Ausbildungsbilanz 2020

Im Handwerk blieben mehr Lehrstellen frei

Insgesamt 2.550 junge Menschen haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung im unterfränkischen Handwerk begonnen. Die Zahl neuer Lehrverträge ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 % zurückgegangen.
Die Pandemie, aber auch sinkende Schülerzahlen und der anhaltende Trend zu weiterführenden Schulen, sind Hauptgründe für dieses Ergebnis. Trotz Corona-Krise bleibt das Ausbildungsengagement der regionalen Handwerksbetriebe hoch. Für das neue Ausbildungsjahr melden die Unternehmen bereits knapp 1.700 freie Lehrstellen über die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Unterfranken.

Mehr als 2.500 Berufseinsteiger

Insgesamt 2.550 junge Menschen sind 2020 mit einer Ausbildung im unterfränkischen Handwerk ins Berufsleben gestartet. „Diese Jugendlichen haben sich für eine sichere Zukunftsperspektive entschieden, denn das vergangene Jahr hat deutlich gezeigt, dass Handwerkerinnen und Handwerker in vielfältigen Bereichen gebraucht werden und gefragte Fachkräfte sind“, sagt Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl neuer Lehrlinge im unterfränkischen Handwerk um 7,6 % gesunken.

Eingeschränkte Kontakte bremsen Berufsvorbereitung

„Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr zur Absage vieler Berufsorientierungsmaßnahmen und Veranstaltungen geführt. Durch die Schließung der Schulen war der Kontakt zu Schülern und Lehrern in den ersten Monaten stark eingeschränkt. Hinzu kommt bei vielen sicherlich auch eine gewisse Verunsicherung in der Frage, wie gerade in diesen Zeiten der Berufseinstieg gelingen kann“, analysiert der Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer. Neben der Corona-Pandemie haben aber auch weiterhin sinkende Schülerzahlen Einfluss auf das Jahresergebnis der Ausbildungszahlen. So verließen laut Schüler- und Absolventenprognose des Bayerischen Kultusministeriums im vergangenen Schuljahr knapp 8 % weniger junge Menschen die allgemeinbildenden Schulen in Unterfranken. „In Relation dazu hat sich die Zahl der neuen Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk stabil entwickelt“, so Ludwig Paul.

Breit angelegtes Bildungsniveau

2020 entschieden sich erneut mehr junge Menschen mit (Fach-) Hochschulreife für eine Ausbildung im Handwerk. Ihr Anteil an den neuen Lehrlingen beträgt 11 % (Vorjahr: 9,2 %). Der Anteil der neuen Auszubildenden mit Mittelschulabschluss ist mit 46,2 % leicht rückläufig (Vorjahr: 47,2 %), ebenso der derjenigen mit Realschul- oder mittlerem Abschluss (2020: 36,7 %; Vorjahr: 37,6 %). „Zum Handwerk zählen rund 130 verschiedene Ausbildungsberufe, die modern und zukunftsfähig sind. Mit dem Meisterbrief und weiteren Aufstiegsfortbildungen bietet es zudem interessante Karrieremöglichkeiten“, erläutert Ludwig Paul. 

2020 starteten außerdem weniger junge Menschen mit Fluchthintergrund eine Ausbildung im unterfränkischen Handwerk, da die Zahl der Asylbewerber weiter rückläufig ist. Insgesamt registrierte die Handwerkskammer für Unterfranken 134 neue Lehrverträge mit jungen Menschen aus den acht häufigsten Asylantragsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien). Im Vorjahr betrug ihre Zahl 209. Der Anteil neuer Lehrlinge mit Fluchthintergrund ist damit von 7,6 % im Jahr 2019 auf 5,3 % im vergangenen Jahr gesunken.

Ausbildungsengagement bleibt hoch

Trotz der derzeitigen Rahmenbedingungen bleibt das Ausbildungs-engagement der unterfränkischen Handwerksbetriebe hoch. „Die Betriebe setzen auf Ausbildung zur Fachkräftesicherung und das ist in dieser Krisenzeit ein wichtiges Signal in Richtung aller jungen Menschen, die vor dem Schulabschluss stehen oder eine neue berufliche Perspektive suchen“, betont der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken Walter Heußlein. Für das Jahr 2021 sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Unterfranken bereits knapp 1.700 freie Lehrstellen gemeldet. „Freie Ausbildungsplätze gibt es über alle Berufe hinweg sowie in allen Regionen und damit beste Chancen dieses Jahr mit einer Ausbildung im Handwerk durchzustarten“, so der Handwerkskammer-Präsident.

