Sektkellerei Oppmann

Im Auftrag Ihrer „Majestät“

Foto Elmar Behringer

Seit 150 Jahren prickelt Sekt bei J. Oppmann.

Mit einer Festveranstaltung in der neuen Sektkellerei in Würzburg zelebrierte die Sektkellerei J. Oppmann ihr 150-jähriges Bestehen. Die älteste bestehende Sektkellerei Bayerns mit Vollsortiment kann auf eine traditionsreiche Vergangenheit als Königlich-Bayerischer Hoflieferant verweisen.

Gleichzeitig ist das Unternehmen auch nach 150 Jahren Geschichte für die modernen Zeiten bestens gerüstet. Dank einer komplett neuen Sektkellerei, die erst im Jubiläumsjahr vollständig bezogen wurde, schaut man im Unternehmen auch heute optimistisch in die Zukunft: als kleine, aber feine Sektkellerei für hochwertige Sekte – unter anderem auch als (Hof-)Lieferant für König Fußball, zum Beispiel für den FC Bayern München. Denn an den Grundprinzipien des Hauses J. Oppmann und an das hohe Qualitätsniveau aus der Zeit des Gründers wird bis heute festgehalten  – nicht zuletzt Dank des handwerklichen Könnens und modernster Kellertechnik.

Ausgerechnet im Bierland Bayern lag eines der frühen Zentren des deutschen Schaumweins. In den Gewölben des Hofkellers unter der Residenz in Würzburg wurde Wein zum ersten Mal in Franken zum Schäumen gebracht. Ein junger Mann namens Michael Oppmann, war dort im Jahr 1833 Hofbüttnereiverweser – also Kellermeister – geworden. Dieser Michael Oppmann hatte als Fünfzehnjähriger seine Lehrzeit in der Hofkellerei begonnen. Schon als Geselle reiste er aus eigenem Antrieb in die Champagne, um die Geheimnisse des moussierenden Weins zu ergründen.

Sektkellerei aus dem Bierland Bayern und Franken

Bereits Im Jahr 1850 konnte Michael Oppmann schließlich seine eigene Kellerei in Betrieb nehmen. Aufgrund seiner Qualitätsprodukte wurde er bald zum Hof-Schaumweinlieferanten ernannt. Die Kellerei wechselte mehrmals den Besitzer, der Name Oppmann blieb dem fränkischen Sekt allerdings erhalten.

Auch sein Neffe, Josef Oppmann, geboren am 17. Oktober 1843, entstammte ebenfalls einer alten Würzburger Winzerfamilie und wurde vom Fieber des Champagnermachens getrieben. Sein Vater Ludwig war Verwalter herrschaftlicher Weinberge im königlichen Dienst und Besitzer ansehnlicher Kellereien. Nach den Lehrjahren in den väterlichen Kellereien ging Josef Oppmann an die Marne um die „Kunst des Champagnermachens“ in den Kellern der Champagne zu erlernen. Was ihm wohl vorzüglich gelang, denn im Jahr 1865, gründete er mit seinem Wissen um die Herstellung „moussierenden Weins“ eine „Schaumweinfabrik“. Das anregende Getränk wird begeistert aufgenommen. Die Sektkellerei J. Oppmann war geboren.

Josef Oppmann und die Kunst des „Champagnermachens“

Er muss ein Mann von großer Tatkraft und hohem Können gewesen sein, denn als er sich selbständig machte, war er gerade 23 Jahre alt. In kurzer Zeit wird seine Kellerei zu einer der ersten Adressen in Deutschland: Sekt aus dem Hause J. Oppmann konnte bald internationale Erfolge verzeichnen. Im Wettstreit mit französischen Champagnermarken (damals war der Begriff Champagner noch nicht geschützt!) erhält „moussierender Wein“ von J. Oppmann schon vor der Jahrhundertwende Medaillen und Auszeichnungen bei den Weltausstellungen in Paris, Wien, Philadelphia, Sidney und Melbourne. Um 1880 erfolgt die Privilegierung zum Herzöglich Bayerischen Hoflieferanten. Als Josef im Jahr 1889 stirbt, ist das Haus J. Oppmann zu einer angesehenen Sektkellerei aufgestiegen. Wenig später wird das Unternehmen in eine AG umgewandelt.

