IHK-Bezirksausschuss im Gespräch mit Landrat

Mainfrankens Innenstädte brauchen jetzt kreative Impulse

Der Bezirksausschuss Würzburg hat die Herbstsitzung zum wirtschaftspolitischen Austausch mit dem Würzburger Landrat Thomas Eberth genutzt.Dieser warb vor den Unternehmern aus Stadt und Landkreis Würzburg für die wirtschaftlich starke und attraktive Region und ging auf zentrale Herausforderungen fernab der Corona-Pandemie ein.

Eine wichtige Frage sei hierbei die Anwerbung von Arbeitskräften vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. „Bei in etwa gleichbleibender Bevölkerungsanzahl im Landkreis wächst insgesamt die Altersgruppe der über 65-Jährigen um rund 38 Prozent bis zum Jahr 2038. Gemeinsam mit Akteuren wie den Kammern muss es uns daher gelingen, Angebote und Ziele für die älter werdende, agile und gut ausgebildete Bevölkerung zu schaffen“, so Landrat Eberth. „Unter dem Motto Arbeiten 60+ müssen wir uns hier Modelle überlegen, damit dieses Know-how weiterhin in verschiedenen Formen der Gesellschaft zur Verfügung steht“, ist sich Eberth sicher.  

Kooperation schafft Werte und Wertschöpfung

Mit Blick auf die Bedeutung der Wirtschaft sieht Eberth es weiterhin als wichtig an, Potenziale und Raum für gewerbliche Erweiterungen und Dynamik zu schaffen, auch um insbesondere Arbeits- und Ausbildungsplätze in den Kommunen verfügbar zu haben. Neben allen notwendigen Rahmenbedingungen, von Gewerbeflächen bis Mobilfunk, dürfe man Themen wie Werte in der Gesellschaft und der Unternehmerschaft nicht außen vor lassen, so der Landrat unter Verweis auf das unter anderem mit der IHK initiierte Wertebündnis Würzburg als eines von vielen Positivbeispielen der Kooperation zwischen Landkreis und Wirtschaftskammer.  

Tourismus und Innenstadtentwicklung im Fokus  

Mit Björn Rudek, Tourismusdirektor der Stadt Würzburg, und Wolfgang Weier, Stadtmarketing Würzburg macht Spaß e.V., fand im Anschluss ein Austausch zu den Folgen der Corona-Pandemie für die Region Würzburg statt. Innerstädtische Gewerbe seien massiv von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Rudek verwies auf den Einbruch der Übernachtungszahlen um rund 47 Prozent im Zeitraum Januar bis September 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insbesondere für Tagungsgeschäfte, für das Kulturleben oder Event-Betriebe seien die aktuellen Herausforderungen massiv. Positive Lichtblicke gebe es durch gehobene Digitalisierungspotenziale in der Tourismuswirtschaft.  

Verunsicherung bremst City-Besucher

Weier verdeutlichte anhand von Statistiken zu den Passantenfrequenzen in der Würzburger Innenstadt sowie einer Umfrage unter Mitgliedern des Stadtmarketingvereins die Corona-Folgen. Neben Wirkungen des Lock-Downs und der Corona-Regelungen führe nicht zuletzt die Verunsicherung der Menschen dazu, dass die Stadt immer weniger Anlaufpunkt für Besuche sei. „Rückläufige Einkäufe bei Waren des täglichen Bedarfes und insbesondere der Wegfall des Erlebnisshoppings führen zu teils enorm negativen Ergebnissen bei den Betrieben“, so Weier.  

Impulse der IHK für Kommunen  

Zur Stärkung der Wirtschaft in Zeiten von Corona beschäftigte sich der Bezirksausschuss mit dem Positionspapier „Impulse für zukunftsfähige Innenstädte, Stadtteil- und Ortszentren in der Region Würzburg“. Hierin adressiert die Unternehmerschaft in Richtung Politik konkrete Maßnahmen, darunter auch Weihnachtsmärkte und lokale Weihnachtseinkäufe, durch kreative Maßnahmen zu ermöglichen, indem etwa digitale Informations-Apps für Besucher angeboten werden, auf räumliche Entzerrung geachtet wird oder auf die Erhebung von Standgebühren verzichtet wird. Für die Gastronomiebranche fordert die Wirtschaftsvertretung Verlängerungen der Außengastronomie sowie Erleichterungen bei Außenverkaufs- und -stellflächen. Auch die Förderung branchenübergreifender Informationsangebote zur Vermarktung der Innenstadt bis hin zu Investitionen in den Gesundheitsschutz durch die Bereitstellung von Schutzmasken für die Ladenbesucher können laut IHK Ansätze für Innenstädte und Ortszentren in Corona-Zeiten sein.  

Mobilität in Stadt und Landkreis  

Mit dem Fokus auf das Thema Mobilität und Verkehrsinfrastruktur machte IHK-Präsident Dr. Klaus D. Mapara klar: „Stadt und Landkreis sind in hohem Maße auf eine funktionierende Mobilität angewiesen. Hierbei bedarf es nach Einschätzung des IHK-Bezirksausschusses kleinräumiger Schritte wie etwa der Realisierung der Straßenbahnlinie 6, aber auch der Lösung überregionaler Aufgaben wie bei der Etablierung eines Verkehrsverbundes für die Region Mainfranken.“  

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