Digitale Berufsorientierung im Aufwind

Die Handwerkskammer für Unterfranken setzt auf digitale Kanäle, um Jugendliche, deren Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer auch in Zeiten strenger Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen umfassend über Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu informieren. Sie werden bei virtuellen Elternabenden, Webinaren, digitalen Messen oder über Videotutorials angesprochen. Auch Ausbildungsbetriebe erhalten Unterstützung bei der Digitalisierung von Bewerbersuche und Bewerbungsprozess. Das Angebot bildet 2021 eine wichtige Säule der Berufsorientierungs- bzw. Vermittlungsmaßnahmen der Handwerkskammer. „Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass diese Informationsangebote sehr gut angenommen werden, was uns zuversichtlich ins neue Ausbildungsjahr blicken lässt“, sagt Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul.

Regionale Entwicklung

Die Entwicklung der Ausbildungszahlen in den Regionen folgte 2020 dem unterfrankenweiten Trend: So verzeichnete die Region Würzburg ein Minus von 9 %, die Region Bayerischer Untermain ein Minus von 8,7 % und die Region Schweinfurt-Main-Rhön einen Rückgang um 5,1 % bei der Zahl neuer Lehrverträge.

Ausblick 2021 mit Zuversicht

Das Jahr 2021 und vor allem das für Berufswahl und -entscheidung wichtige Frühjahr werden noch stark von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geprägt sein. „Wir hoffen jedoch, dass mit den getroffenen Maßnahmen und durch das Engagement aller Akteure die Zahl der Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk in diesem Jahr stabil gehalten oder auch wieder leicht gesteigert werden kann“, so Handwerkskammer-Präsident Walter Heußlein. Mit digitalen Informationsangeboten hat die Handwerkskammer eine Alternative für die Berufsorientierung geschaffen und unterstützt in allen Fragen rund um Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche. „Das Handwerk bietet sichere und krisenfeste Berufe. Auch in der aktuellen Krisenzeit gibt es ein großes Angebot an Ausbildungsplätzen und damit zahlreiche Chancen, erfolgreich ins Berufsleben zu starten“, unterstreicht Walter Heußlein.

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Die Pandemie, aber auch sinkende Schülerzahlen und der anhaltende Trend zu weiterführenden Schulen, sind Hauptgründe für dieses Ergebnis. Trotz Corona-Krise bleibt das Ausbildungsengagement der regionalen Handwerksbetriebe hoch. Für das neue Ausbildungsjahr melden die Unternehmen bereits knapp 1.700 freie Lehrstellen über die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Unterfranken.

Mehr als 2.500 Berufseinsteiger

Insgesamt 2.550 junge Menschen sind 2020 mit einer Ausbildung im unterfränkischen Handwerk ins Berufsleben gestartet. „Diese Jugendlichen haben sich für eine sichere Zukunftsperspektive entschieden, denn das vergangene Jahr hat deutlich gezeigt, dass Handwerkerinnen und Handwerker in vielfältigen Bereichen gebraucht werden und gefragte Fachkräfte sind“, sagt Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl neuer Lehrlinge im unterfränkischen Handwerk um 7,6 % gesunken.

Eingeschränkte Kontakte bremsen Berufsvorbereitung

„Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr zur Absage vieler Berufsorientierungsmaßnahmen und Veranstaltungen geführt. Durch die Schließung der Schulen war der Kontakt zu Schülern und Lehrern in den ersten Monaten stark eingeschränkt. Hinzu kommt bei vielen sicherlich auch eine gewisse Verunsicherung in der Frage, wie gerade in diesen Zeiten der Berufseinstieg gelingen kann“, analysiert der Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer. Neben der Corona-Pandemie haben aber auch weiterhin sinkende Schülerzahlen Einfluss auf das Jahresergebnis der Ausbildungszahlen. So verließen laut Schüler- und Absolventenprognose des Bayerischen Kultusministeriums im vergangenen Schuljahr knapp 8 % weniger junge Menschen die allgemeinbildenden Schulen in Unterfranken. „In Relation dazu hat sich die Zahl der neuen Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk stabil entwickelt“, so Ludwig Paul.