Zerstörung und Wiederaufbau

Der beharrliche Aufstieg des Unternehmens wurde am 16. März 1945 jäh unterbrochen. In der verheerenden Würzburger Bombennacht wurden die Hauptgebäude der Kellerei komplett zerstört. Da die für die Sektproduktion wichtigen unterirdischen Anlagen unversehrt blieben, die Keller dienten im Krieg der Bevölkerung als Schutzräume, wird die Produktion bereits im Jahr 1947 wieder aufgenommen und das Firmengebäude im alten Stil wiedererrichtet. Somit blieb das Unternehmen fast 150 Jahre lang am gleichen Standort.

Prickelnder Neuanfang  

„Wer auf Traditionen setzt, muss auch für das Neue offen sein“, sagt Albert Friedrich, der seit 23 Jahren als Vorstand die Geschicke von Bayerns einziger Sektkellerei mit Vollsortiment leitet und den kompletten Neubau während des laufenden Geschäftsbetriebes stemmte. Mit den Jahren waren die Gebäude am bisherigen Standort in der Martin-Luther-Straße zu klein geworden, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter gestalteten sich mitunter schwierig.

Auf mehr als 3,2 Millionen Euro beliefen sich die Investitionen für den neuen Firmensitz im Würzburger Gewerbegebiet Ost, der nach neuesten Technik- und Umweltstandards geplant und gebaut wurde.

Investition in eine sichere Zukunft

Die neue Sektkellerei J. Oppmann entstand in 1 ½-jähriger Bauzeit. Mit dem Neubau schafft das Unternehmen in einem hart umkämpften Markt eine sichere Perspektive für die Zukunft.

„Wir haben die neue Sektkellerei ganz nach der Effizienz der Produktionswege geplant, was eine große Herausforderung auch an unseren Kellermeister war“, erklärt Vorstand Albert Friedrich. War in den Betriebsräumen an der Martin-Luther-Straße noch auf drei Ebenen produziert worden, spielt sich das prickelnde Geschehen jetzt auf einer Etage ab. Auch das umständliche Rangieren der LKWs bei der An- und Ablieferung gehört nun auf dem großzügigen Firmengelände der Vergangenheit an.

Sekt aus bestem Haus

Die fränkische Sektkellerei zählt zwar zu den kleineren Herstellern in Deutschland aber Traditionsbewusstsein und Leidenschaft für hochwertige Sekte prägen auch im neuen Ambiente die Philosophie des Unternehmens. Den Wahlspruch von Josef Oppmann „Sekt aus bestem Haus“ nimmt man auch weiterhin wörtlich.

Dass das hohe Qualitätsniveau aus der Zeit des Gründers bis heute gehalten werden konnte, liegt neben handwerklichem Können und moderner Kellertechnik an den Grundprinzipien des Hauses J. Oppmann. So bezieht Vorstand Albert Friedrich die „Grundweine“ für seine Sektspezialitäten direkt vom Winzer, alle Weine werden vor Ort im Weingut von Vorstand und Kellermeister verkostet und persönlich ausgewählt.

J. Oppmann setzt auf Kunden, die hohe Qualität schätzen. Mit 14 Sekten und aromatisierten Cocktails wie Cassisco, Hugo und Sprizz orientiert sich das Unternehmen an den Vorlieben der Kunden. Mit diesem Angebot ist J. Oppmann die einzige verbliebene bayerische Sektkellerei mit Vollsortiment.

Die Geschichte des Sekts in Deutschland

Die Geschichte des Sekts in Deutschland ist eng verbunden mit der Champagne, der Wiege des Schaumweins. Viele Deutsche haben ihr Know-how in den Kellern von Reims erworben.

Einer von ihnen war Georg Christian Kessler aus Heilbronn. Im Alter von 20 Jahren findet der Frankreich-Fan und gelernter Kaufmann Arbeit beim Champagnerhaus Veuve Clicquot Ponsardin – im Jahr 1807.

