IHK erhebt aktuelle Werte

Jeder zweite Unternehmer in Mainfranken ist älter als 50

Seit 2019 analysiert die IHK Würzburg-Schweinfurt jährlich zum Stichtag 30.06. die demographische Struktur der mainfränkischen Unternehmer mit dem Ziel, strukturelle Trends zu ermitteln und zu prüfen, wie Angebote und Services den Gegebenheiten angepasst werden können. Im Ergebnis bestätigt sich auch 2022, dass die Themen Unternehmertum und Unternehmensnachfolge wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaftsregion Mainfranken sind. Denn bereits heute ist jeder zweite Unternehmer über 50 Jahre alt.

Im April dieses Jahres hat die IHK mit Veröffentlichung des Gründerreports eine deutlich positive Entwicklung festgestellt: Über die Corona-Pandemie hat das Gründungswachstum, sprich der Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen, einen Schub erfahren und ist von 418 im Jahr 2019 auf 2.132 im Jahr 2021 gestiegen. Als Grund hierfür benennt der Bericht unter anderem statistische Sondereffekte, etwa die Folge der zeitweise ausgesetzten Insolvenzantragspflicht. Anders als im Gründungsreport wird bei Analyse der Unternehmerdemographie jedoch auf die "Chefsessel" der Region geblickt, was in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung ist. So kann ein Unternehmer mehrere Unternehmen führen, dies innerhalb eines Unternehmensverbundes mit verschiedenen Firmierungen oder auch durch Beteiligungen an anderen Unternehmen. Aus regionalwirtschaftlicher Sicht ergeben sich hieraus wichtige Fragestellungen, etwa wenn mit dem Ruhestand des Chefs für mehrere Unternehmen zeitgleich eine Nachfolgeregelung getroffen werden muss.

Frauen noch immer unterrepräsentiert

Die Zahl der mainfränkischen Unternehmerinnen und Unternehmer ist in den vergangenen vier Jahren um rund 6 Prozent gestiegen und lag Ende Juni bei 60.778 Personen. Allerdings ist dieser Zuwachs überwiegend männlich geprägt: Lag er bei den Unternehmerinnen bei rund 3 Prozent, waren es bei den Unternehmern knapp über 7 Prozent. In der Gesamtbetrachtung lag der Anteil der Männer in den mainfränkischen Chefetagen bei 69 Prozent - im Jahr 2019 betrug er rund 68 Prozent. "Die Dominanz von Männern in der mainfränkischen Unternehmerschaft verfestigt sich weiter. Leider machen sich Maßnahmen, mit denen die Selbstständigkeit für Frauen attraktiver gestaltet werden soll, bisher nicht signifikant in den demographischen Strukturen bemerkbar", sagt Dr. Sascha Genders, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. "Ich sehe insbesondere Defizite im Bildungsbereich. Junge Menschen müssen stärker über die Vorzüge der Selbstständigkeit informiert werden. Immer weniger Gründungswillige stehen einer wachsenden Anzahl alternder Unternehmer gegenüber, die ihren Betrieb übergeben wollen. Gelingt es uns nicht, in der Breite für Unternehmertum zu begeistern, verschwindet der Mittelstand als Rückgrat unserer heimischen Wirtschaft", so Genders. Zudem seien Unternehmer laut IHK-Statistik tendenziell älter als Unternehmerinnen. So liege der Anteil der über 50-Jährigen bei den Unternehmern bei 54 Prozent, bei den Unternehmerinnen bei knapp unter 50 Prozent.

Die Unternehmensnachfolge muss sorgfältig vorbereitet werden

"Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmer spätestens mit 50 Jahren beginnen sollten, sich erste grundlegende Gedanken zum Eintritt in den Ruhestand zu machen. Ab wann möchte man den Staffelstab in etwa übergeben? Soll das Unternehmen an ein Familienmitglied oder einen Mitarbeiter übergeben bzw. verkauft werden? Wie ist diese Person bereits ins Unternehmen eingebunden bzw. wie kann sie in der verbleibenden Zeit strategisch optimal qualifiziert werden? Solche Fragen sollten möglichst frühzeitig angegangen werden, denn ein erfolgreicher Generationenwechsel benötigt Zeit und sorgsame Planung", so Genders. Die Ergebnisse der demographischen Analyse seien dahingehend alarmierend, dass bereits heute etwa jeder zweite Unternehmer in Mainfranken über 50, jeder vierte Unternehmer sogar über 60 Jahre alt sei.

Regional starke Unterschiede in der Entwicklungsdynamik

Im mainfrankenweiten Vergleich fällt vor allem die Stadt Würzburg auf: Dort stieg die Zahl der Unternehmer seit dem Jahr 2019 mit rund zehn Prozent regional am stärksten und erreicht bei der aktuellen Analyse 9.516 Personen. Hohe Zuwachsraten verzeichnet daneben auch der Landkreis Kitzingen (8 Prozent bei 6.637 Unternehmern in 2022) sowie die Landkreise Würzburg (7 Prozent bei 10.564 Unternehmern in 2022) und Haßberge (6 Prozent bei 5.609 Unternehmern in 2022). Am geringsten sind sie in Stadt und Landkreis Schweinfurt (je knapp 3 Prozent bei 3.548 bzw. 6.632 Unternehmern in 2022). Große regionale Unterschiede zeigen sich zudem bei der Altersstruktur. Unternehmer in der Stadt Würzburg sind etwas jünger als im restlichen Mainfranken. 47 Prozent sind dort über 50 Jahre alt, 22 Prozent über 60. Dagegen sind Unternehmer im Landkreis Bad Kissingen am ältesten. Dort sind 57 Prozent über 50 Jahre alt, 26 Prozent über 60.

Die IHK berät ausführlich rund um das Thema Unternehmensnachfolge. Informationen und Ansprechpartner finden Interessierte online unter: www.wuerzburg.ihk.de/unternehmensnachfolge

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"Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmer spätestens mit 50 Jahren beginnen sollten, sich erste grundlegende Gedanken zum Eintritt in den Ruhestand zu machen. Ab wann möchte man den Staffelstab in etwa übergeben? Soll das Unternehmen an ein Familienmitglied oder einen Mitarbeiter übergeben bzw. verkauft werden? Wie ist diese Person bereits ins Unternehmen eingebunden bzw. wie kann sie in der verbleibenden Zeit strategisch optimal qualifiziert werden? Solche Fragen sollten möglichst frühzeitig angegangen werden, denn ein erfolgreicher Generationenwechsel benötigt Zeit und sorgsame Planung", so Genders. Die Ergebnisse der demographischen Analyse seien dahingehend alarmierend, dass bereits heute etwa jeder zweite Unternehmer in Mainfranken über 50, jeder vierte Unternehmer sogar über 60 Jahre alt sei.

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