Breit angelegtes Bildungsniveau

2020 entschieden sich erneut mehr junge Menschen mit (Fach-) Hochschulreife für eine Ausbildung im Handwerk. Ihr Anteil an den neuen Lehrlingen beträgt 11 % (Vorjahr: 9,2 %). Der Anteil der neuen Auszubildenden mit Mittelschulabschluss ist mit 46,2 % leicht rückläufig (Vorjahr: 47,2 %), ebenso der derjenigen mit Realschul- oder mittlerem Abschluss (2020: 36,7 %; Vorjahr: 37,6 %). „Zum Handwerk zählen rund 130 verschiedene Ausbildungsberufe, die modern und zukunftsfähig sind. Mit dem Meisterbrief und weiteren Aufstiegsfortbildungen bietet es zudem interessante Karrieremöglichkeiten“, erläutert Ludwig Paul. 

2020 starteten außerdem weniger junge Menschen mit Fluchthintergrund eine Ausbildung im unterfränkischen Handwerk, da die Zahl der Asylbewerber weiter rückläufig ist. Insgesamt registrierte die Handwerkskammer für Unterfranken 134 neue Lehrverträge mit jungen Menschen aus den acht häufigsten Asylantragsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien). Im Vorjahr betrug ihre Zahl 209. Der Anteil neuer Lehrlinge mit Fluchthintergrund ist damit von 7,6 % im Jahr 2019 auf 5,3 % im vergangenen Jahr gesunken.

Ausbildungsengagement bleibt hoch

Trotz der derzeitigen Rahmenbedingungen bleibt das Ausbildungs-engagement der unterfränkischen Handwerksbetriebe hoch. „Die Betriebe setzen auf Ausbildung zur Fachkräftesicherung und das ist in dieser Krisenzeit ein wichtiges Signal in Richtung aller jungen Menschen, die vor dem Schulabschluss stehen oder eine neue berufliche Perspektive suchen“, betont der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken Walter Heußlein. Für das Jahr 2021 sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Unterfranken bereits knapp 1.700 freie Lehrstellen gemeldet. „Freie Ausbildungsplätze gibt es über alle Berufe hinweg sowie in allen Regionen und damit beste Chancen dieses Jahr mit einer Ausbildung im Handwerk durchzustarten“, so der Handwerkskammer-Präsident.

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Die Handwerkskammer für Unterfranken setzt auf digitale Kanäle, um Jugendliche, deren Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer auch in Zeiten strenger Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen umfassend über Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu informieren. Sie werden bei virtuellen Elternabenden, Webinaren, digitalen Messen oder über Videotutorials angesprochen. Auch Ausbildungsbetriebe erhalten Unterstützung bei der Digitalisierung von Bewerbersuche und Bewerbungsprozess. Das Angebot bildet 2021 eine wichtige Säule der Berufsorientierungs- bzw. Vermittlungsmaßnahmen der Handwerkskammer. „Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass diese Informationsangebote sehr gut angenommen werden, was uns zuversichtlich ins neue Ausbildungsjahr blicken lässt“, sagt Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul.

Regionale Entwicklung

Die Entwicklung der Ausbildungszahlen in den Regionen folgte 2020 dem unterfrankenweiten Trend: So verzeichnete die Region Würzburg ein Minus von 9 %, die Region Bayerischer Untermain ein Minus von 8,7 % und die Region Schweinfurt-Main-Rhön einen Rückgang um 5,1 % bei der Zahl neuer Lehrverträge.

Ausblick 2021 mit Zuversicht

Das Jahr 2021 und vor allem das für Berufswahl und -entscheidung wichtige Frühjahr werden noch stark von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geprägt sein. „Wir hoffen jedoch, dass mit den getroffenen Maßnahmen und durch das Engagement aller Akteure die Zahl der Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk in diesem Jahr stabil gehalten oder auch wieder leicht gesteigert werden kann“, so Handwerkskammer-Präsident Walter Heußlein. Mit digitalen Informationsangeboten hat die Handwerkskammer eine Alternative für die Berufsorientierung geschaffen und unterstützt in allen Fragen rund um Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche. „Das Handwerk bietet sichere und krisenfeste Berufe. Auch in der aktuellen Krisenzeit gibt es ein großes Angebot an Ausbildungsplätzen und damit zahlreiche Chancen, erfolgreich ins Berufsleben zu starten“, unterstreicht Walter Heußlein.

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