Recht

Recht Azubis

Seit einigen Wochen läuft das neue Ausbildungsjahr. Häufig gestellte Rechtsfragen rund um die Berufsausbildung beantwortet der Würzburger Rechtsanwalt Kay P. Rodegra.

Gibt es eine Probezeit?

Ja. Die Probezeit ist gesetzlich geregelt und beträgt zwischen einem Monat und vier Monaten. In dieser Zeit kann jeder der beiden Vertragsparteien den Ausbildungsvertrag schriftlich kündigen, ohne Frist und Angabe eines Grundes.

Kann nach der Probezeit gekündigt werden?

Ja, aber vom Arbeitgeber nur aus einem wichtigen Grund. Zum Beispiel: Wenn das Unternehmen Insolvenz anmelden muss oder es zu einem massiven Fehlverhalten des Azubis kommt. Letzteres liegt etwa vor, wenn eine Straftat am Arbeitsplatz begangen wird. Möchte der Azubi die Berufsausbildung aufgeben oder einen anderen Beruf wählen, kann er mit einer Frist von vier Wochen kündigen.

Wie lang darf die tägliche Arbeitszeit sein?

Minderjährige arbeiten in der Regel maximal acht Stunden pro Tag, höchstens 40 Stunden wöchentlich. Generell dürfen minderjährige Azubis höchstens fünf Tage in der Woche beschäftigt werden. An Samstagen dürfen sie nicht arbeiten. Von diesen Beschäftigungsverbot gibt es aber für viele Berufsgruppen Ausnahmen, etwa im Krankenhaus, in Betrieben mit offenen Verkaufstellen, in Bäckereien, im Friseurhandwerk, in der Gastronomie oder Landwirtschaft. An Sonn- und Feiertagen haben Azubis ebenfalls frei, aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Gehört zur Ausbildung auch Putzen und Kaffeekochen?

Es müssen durchaus manchmal ausbildungsfremde Aufgaben erledigt werden. Dazu gehört auch das Kaffeekochen, Putzen des Arbeitsplatzes oder die Post wegbringen. Allerdings nur, wenn auch die anderen Mitarbeiter diese Aufgaben im Wechsel erledigen. Private Einkäufe oder Erledigungen für den Vorgesetzten gehören jedoch nicht zu den Aufgaben eines Auszubildenden.

Kann der Azubi für einen Fehler haftbar gemacht werden?

Nein. Wer ausgebildet wird, dem können Fehler passieren. Nur wer ganz bewusst den Arbeitgeber schädigen will, muss dafür haften.

Wie viele Urlaubstage gibt es?

Das hängt vom Alter ab und ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer unter 16 Jahren ist, hat 30 Tage, die unter 17-Jährigen haben 27 Tage und die unter 18-Jährigen 25 Tage. Erwachsene haben bei einer 6-Tage-Woche Anspruch aufmindestens 24 Werktage. Natürlich kann der Arbeitgeber nach Tarif- oder Ausbildungsvertrag mehr Tage gewähren. Die Urlaubszeit soll aus praktischen Gründen in die Berufsschulferien gelegt werden.

Kann der Arbeitgeber die Berufsschule zeitweise verbieten, weil zuviel Arbeit anliegt?

Nein. Der Auszubildende ist berufsschulpflichtig und für den Schulbesuch freizustellen, d.h. die ausgefallene Arbeitszeit muss auch nicht nachgeholt werden. Umgekehrt gilt: Wer die Schule schwänzt, riskiert eine Abmahnung des Ausbildenden, im Wiederholungsfall sogar die Kündigung.

Muss der Arbeitgeber mitteilen, ob er einen Auszubildenden übernimmt oder nicht?
Nein. Ist das Ausbildungsverhältnis beendet und wurde nichts weiter vereinbart, besteht kein Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung.

