Jahresempfang des BVMW Mainfranken

Trittin plädiert für Weltoffenheit und Emissionsbremse

Profil gezeigt bei der Premiere:  Beim ersten Jahresempfang des BVMW Mainfranken gibt Gastredner Jürgen Trittin eine nachhaltige Visitenkarte ab

Christian Göwecke, Leiter der BVMW Wirtschaftsregion Mainfranken und Stephan Behringer, Leiter des BVMW Kreisverband Würzburg hatten Grund sich zu freuen. Beim erstmalig veranstalteten Jahresempfang des Bezirks Mainfranken im Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (BVMW) konnten sie mehr als 120 Gäste aus dem regionalen Mittelstand begrüßen. Bis auf den letzten Platz war der Saal in der geriatrischen Klinik der AWO in der Kantstraße gefüllt-

Großmächte einst und jetzt im Bickpunkt

Der Gastredner des Abends war Jürgen Trittin, aktuelles MdB, ehemaliger Umweltminister der damaligen rot-grünen Regierung und Mitglied im politischen Beirat des BVMW, dem Vertreter aller Parteien angehören. Der aus Bremen stammende Trittin spannte in seinem knapp einstündigen Vortrag einen Bogen von der Hanse, über die aktuelle Geopolitik und Rolle Europas im Kampf der Großmächte USA und China bis zu seinem Hauptthema Ökologie und Umweltschutz.

Kritischer Blick auf die Umweltpolitik

Tritin betonte, dass aufgrund der Deckelung der Subventionen erneuerbare Energien die Investition stark zurück gingen und so über 100.000 Arbeitsplätze in der stark mittelständigen Solarindustrie verloren gingen. Auch seien nach dem EEG Gesetz seiner Regierung durch Abschaltung der Kohlekraftwerke die Emissionen für Storm gesunken, gleichzeitig im Bereich Landwirtschaft und Verkehr jedoch gestiegen. Deutschland liege bei den Emissionen pro Kopf 31 % über dem EU-Durchschnitt und muss sich daher besonders anstrengend, bis 2030 die Hälfte des von Ursula von der Leyen verkündeten Ziels der Klimaneutralität bis 2050 zu erfüllen. Leider zahlen hier über die EEG Umlage Privathaushalte und Mittelstand deutlich mehr als Konzerne.

Hat die Autoindustrie zu spät auf neue Antriebstechnik reagiert?

Im Bereich Verkehr betonte Trittin, dass die deutsche Automobilindustrie zu lange auf den sauberen Diesel setze, obwohl dieser auf den bedeutenden Automärkten wie USA, China und Brasilien nur wenige Prozent Marktanteil habe. Durch den Diesel-Skandal sind 75.000 Arbeitsplätze, vorwiegend bei mittelständischen Zulieferern und zudem das Vertrauen und die Hersteller verloren gegangen. Leider wurde auch die bereits seit Anfang der 2000 Jahre Wasserstofftechnologie damals nicht weiter entwickelt, so dass nun im Bereich der wachsenden Elektromobilität deutsche Firmen abhängig vom quasi Monopolisten für Elektrobatterien CATL aus China seien.

 Mehr Marktchancen mit Weltoffenheit

Trittin forderte gleiche globale Rahmenbedingungen, um mehr Investitionen in klimafreundliche Lösungen zu ermöglichen. In Deutschland sieht er vor allem den erschwerten Zugang zu Kapital für Gründer als Hindernis. Als positives Beispiel nannte er die USA, da dort statt eines Kredits Investoren sich häufig direkt an Start-Ups beteiligen. Deutschlands Chancen sieht Trittin allgemein vor allem im Export und mahnt daher zum Erhalt des Welthandels ohne Protektionismus und Abschottung wichtiger Absatzmärkte. Daher forderte er, dass Deutschland wie in den letzten Jahrzehnten ein demokratisches und weltoffenes Land bleiben müsse.

Anerkennung für den Mittelstand

Zuvor hatten Gastgeber Marin Ulses, Bezirksgeschäftsführer des AWO Bezirksverband Unterfranken e.V., sowie Helmut Beck, Geschäftsführer des ersten Würzburger BVMW Mitglieds ETL AUDITAX Steuerberatungsgesellschaft mbH die Gäste begrüßt. Beide betonten die Bedeutung des Mittelstands für die Region Mainfranken und wie eng sie diesem verbunden sind.

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