Kessler macht Karriere: Nur drei Jahre später erhält er Prokura und leitet das Exportgeschäft in schwierigen Zeiten der Kontinentalsperre gegen Napoleon. 1823 kehrt Kessler nach Württemberg zurück und erwirbt ein Gut samt einigen Hektar Rebflächen. Kessler experimentiert mit der Versektung von heimischen Weinen, zunächst nebenbei, weil er mit seinem Schwager in Esslingen ein Textilunternehmen gegründet hatte. Aber die Leidenschaft ist stärker: Am 1. Juli 1826 wird die „Kessler´sche Champagnerfabrik“ in Esslingen gegründet. Das Unternehmen ist somit die erste Sektkellerei Deutschlands.

Woher kommt der Begriff „Sekt“?

Wie der „Sekt“ zum Sekt wurde ist  im Grunde ein Missverständnis.

Der Schauspieler Ludwig Devrient pflegte 1825 in den Berliner Weinstuben Lutter & Wegener zu verkehren, wo er regelmäßig Champagner trank.

Mit den Worten  „Gib mir Sekt, Schurke! Ist keine Tugend mehr auf Erden?“ aus William Shakespeares König Heinrich der Vierte betrat er auf bühnenreife Weise die Weinstube und bekam natürlich wie immer seinen geliebten Schaumwein serviert.

Man fand das lustig und plapperte es nach – ohne freilich zu wissen, dass der trinkfreudige Ritter eigentlich Sherry gemeint hatte, der auf Englisch „sack“ hieß und von den Übersetzern Schlegel und Tieck als „Sekt“ eingedeutscht worden war. So wurde das Wort „Sekt“ in Deutschland zum geflügelten Begriff für Schaumwein.

Sekt in Deutschland

Sekt kann in Deutschland auf eine Erfolgsstory sondergleichen zurückblicken. Sein Geheimnis ist das Flair, das ihn umgibt. Sekt ist etwas Besonderes, er schafft eine gelöste und ausgelassene Stimmung, die den Sektgenießer aus dem Alltag heraushebt. Sekt ist ein Synonym für Lebensfreude. Kein Geburtstag, keine Hochzeit, kein Ball, keine Preisverleihung, bei der das spritzige Getränk den festlichen, den besonderen, den privaten Rahmen nicht unterstreicht.

Sekt ist vielseitig: Rebsortensekte, Jahrgangssekte, rote, weiße und rosé Sekte in sehr vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Wen wundert es da, dass in Deutschland mit rund 400 Millionen Flaschen jährlich nicht nur weltweit der meiste Sekt getrunken, sondern auch ein Viertel der Weltproduktion verkauft wird.

Er schäumt und prickelt und macht herrlich Spaß: Kein Wunder, dass Sekt viel mehr ist als ein Getränk. Er ist ein Elixier der Lebensfreude und des Genusses, manchmal sogar ein „frivoles Luxuswesen“. Dafür lohnt die Mühe seiner Bereitung, das Finden der Cuvée,  die monatelange Arbeit in der Kellerei. Denn, dass man dem Geheimnis der zweiten Gärung auf die Spur gekommen ist, kann kein Zufall sein. Schaumwein ist veredelter Wein, ist veredelter Genuss.

Wie aus Wein Sekt wird – das kleine Einmaleins der Herstellung

Durch Vergärung wird Most zu Wein. Um aus diesem Wein Sekt zu bereiten, muss eine zweite Gärung folgen.

Dies geschieht wie folgt:

Nach Zugabe von in Wein gelöstem Zucker und Reinzuchthefe, der Fachmann spricht hier von der Tiragefüllung, werden die zur Cuvée vermählten Weine in Flaschen bzw. drucksicheren Fässern zur zweiten Gärung gebracht. Bei der zweiten Gärung spaltet die Hefe den mit der Fülldosage zugegebenen Zucker in Alkohol und Kohlensäure zu gleichen Teilen auf.

Nach dem Reifeprozess wird die Hefe aus dem Sekt entfernt und die Versanddosage zugegeben, um dem Sekt die gewünschte Geschmacksrichtung zu verleihen.

Danach werden die Flaschen verkorkt und mit Agraffe und Kapsel versehen.

Dosage

Mit der Versanddosage wird der Süßegrad des nach der zweiten alkoholischen Gärung sehr trockenen Sektes bestimmt.