Anwaltskanzlei Rodegra

Augustinerstr. 15

D-97070 Würzburg

rodegra-law(at)web.de - oder - RA(at)rodegra-law.de www.rodegra-law.de

 

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Recht Azubis

Seit einigen Wochen läuft das neue Ausbildungsjahr. Häufig gestellte Rechtsfragen rund um die Berufsausbildung beantwortet der Würzburger Rechtsanwalt Kay P. Rodegra.

Gibt es eine Probezeit?

Ja. Die Probezeit ist gesetzlich geregelt und beträgt zwischen einem Monat und vier Monaten. In dieser Zeit kann jeder der beiden Vertragsparteien den Ausbildungsvertrag schriftlich kündigen, ohne Frist und Angabe eines Grundes.

Kann nach der Probezeit gekündigt werden?

Ja, aber vom Arbeitgeber nur aus einem wichtigen Grund. Zum Beispiel: Wenn das Unternehmen Insolvenz anmelden muss oder es zu einem massiven Fehlverhalten des Azubis kommt. Letzteres liegt etwa vor, wenn eine Straftat am Arbeitsplatz begangen wird. Möchte der Azubi die Berufsausbildung aufgeben oder einen anderen Beruf wählen, kann er mit einer Frist von vier Wochen kündigen.

Wie lang darf die tägliche Arbeitszeit sein?

Minderjährige arbeiten in der Regel maximal acht Stunden pro Tag, höchstens 40 Stunden wöchentlich. Generell dürfen minderjährige Azubis höchstens fünf Tage in der Woche beschäftigt werden. An Samstagen dürfen sie nicht arbeiten. Von diesen Beschäftigungsverbot gibt es aber für viele Berufsgruppen Ausnahmen, etwa im Krankenhaus, in Betrieben mit offenen Verkaufstellen, in Bäckereien, im Friseurhandwerk, in der Gastronomie oder Landwirtschaft. An Sonn- und Feiertagen haben Azubis ebenfalls frei, aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Gehört zur Ausbildung auch Putzen und Kaffeekochen?

Es müssen durchaus manchmal ausbildungsfremde Aufgaben erledigt werden. Dazu gehört auch das Kaffeekochen, Putzen des Arbeitsplatzes oder die Post wegbringen. Allerdings nur, wenn auch die anderen Mitarbeiter diese Aufgaben im Wechsel erledigen. Private Einkäufe oder Erledigungen für den Vorgesetzten gehören jedoch nicht zu den Aufgaben eines Auszubildenden.

Kann der Azubi für einen Fehler haftbar gemacht werden?

Nein. Wer ausgebildet wird, dem können Fehler passieren. Nur wer ganz bewusst den Arbeitgeber schädigen will, muss dafür haften.

Wie viele Urlaubstage gibt es?

Das hängt vom Alter ab und ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer unter 16 Jahren ist, hat 30 Tage, die unter 17-Jährigen haben 27 Tage und die unter 18-Jährigen 25 Tage. Erwachsene haben bei einer 6-Tage-Woche Anspruch aufmindestens 24 Werktage. Natürlich kann der Arbeitgeber nach Tarif- oder Ausbildungsvertrag mehr Tage gewähren. Die Urlaubszeit soll aus praktischen Gründen in die Berufsschulferien gelegt werden.

Kann der Arbeitgeber die Berufsschule zeitweise verbieten, weil zuviel Arbeit anliegt?

Nein. Der Auszubildende ist berufsschulpflichtig und für den Schulbesuch freizustellen, d.h. die ausgefallene Arbeitszeit muss auch nicht nachgeholt werden. Umgekehrt gilt: Wer die Schule schwänzt, riskiert eine Abmahnung des Ausbildenden, im Wiederholungsfall sogar die Kündigung.

Muss der Arbeitgeber mitteilen, ob er einen Auszubildenden übernimmt oder nicht?
Nein. Ist das Ausbildungsverhältnis beendet und wurde nichts weiter vereinbart, besteht kein Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung.

Anwaltskanzlei Rodegra

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