Zukunft im Maschinenbau

Reifegrad der Produkte wächst mit der Software-Qualität

Nach der Entwicklung eines Spracheingabesystems für Maschinen startet das Würzburger Unternehmen MGA Ingenieurdienstleistungen GmbH ein weiteres zukunftsweisendes Projekt, um mit Hilfe der Digitalisierung die Marktposition seiner Kunden weiter zu verbessern.

Digitalisierung im Maschinenbau klingt wie eine Selbstverständlichkeit und das ist es seit langem auch. In dieser Königsdisziplin der deutschen Wirtschaft basieren wohl nahezu alle mehr oder weniger komplexen Steuerungen, Mess- und Kontrollprozesse auf digitalen Modulen. Etwas anders sieht es - noch - bei der Inbetriebnahme, quasi der Krönung beim Bau einer Maschine, aus. Dies wollen die MGA-Spezialisten ändern und deshalb die virtuelle Inbetriebnahme ihrem "Werkzeugkasten" als Standard hinzufügen.

Digitalisierung beeinflusst Markttauglichkeit

MGA-Geschäftsführer Lorenz Arnold sieht in der virtuellen Inbetriebnahme zudem die große Chance, die Qualität der für die Kunden erstellten Software signifikant zu erhöhen. Dabei verweist er auf die wesentliche Voraussetzung für eine hohe Software-Qualität: das Testen. "Der Reifegrad kann immer nur so hoch sein wie die Qualität der Testverfahren", spricht er aus Erfahrung. Mit der Übersetzung der Maschinenarchitektur in den virtuellen Raum schaffen die Programmierer dafür die ideale Spielwiese. Dieser Aspekt war für Lorenz Arnold der Auslöser, die virtuelle Inbetriebnahme auf die Agenda zu setzen.

Inbetriebnahme von Maschinen im Wandel

Dass sich das Würzburger Unternehmen dieser Thematik annimmt, drängt sich geradezu auf, denn die Inbetriebnahme von Maschinen zählt seit mehr als zwanzig Jahren zum Kerngeschäft von MGA. Im Auftrag deutscher Hersteller sind die Mitarbeiter, alles Ingenieure und Techniker, an den weltweit verstreuten Lieferadressen der Maschinen im Einsatz, um die unterschiedlichsten Anlagen und Aggregate zum Laufen zu bringen. Diese Phase birgt zahlreiche Herausforderungen, vor allem dann, wenn eine Maschine nach dem Aufstellen nicht wie gewünscht reibungslos funktioniert.

Die virtuelle Inbetriebnahme soll bereits im Vorfeld einen Großteil möglicher Fehlerquellen aufspüren und wenn möglich auch beseitigen können. Basis ist ein Abbild der Maschine im dreidimensionalen, virtuellen Raum, dessen Bauteile in der Simulation Bewegungen ausführen, die der späteren Realität entsprechen. Je exakter dieser digitale Zwilling und die zugehörigen Parameter die reale Maschine abbilden, desto mehr Zeit lässt sich vor Ort einsparen.

Der virtuellen Inbetriebnahme gehört die Zukunft

Allerdings ist die Virtualisierung eine aufwändige Zusatzaufgabe, die ausgewiesenes Know-how sowohl aus dem Maschinenbau als auch der IT erfordert. Bei MGA ist beides vorhanden. Auch angesichts der aktuellen Situation mit unwägbaren Reise- und Aufenthaltsbedingungen entschied sich Inhaber und Geschäftsführer Lorenz Arnold, die virtuelle Inbetriebnahme als Projekt zu starten. "Die Verkürzung der Zeitdauer bei der Inbetriebnahme bedeutet nicht nur eine Kostenersparnis, weil man im Office besser arbeiten kann als auf der Baustelle, etwa am anderen Ende der Welt. Viel wichtiger ist für mich, dass man beim Produktentstehungsprozess der Maschine mehr parallel arbeiten kann", schildert er weitere Vorteile der digitalen Methode.

