Elektrisch unterwegs auf dem Zweirad

TÜV NORD nimmt E-Bikes und E-Motorräder unter die Lupe

Die Elektromobilität hat nicht nur in der Automobilindustrie Fuß gefasst.Auch die Zweiräder sind heutzutage mit einem elektrischen Motor erhältlichund werden immer beliebter. Handelsüblicher Drahtesel oder E-Bike,Verbrenner oder Elektro-Motorrad – die Entscheidung für den richtigenAntrieb fällt nicht leicht. Hubert Jäger, Leiter des Würzburger Standorts desIngenieurbüros Hofmann GmbH + Co. KG (Kooperationspartner von TÜVNORD), erklärt die Besonderheiten der E-Räder.

Ob als Firmen- oder Privatrad: Das elektrische Fahrrad, auch E-Bike genannt, hat sich längst seinen Weg in den deutschen Markt gebahnt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zweiräder mit Strom aktiv genutzt. Nun, im Zuge der Elektromobilität, gelangen sie zu neuer Blüte. Eines der häufigsten Modelle ist das Pedelec. Bei diesem Zweirad-Typ unterstützt ein elektrifizierter Motor die Fahrerin oder den Fahrer, sobald in die Pedale getreten wird. Ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h schaltet sich der Motor automatisch aus.

„Möchte man mit seinem Rad noch schneller unterwegs sein, empfiehlt sich ein Modell, das bis zu 45 km/h fahren kann. Allerdings wird bei so einem Gefährt ein Versicherungskennzeichen und eine Fahrerlaubnis benötigt. Zudem ist ein Helm verpflichtend,“ so der TÜV-Experte.

Zur Jahresinspektion gehört auch das Software-Update

E-Bikes sollten einmal im Jahr gewartet werden, um die elektrischen Komponenten und den Bremsverschleiß zu prüfen. Rund 70 Bauteile untersuchen die Prüfer auf  Sicherheitsaspekte. Darunter auch das wichtigste Element: der Motor. Hierbei kann es sich um einen Nabenmotor, Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradantrieb handeln. Die Anforderungen an die Fahrradwerkstätten sind durch die Weiterentwicklung der Mobilität erheblich gestiegen. Zusätzliche Software-Updates, Analyseprotokolle und Wissen zu Elektrotechnik und Antriebssystemen erweisen sich als wichtige Voraussetzungen. „In den von uns zertifizierten Qualitätswerkstätten können E-Bikes fachgemäß überprüft und so unnötige Reparaturen und falsche Diagnosen verhindert werden“, merkt der Stationsleiter an. Kommt es zu einem Schadensfall, stellen die Prüfer von TÜV NORD wie bei jedem anderen Fahrzeug ein Schadengutachten aus.

Reichweite hängt ab vom Fahrstil 

Motorräder mit elektrischem Antrieb sieht man ebenfalls immer mehr auf den Straßen. Vorteilhaft gegenüber Verbrennermotoren sind die wegfallenden Emissionen und die leisere Geräuschkulisse. „Ein kritischer Aspekt ist zurzeit noch die Akkuleistung, die sich auf die Reichweite des E-Motorrads auswirkt. Kleine Maschinen können mit einem vollen Akku bis zu 100 km zurücklegen. Größere Motorräder schaffen mehr als 300 km“, so Jäger.

Am Ende ist die Reichweite zudem abhängig vom eigenen Fahrstil. Um die Batterie zu schonen, begrenzen einige Hersteller die  Höchstgeschwindigkeit ihrer Zweiräder. In Sachen Reichweite und Tempo haben die Verbrenner noch die Nase vorn. Da die Reifen bei einem elektrischen Motorrad aufgrund des permanent hohen Drehmoments einer höheren Belastung ausgesetzt sind, muss man die Pneus hier regelmäßig austauschen. Fährt man vorausschauend, fällt der Bremsverschleiß bei Elektro-Motorrädern gering aus. „Die Bremswirkung erfolgt hauptsächlich durch ‚Gas‘-Wegnehmen. Durch die Rückgewinnung der Energie können die Zellen des Akkus neu aufgeladen werden“, weiß der Stationsleiter.

„Abstrampeln war gestern"

Auch wenn die Elektrifizierung von Zweirädern ein viel diskutiertes Thema ist, finden sie sich zunehmend im Alltag wieder. Det Müller, Fernsehmoderator, Motorrad-Fan und Gesicht von TÜV NORD, hat sich gemeinsam mit den Prüfexperten verschiedene E-Bikes und E-Motorräder angeschaut und sein Fazit gezogen: „Abstrampeln war gestern – mit E-Bikes macht Fahrradfahren wieder richtig Spaß und die Entwicklungen auf dem E-Motorradmarkt bleiben spannend. Egal ob Verbrenner oder Elektro: Beides hat seine Vorteile.“

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Zur Jahresinspektion gehört auch das Software-Update

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Reichweite hängt ab vom Fahrstil 

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Am Ende ist die Reichweite zudem abhängig vom eigenen Fahrstil. Um die Batterie zu schonen, begrenzen einige Hersteller die  Höchstgeschwindigkeit ihrer Zweiräder. In Sachen Reichweite und Tempo haben die Verbrenner noch die Nase vorn. Da die Reifen bei einem elektrischen Motorrad aufgrund des permanent hohen Drehmoments einer höheren Belastung ausgesetzt sind, muss man die Pneus hier regelmäßig austauschen. Fährt man vorausschauend, fällt der Bremsverschleiß bei Elektro-Motorrädern gering aus. „Die Bremswirkung erfolgt hauptsächlich durch ‚Gas‘-Wegnehmen. Durch die Rückgewinnung der Energie können die Zellen des Akkus neu aufgeladen werden“, weiß der Stationsleiter.

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