Bezeichnung:                                                                            Zuckergehalt:

naturherb (brut nature)                                                                   unter 3 g/l

extra herb (extra brut)                                                                    unter 6 g/l

herb (brut)                                                                                     unter 12 g/l

extra trocken (extra dry)                                                                  12 bis 17 g/l

trocken (dry, sec)                                                                            17 bis 32 g/l

halbtrocken (medium dry, demi sec)                                                  32 bis 50 g/l

mild (süß, doux)                                                                            mehr als 50 g/l

Toleranz: +/- 3 g/l

Auch Diabetiker müssen auf Sektgenuss nicht verzichten.

Für sie stehen entsprechend hergestellte und gekennzeichnete Sekte zur Verfügung.

Lagerung

Sekt ist bereits genussfertig, wenn er die Kellerei verlässt. Lagert man ihn jedoch, sollte dies stehend der Fall sein. Sekt sollte stets in kühlen, dunklen Räumen aufbewahrt werden; die direkte Einwirkung der Sonne schadet ihm.

Trinktemperatur

  • Weißer Sekt sollte bei 5 - 7° C, Rosé bei 6 - 8° C und roter Sekt bei 9 - 11° getrunken werden.
  • Wird Sekt zu stark gekühlt, kann sich das Bukett nicht richtig entfalten.
  • Normale Kühlschranktemperatur ist unbedenklich.

Zum wirklichen Sektgenuss gehört ein Sektkühler. Diesen füllt man mit Eis und Wasser. Zum schnelleren Herunterkühlen kann man auch etwas Salz dazugeben.

www.oppmann.de

BU: IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Ralf Jahn (rechts) gratulierte zusammen mit Würzburgs Bürgermeister Dr. Adolf Bauer (2. v. rechts) im 150. Jahr des Bestehens der Sektkellerei und übergab die IHK-Ehrenurkunde zum Jubiläum an (v. l.)  Dr. Wolfgang Kunz (Aufsichtsrat), Reinhard Meier (Aufsichtsratsvorsitzender),  Albert Friedrich (Vorstandsvorsitzender) und Christian Meier (Verkaufsdirektor).     Foto Elmar Behringer

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Im Auftrag Ihrer „Majestät“

Foto Elmar Behringer

Seit 150 Jahren prickelt Sekt bei J. Oppmann.

Mit einer Festveranstaltung in der neuen Sektkellerei in Würzburg zelebrierte die Sektkellerei J. Oppmann ihr 150-jähriges Bestehen. Die älteste bestehende Sektkellerei Bayerns mit Vollsortiment kann auf eine traditionsreiche Vergangenheit als Königlich-Bayerischer Hoflieferant verweisen.

Gleichzeitig ist das Unternehmen auch nach 150 Jahren Geschichte für die modernen Zeiten bestens gerüstet. Dank einer komplett neuen Sektkellerei, die erst im Jubiläumsjahr vollständig bezogen wurde, schaut man im Unternehmen auch heute optimistisch in die Zukunft: als kleine, aber feine Sektkellerei für hochwertige Sekte – unter anderem auch als (Hof-)Lieferant für König Fußball, zum Beispiel für den FC Bayern München. Denn an den Grundprinzipien des Hauses J. Oppmann und an das hohe Qualitätsniveau aus der Zeit des Gründers wird bis heute festgehalten  – nicht zuletzt Dank des handwerklichen Könnens und modernster Kellertechnik.

Ausgerechnet im Bierland Bayern lag eines der frühen Zentren des deutschen Schaumweins. In den Gewölben des Hofkellers unter der Residenz in Würzburg wurde Wein zum ersten Mal in Franken zum Schäumen gebracht. Ein junger Mann namens Michael Oppmann, war dort im Jahr 1833 Hofbüttnereiverweser – also Kellermeister – geworden. Dieser Michael Oppmann hatte als Fünfzehnjähriger seine Lehrzeit in der Hofkellerei begonnen. Schon als Geselle reiste er aus eigenem Antrieb in die Champagne, um die Geheimnisse des moussierenden Weins zu ergründen.