Trotzdem kann diese die reale Inbetriebnahme nicht vollständig ersetzen, wie MGA-Mitarbeiter Gerrit Jache erläutert: "Die virtuelle Inbetriebnahme kann nur so gut sein wie das Modell. Manche Dinge sind schwer zu implementieren. Je unspezifischer die Daten, desto schwieriger ist die Simulation." "Manches kann man ausschließlich an der Maschine testen und einstellen. Das kann mit Gegebenheiten vor Ort zu tun haben", ergänzt Lorenz Arnold. Als Beispiele dafür führt er Briefsortier- und Verpackungsmaschinen an: "Wie das Papier zu handeln ist, hängt von der Feuchtigkeit ab und auch von der Beschaffenheit des Papiers, die wiederum von Lieferanten abhängig ist. Die Standortbedingungen sind in Sibirien anders als in der Südsee. Solche Einflussfaktoren können wir bei einer virtuellen Inbetriebnahme natürlich nicht vorwegnehmen."

Kostenvorteile auf lange Sicht 

Auch wenn derzeit der Umsetzungsaufwand für die Virtualisierung noch relativ hoch ist, wird es vermutlich zeitnah immer schneller und auch kostensparender möglich sein, virtuelle Inbetriebnahmen zu erstellen. "Der Maschinenbau ist einerseits von der Methode der virtuellen Inbetriebnahme fasziniert, zugleich scheut man den Aufwand. Ich verstehe diese Bedenken durchaus. Wir haben aber gemerkt: Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto schneller geht es voran – mit klaren Kostenvorteilen für den Kunden", zeigt sich Lorenz Arnold zuversichtlich. Mit dem Fokus auf das Projekt stellt er die Weichen für kommende Aufgaben, denn er ist davon überzeugt, dass die Maschinenbauer in Zukunft ohne eine virtuelle Inbetriebnahme nicht mehr zurechtkommen werden.

Bis dahin arbeiten Gerrit Jache und seine Kollegen daran, die richtige Umgebung für ihre Kunden zu entwickeln – ausgereift, in hoher Qualität und zeitsparend.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Zukunft im Maschinenbau

Reifegrad der Produkte wächst mit der Software-Qualität

Nach der Entwicklung eines Spracheingabesystems für Maschinen startet das Würzburger Unternehmen MGA Ingenieurdienstleistungen GmbH ein weiteres zukunftsweisendes Projekt, um mit Hilfe der Digitalisierung die Marktposition seiner Kunden weiter zu verbessern.

Digitalisierung im Maschinenbau klingt wie eine Selbstverständlichkeit und das ist es seit langem auch. In dieser Königsdisziplin der deutschen Wirtschaft basieren wohl nahezu alle mehr oder weniger komplexen Steuerungen, Mess- und Kontrollprozesse auf digitalen Modulen. Etwas anders sieht es - noch - bei der Inbetriebnahme, quasi der Krönung beim Bau einer Maschine, aus. Dies wollen die MGA-Spezialisten ändern und deshalb die virtuelle Inbetriebnahme ihrem "Werkzeugkasten" als Standard hinzufügen.

Digitalisierung beeinflusst Markttauglichkeit

MGA-Geschäftsführer Lorenz Arnold sieht in der virtuellen Inbetriebnahme zudem die große Chance, die Qualität der für die Kunden erstellten Software signifikant zu erhöhen. Dabei verweist er auf die wesentliche Voraussetzung für eine hohe Software-Qualität: das Testen. "Der Reifegrad kann immer nur so hoch sein wie die Qualität der Testverfahren", spricht er aus Erfahrung. Mit der Übersetzung der Maschinenarchitektur in den virtuellen Raum schaffen die Programmierer dafür die ideale Spielwiese. Dieser Aspekt war für Lorenz Arnold der Auslöser, die virtuelle Inbetriebnahme auf die Agenda zu setzen.

Inbetriebnahme von Maschinen im Wandel

Dass sich das Würzburger Unternehmen dieser Thematik annimmt, drängt sich geradezu auf, denn die Inbetriebnahme von Maschinen zählt seit mehr als zwanzig Jahren zum Kerngeschäft von MGA. Im Auftrag deutscher Hersteller sind die Mitarbeiter, alles Ingenieure und Techniker, an den weltweit verstreuten Lieferadressen der Maschinen im Einsatz, um die unterschiedlichsten Anlagen und Aggregate zum Laufen zu bringen. Diese Phase birgt zahlreiche Herausforderungen, vor allem dann, wenn eine Maschine nach dem Aufstellen nicht wie gewünscht reibungslos funktioniert.

Die virtuelle Inbetriebnahme soll bereits im Vorfeld einen Großteil möglicher Fehlerquellen aufspüren und wenn möglich auch beseitigen können. Basis ist ein Abbild der Maschine im dreidimensionalen, virtuellen Raum, dessen Bauteile in der Simulation Bewegungen ausführen, die der späteren Realität entsprechen. Je exakter dieser digitale Zwilling und die zugehörigen Parameter die reale Maschine abbilden, desto mehr Zeit lässt sich vor Ort einsparen.

Der virtuellen Inbetriebnahme gehört die Zukunft

Allerdings ist die Virtualisierung eine aufwändige Zusatzaufgabe, die ausgewiesenes Know-how sowohl aus dem Maschinenbau als auch der IT erfordert. Bei MGA ist beides vorhanden. Auch angesichts der aktuellen Situation mit unwägbaren Reise- und Aufenthaltsbedingungen entschied sich Inhaber und Geschäftsführer Lorenz Arnold, die virtuelle Inbetriebnahme als Projekt zu starten. "Die Verkürzung der Zeitdauer bei der Inbetriebnahme bedeutet nicht nur eine Kostenersparnis, weil man im Office besser arbeiten kann als auf der Baustelle, etwa am anderen Ende der Welt. Viel wichtiger ist für mich, dass man beim Produktentstehungsprozess der Maschine mehr parallel arbeiten kann", schildert er weitere Vorteile der digitalen Methode.

Trotzdem kann diese die reale Inbetriebnahme nicht vollständig ersetzen, wie MGA-Mitarbeiter Gerrit Jache erläutert: "Die virtuelle Inbetriebnahme kann nur so gut sein wie das Modell. Manche Dinge sind schwer zu implementieren. Je unspezifischer die Daten, desto schwieriger ist die Simulation." "Manches kann man ausschließlich an der Maschine testen und einstellen. Das kann mit Gegebenheiten vor Ort zu tun haben", ergänzt Lorenz Arnold. Als Beispiele dafür führt er Briefsortier- und Verpackungsmaschinen an: "Wie das Papier zu handeln ist, hängt von der Feuchtigkeit ab und auch von der Beschaffenheit des Papiers, die wiederum von Lieferanten abhängig ist. Die Standortbedingungen sind in Sibirien anders als in der Südsee. Solche Einflussfaktoren können wir bei einer virtuellen Inbetriebnahme natürlich nicht vorwegnehmen."

Kostenvorteile auf lange Sicht 

Auch wenn derzeit der Umsetzungsaufwand für die Virtualisierung noch relativ hoch ist, wird es vermutlich zeitnah immer schneller und auch kostensparender möglich sein, virtuelle Inbetriebnahmen zu erstellen. "Der Maschinenbau ist einerseits von der Methode der virtuellen Inbetriebnahme fasziniert, zugleich scheut man den Aufwand. Ich verstehe diese Bedenken durchaus. Wir haben aber gemerkt: Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto schneller geht es voran – mit klaren Kostenvorteilen für den Kunden", zeigt sich Lorenz Arnold zuversichtlich. Mit dem Fokus auf das Projekt stellt er die Weichen für kommende Aufgaben, denn er ist davon überzeugt, dass die Maschinenbauer in Zukunft ohne eine virtuelle Inbetriebnahme nicht mehr zurechtkommen werden.

Bis dahin arbeiten Gerrit Jache und seine Kollegen daran, die richtige Umgebung für ihre Kunden zu entwickeln – ausgereift, in hoher Qualität und zeitsparend.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben