto Mittelstandsfinanzierung greife die Strategie zu kurz. Der DIHK hat nun ein Ideenpapier für die EU-Mittelstandspolitik vorgelegt.  

Bürokratiebremse geplant  

„Die geplanten Maßnahmen sind zwar vielfältig, aber gerade beim Bürokratieabbau wenig ambitioniert“, sagt Enssner. Wichtig sei, dass der bislang nur halbherzig angewandte Mittelstands-Test konsequent für alle EU-Regelvorhaben angewandt werde. Hierbei handelt es sich um eine Prüfung, ob neue Rechtsvorgaben kleine und mittelständische Unternehmen überfordern. Einen solchen Praxisbezug will nach DIHK-Umfragen jedes zweite mittelständische Unternehmen. Derzeit bestehen gerade einmal 30 Prozent der neuen EU-Regeln den Mittelstands-Test. Die Strategie liefere leider nicht die Botschaft, diesen Prozentsatz deutlich zu erhöhen, so Enssner. Hoffnungsvoll stimme hingegen, dass die Kommission für ihre Vorhaben eine Bürokratiebremse einbauen und damit einen DIHK-Vorschlag aufgreifen will: Für jede neue Regelung soll eine alte gestrichen werden. Die wegfallenden Regeln sollten in der Praxis zu spürbaren Entlastungen für den Mittelstand führen.   

Fester Ansprechpartner begrüßt

Aus Sicht der IHK ist zu begrüßen, dass die EU-Kommission einen festen Ansprechpartner für Mittelstandsbelange einrichten will. Auch das hatte der DIHK auf Empfehlung vieler Unternehmen vorgeschlagen. Der EU-Mittelstandsbeauftragte soll die entsprechenden Befugnisse für eine kohärente und ressortübergreifende Mittelstandspolitik erhalten. So würde EU-Politik für den Mittelstand auch sichtbarer werden.  

Gewachsene Mittelstands-Strukturen bedroht

Kritisch äußert sich Enssner hingegen zur Mittelstandsfinanzierung: „Hier springt die Kommission deutlich zu kurz. Die unter den Stichworten „Basel IV“ und „Sustainable Finance“ anstehenden Regulierungen könnten gewachsene und erfolgreiche Strukturen des Mittelstandes nachhaltig angreifen.“ Viele kleinere und mittelgroße Unternehmen könnten wegen der Komplexität  der Kreditvergabe künftig bei der Bankfinanzierung in Schwierigkeiten kommen. Der DIHK legt mit seinem Papier für eine zukunftsgewandte EU-Mittelstandspolitik eine ganze Reihe von Vorschlägen vor, wie die berechtigten Ziele von Nachhaltigkeit, Kapitalmarktunion und stabilen Finanzmärkten mit einer zukunftsfähigen Mittelstandsfinanzierung in Einklang gebracht werden können. So sollten laut DIHK kleine und mittelgroße Unternehmen bei ihren Finanzierungsgesuchen nicht die gleichen komplexen Angaben machen müssen, die für Großunternehmen erforderlich sind.  

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben