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Tourismus ist bedeutender Wirtschaftsfaktor Unterfrankens

Tourismus ist bedeutender Wirtschaftsfaktor Unterfrankens

Fieber: „Müssen alle vorhandenen Potenziale konsequent nutzen“.

Die Chancen und Potenziale der unterfränkischen Tourismuswirtschaft waren Thema eines Kongresses der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Würzburg. Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Unterfranken, wies darauf hin, dass der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor Bayerns und Unterfrankens ist: „Bayern ist nach wie vor das Tourismusziel Nummer eins in Deutschland und hat auch im Jahr 2017 neue Rekorde aufgestellt: Die Zahl der Übernachtungen wuchs um 3,7 Prozent auf 94,4 Millionen, die Zahl der Gäste erhöhte sich um knapp fünf Prozent auf 37,3 Millionen. 18,5 Prozent der jährlichen touristischen Wertschöpfung Deutschlands werden im Freistaat erwirtschaftet. Die Branche beschäftigt in Bayern direkt 560.000 Menschen. Der Tourismus ist also beschäftigungs- und umsatzstark. Auch Unterfranken ist auf der Erfolgsspur: Die Zahl der Übernachtungen hat im Jahr 2017 erneut die Sechs-Millionen-Grenze überschritten.“

"Konsequente Innovationsstrategie"

Fieber warnte jedoch davor, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, „denn der Wettbewerb um nationale und internationale Gäste ist hart. Deshalb müssen wir den Tourismus in Bayern und Unterfranken weiter stärken und alle vorhandenen Potenziale konsequent nutzen.“ Die vbw Studie „Tourismus und Industrie – gemeinsame Erfolgsfaktoren“ kommt zu dem Ergebnis, dass viele Erfolgsfaktoren der Industrie auf das Beherbergungsgewerbe – die Ankerbranche der Tourismuswirtschaft – übertragbar sind. „Die Studie zeigt, dass Beherbergungsbetriebe ihren Erfolg steigern können, zum Beispiel durch nachhaltige Investitionen in die Gästezimmer und Gemeinschaftsräume oder eine konsequente Innovationsstrategie.

Die Digitalisierung ermöglicht eine gezielte Kundenansprache und die Optimierung hoteleigener Prozesse. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist eine Verlängerung der Wertschöpfungsketten, also die Ergänzung der Übernachtungsleistung um weitere Dienstleistungen, wie beispielsweise Kochkurse oder geführte Wanderungen. Wir möchten damit der Branche und der gesamten Tourismuswirtschaft in Bayern einen Impuls geben“, so Fieber.

Marion Schäfer-Blake, Bürgermeisterin der Stadt Würzburg, sagte: „Ein großes Zukunftspotenzial liegt in der Kooperation innerhalb der Tourismusregionen. Denn der Gast lässt sich bei der Planung seines Aufenthaltes von dem Gesamtangebot einer Tourismusregion leiten. Hier zusammenzuarbeiten, schafft eine Win-Win-Situation für alle.“

"Auf Veränderung vorbereitet sein"

Heinz Stempfle, Vorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e. V., Bezirk Unterfranken, und Eigentümer des Westpark Hotels in Bad Kissingen, fügte hinzu: „Die Situation im unterfränkischen Gastgewerbe ist seit einigen Jahren mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen erfreulich. Doch darf sich unsere Branche dadurch nicht blenden und von unveränderten Problemen wie dem ländlichen Gasthaussterben oder dem bundesweiten Fachkräftemangel ablenken lassen. Auch muss unsere Ferienhotellerie auf die Veränderung vorbereitet sein, sollte eines Tages der boomende Inlandstourismus wieder nachlassen, sobald nach Beruhigung der Weltlage Deutschlands Urlauber wieder in ihre klassischen Ferienländer zurückkehren.“

Umsatz im Weintourismus gestiegen

Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands e. V., erklärte: „Der Fränkische Weinbauverband hat bereits 1994 einen runden Tisch mit verschieden Institutionen der Region gegründet, eine Ideenschmiede, mit dem Zweck, die Qualität der Weinbauregion als Ganzes zu steigern und zu beleben. Durch die Weinwirtschaft wurde die Weinkulturlandschaft weiterentwickelt, didaktische Weinwanderwege ausgewiesen und magische Orte in den Weinbergen angelegt. Die Weindörfer wurden durch Bau von Vinotheken, modernen Weingütern, Übernachtungsmöglichkeiten beim Winzer und Weinveranstaltungen belebt. Das Schöne daran ist, dass alle Einrichtungen von Touristen und Einheimischen gleichermaßen genutzt werden können. Der Umsatz im Weintourismus stieg deshalb von 1994 bis heute von 500 Millionen Euro auf über 3,2 Milliarden Euro. Der Frankenwein verbindet Landschaft, Kultur und Mensch, setzt Impulse für den Tourismus und trägt so zur Stärkung des ländlichen Raumes bei.“

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