Sektkellerei aus dem Bierland Bayern und Franken

Bereits Im Jahr 1850 konnte Michael Oppmann schließlich seine eigene Kellerei in Betrieb nehmen. Aufgrund seiner Qualitätsprodukte wurde er bald zum Hof-Schaumweinlieferanten ernannt. Die Kellerei wechselte mehrmals den Besitzer, der Name Oppmann blieb dem fränkischen Sekt allerdings erhalten.

Auch sein Neffe, Josef Oppmann, geboren am 17. Oktober 1843, entstammte ebenfalls einer alten Würzburger Winzerfamilie und wurde vom Fieber des Champagnermachens getrieben. Sein Vater Ludwig war Verwalter herrschaftlicher Weinberge im königlichen Dienst und Besitzer ansehnlicher Kellereien. Nach den Lehrjahren in den väterlichen Kellereien ging Josef Oppmann an die Marne um die „Kunst des Champagnermachens“ in den Kellern der Champagne zu erlernen. Was ihm wohl vorzüglich gelang, denn im Jahr 1865, gründete er mit seinem Wissen um die Herstellung „moussierenden Weins“ eine „Schaumweinfabrik“. Das anregende Getränk wird begeistert aufgenommen. Die Sektkellerei J. Oppmann war geboren.

Josef Oppmann und die Kunst des „Champagnermachens“

Er muss ein Mann von großer Tatkraft und hohem Können gewesen sein, denn als er sich selbständig machte, war er gerade 23 Jahre alt. In kurzer Zeit wird seine Kellerei zu einer der ersten Adressen in Deutschland: Sekt aus dem Hause J. Oppmann konnte bald internationale Erfolge verzeichnen. Im Wettstreit mit französischen Champagnermarken (damals war der Begriff Champagner noch nicht geschützt!) erhält „moussierender Wein“ von J. Oppmann schon vor der Jahrhundertwende Medaillen und Auszeichnungen bei den Weltausstellungen in Paris, Wien, Philadelphia, Sidney und Melbourne. Um 1880 erfolgt die Privilegierung zum Herzöglich Bayerischen Hoflieferanten. Als Josef im Jahr 1889 stirbt, ist das Haus J. Oppmann zu einer angesehenen Sektkellerei aufgestiegen. Wenig später wird das Unternehmen in eine AG umgewandelt.

Zerstörung und Wiederaufbau

Der beharrliche Aufstieg des Unternehmens wurde am 16. März 1945 jäh unterbrochen. In der verheerenden Würzburger Bombennacht wurden die Hauptgebäude der Kellerei komplett zerstört. Da die für die Sektproduktion wichtigen unterirdischen Anlagen unversehrt blieben, die Keller dienten im Krieg der Bevölkerung als Schutzräume, wird die Produktion bereits im Jahr 1947 wieder aufgenommen und das Firmengebäude im alten Stil wiedererrichtet. Somit blieb das Unternehmen fast 150 Jahre lang am gleichen Standort.

Prickelnder Neuanfang  

„Wer auf Traditionen setzt, muss auch für das Neue offen sein“, sagt Albert Friedrich, der seit 23 Jahren als Vorstand die Geschicke von Bayerns einziger Sektkellerei mit Vollsortiment leitet und den kompletten Neubau während des laufenden Geschäftsbetriebes stemmte. Mit den Jahren waren die Gebäude am bisherigen Standort in der Martin-Luther-Straße zu klein geworden, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter gestalteten sich mitunter schwierig.

Auf mehr als 3,2 Millionen Euro beliefen sich die Investitionen für den neuen Firmensitz im Würzburger Gewerbegebiet Ost, der nach neuesten Technik- und Umweltstandards geplant und gebaut wurde.

Investition in eine sichere Zukunft

Die neue Sektkellerei J. Oppmann entstand in 1 ½-jähriger Bauzeit. Mit dem Neubau schafft das Unternehmen in einem hart umkämpften Markt eine sichere Perspektive für die Zukunft.

„Wir haben die neue Sektkellerei ganz nach der Effizienz der Produktionswege geplant, was eine große Herausforderung auch an unseren Kellermeister war“, erklärt Vorstand Albert Friedrich. War in den Betriebsräumen an der Martin-Luther-Straße noch auf drei Ebenen produziert worden, spielt sich das prickelnde Geschehen jetzt auf einer Etage ab. Auch das umständliche Rangieren der LKWs bei der An- und Ablieferung gehört nun auf dem großzügigen Firmengelände der Vergangenheit an.

Sekt aus bestem Haus

Die fränkische Sektkellerei zählt zwar zu den kleineren Herstellern in Deutschland aber Traditionsbewusstsein und Leidenschaft für hochwertige Sekte prägen auch im neuen Ambiente die Philosophie des Unternehmens. Den Wahlspruch von Josef Oppmann „Sekt aus bestem Haus“ nimmt man auch weiterhin wörtlich.

Dass das hohe Qualitätsniveau aus der Zeit des Gründers bis heute gehalten werden konnte, liegt neben handwerklichem Können und moderner Kellertechnik an den Grundprinzipien des Hauses J. Oppmann. So bezieht Vorstand Albert Friedrich die „Grundweine“ für seine Sektspezialitäten direkt vom Winzer, alle Weine werden vor Ort im Weingut von Vorstand und Kellermeister verkostet und persönlich ausgewählt.

J. Oppmann setzt auf Kunden, die hohe Qualität schätzen. Mit 14 Sekten und aromatisierten Cocktails wie Cassisco, Hugo und Sprizz orientiert sich das Unternehmen an den Vorlieben der Kunden. Mit diesem Angebot ist J. Oppmann die einzige verbliebene bayerische Sektkellerei mit Vollsortiment.

Die Geschichte des Sekts in Deutschland

Die Geschichte des Sekts in Deutschland ist eng verbunden mit der Champagne, der Wiege des Schaumweins. Viele Deutsche haben ihr Know-how in den Kellern von Reims erworben.

Einer von ihnen war Georg Christian Kessler aus Heilbronn. Im Alter von 20 Jahren findet der Frankreich-Fan und gelernter Kaufmann Arbeit beim Champagnerhaus Veuve Clicquot Ponsardin – im Jahr 1807.

Kessler macht Karriere: Nur drei Jahre später erhält er Prokura und leitet das Exportgeschäft in schwierigen Zeiten der Kontinentalsperre gegen Napoleon. 1823 kehrt Kessler nach Württemberg zurück und erwirbt ein Gut samt einigen Hektar Rebflächen. Kessler experimentiert mit der Versektung von heimischen Weinen, zunächst nebenbei, weil er mit seinem Schwager in Esslingen ein Textilunternehmen gegründet hatte. Aber die Leidenschaft ist stärker: Am 1. Juli 1826 wird die „Kessler´sche Champagnerfabrik“ in Esslingen gegründet. Das Unternehmen ist somit die erste Sektkellerei Deutschlands.

Woher kommt der Begriff „Sekt“?

Wie der „Sekt“ zum Sekt wurde ist  im Grunde ein Missverständnis.

Der Schauspieler Ludwig Devrient pflegte 1825 in den Berliner Weinstuben Lutter & Wegener zu verkehren, wo er regelmäßig Champagner trank.

Mit den Worten  „Gib mir Sekt, Schurke! Ist keine Tugend mehr auf Erden?“ aus William Shakespeares König Heinrich der Vierte betrat er auf bühnenreife Weise die Weinstube und bekam natürlich wie immer seinen geliebten Schaumwein serviert.

Man fand das lustig und plapperte es nach – ohne freilich zu wissen, dass der trinkfreudige Ritter eigentlich Sherry gemeint hatte, der auf Englisch „sack“ hieß und von den Übersetzern Schlegel und Tieck als „Sekt“ eingedeutscht worden war. So wurde das Wort „Sekt“ in Deutschland zum geflügelten Begriff für Schaumwein.

Sekt in Deutschland

Sekt kann in Deutschland auf eine Erfolgsstory sondergleichen zurückblicken. Sein Geheimnis ist das Flair, das ihn umgibt. Sekt ist etwas Besonderes, er schafft eine gelöste und ausgelassene Stimmung, die den Sektgenießer aus dem Alltag heraushebt. Sekt ist ein Synonym für Lebensfreude. Kein Geburtstag, keine Hochzeit, kein Ball, keine Preisverleihung, bei der das spritzige Getränk den festlichen, den besonderen, den privaten Rahmen nicht unterstreicht.

Sekt ist vielseitig: Rebsortensekte, Jahrgangssekte, rote, weiße und rosé Sekte in sehr vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Wen wundert es da, dass in Deutschland mit rund 400 Millionen Flaschen jährlich nicht nur weltweit der meiste Sekt getrunken, sondern auch ein Viertel der Weltproduktion verkauft wird.

Er schäumt und prickelt und macht herrlich Spaß: Kein Wunder, dass Sekt viel mehr ist als ein Getränk. Er ist ein Elixier der Lebensfreude und des Genusses, manchmal sogar ein „frivoles Luxuswesen“. Dafür lohnt die Mühe seiner Bereitung, das Finden der Cuvée,  die monatelange Arbeit in der Kellerei. Denn, dass man dem Geheimnis der zweiten Gärung auf die Spur gekommen ist, kann kein Zufall sein. Schaumwein ist veredelter Wein, ist veredelter Genuss.

Wie aus Wein Sekt wird – das kleine Einmaleins der Herstellung

Durch Vergärung wird Most zu Wein. Um aus diesem Wein Sekt zu bereiten, muss eine zweite Gärung folgen.

Dies geschieht wie folgt:

Nach Zugabe von in Wein gelöstem Zucker und Reinzuchthefe, der Fachmann spricht hier von der Tiragefüllung, werden die zur Cuvée vermählten Weine in Flaschen bzw. drucksicheren Fässern zur zweiten Gärung gebracht. Bei der zweiten Gärung spaltet die Hefe den mit der Fülldosage zugegebenen Zucker in Alkohol und Kohlensäure zu gleichen Teilen auf.

Nach dem Reifeprozess wird die Hefe aus dem Sekt entfernt und die Versanddosage zugegeben, um dem Sekt die gewünschte Geschmacksrichtung zu verleihen.

Danach werden die Flaschen verkorkt und mit Agraffe und Kapsel versehen.

Dosage

Mit der Versanddosage wird der Süßegrad des nach der zweiten alkoholischen Gärung sehr trockenen Sektes bestimmt.

Bezeichnung:                                                                            Zuckergehalt:

naturherb (brut nature)                                                                   unter 3 g/l

extra herb (extra brut)                                                                    unter 6 g/l

herb (brut)                                                                                     unter 12 g/l

extra trocken (extra dry)                                                                  12 bis 17 g/l

trocken (dry, sec)                                                                            17 bis 32 g/l

halbtrocken (medium dry, demi sec)                                                  32 bis 50 g/l

mild (süß, doux)                                                                            mehr als 50 g/l

Toleranz: +/- 3 g/l

Auch Diabetiker müssen auf Sektgenuss nicht verzichten.

Für sie stehen entsprechend hergestellte und gekennzeichnete Sekte zur Verfügung.

Lagerung

Sekt ist bereits genussfertig, wenn er die Kellerei verlässt. Lagert man ihn jedoch, sollte dies stehend der Fall sein. Sekt sollte stets in kühlen, dunklen Räumen aufbewahrt werden; die direkte Einwirkung der Sonne schadet ihm.

Trinktemperatur

  • Weißer Sekt sollte bei 5 - 7° C, Rosé bei 6 - 8° C und roter Sekt bei 9 - 11° getrunken werden.
  • Wird Sekt zu stark gekühlt, kann sich das Bukett nicht richtig entfalten.
  • Normale Kühlschranktemperatur ist unbedenklich.

Zum wirklichen Sektgenuss gehört ein Sektkühler. Diesen füllt man mit Eis und Wasser. Zum schnelleren Herunterkühlen kann man auch etwas Salz dazugeben.

www.oppmann.de

BU: IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Ralf Jahn (rechts) gratulierte zusammen mit Würzburgs Bürgermeister Dr. Adolf Bauer (2. v. rechts) im 150. Jahr des Bestehens der Sektkellerei und übergab die IHK-Ehrenurkunde zum Jubiläum an (v. l.)  Dr. Wolfgang Kunz (Aufsichtsrat), Reinhard Meier (Aufsichtsratsvorsitzender),  Albert Friedrich (Vorstandsvorsitzender) und Christian Meier (Verkaufsdirektor).     Foto Elmar Behringer

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