Für Projekt zu Klimawandel in Unterfranken

Uni Würzburg erhält 1,9 Millionen Euro EU-Förderung

Teilnehmer des Projekts DigData@Geo der Uni Würzburg

Das Forschungsprojekt „BigData@Geo – fortschrittliche Umwelttechnologien mittels AI (Artificial Intelligence) im Web“ der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg (JMU) wird mit 1,9 Millionen Euro aus dem EFRE-Programm der Europäischen Union gefördert. Das Auftakttreffen des Vorhabens fand jetzt in Würzburg statt.

In dem Projekt soll ein Modell entwickelt werden, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Unterfranken möglichst kleinräumig voraussagen kann. Neben der JMU sind daran auch 16 klein- und mittelständische Unternehmen aus der Region beteiligt. Konkret handelt es sich bei den Teilnehmern um drei Forst-, drei Obstbau- und vier Gemüsebaubetriebe sowie sechs Weingüter.

Aus möglichst vielen verfügbaren Datenquellen soll eine Klimasimulation entwickelt werden, welche den Betrieben bei ihrer zukünftigen Planung hilft. „Wir wollen die Unternehmen damit bei der Überlegung unterstützen, welche Pflanzen künftig an welchen Standorten des Betriebs noch sinnvoll angebaut werden können“, sagt Projektleiter Andreas Hotho. Der Informatikprofessor der JMU ist Experte für Data Mining, künstliche Intelligenz und neuronale Netze.

Aktuelle Modelle sind nicht detailliert genug

Mit aktuell verfügbaren Modellklimadaten ist eine solche Planung nicht möglich, diese sind schlicht zu grob aufgelöst. „Gängig sind derzeit Flächenraster mit 100 Kilometer Auflösung“, erläutert Geografieprofessor Roland Baumhauer. „Damit ist es schon schwierig, Steigerwald, Rhön und Spessart vernünftig zu erkennen“.

Die Forscher der JMU wollen bei "BigData@Geo" eine deutliche feinere Auflösung erreichen. „Ein Kilometer, das wäre schon beispiellos. Vielleicht schaffen wir sogar 90 Meter“, sagt Geografieprofessor Heiko Paeth. Damit könnten die Betriebe auf den Klimasimulationen sogar einzelne Parzellen erkennen.

Künstliche Intelligenz analysiert Klima-Daten

Als Datenquellen dienen in dem Projekt unter anderem Satellitendaten, digitale Geländemodelle und Bodenkarten. Außerdem ist geplant, zusätzlich Mess-Stationen zu installieren. Diese Daten werden gesammelt und mit Methoden des maschinellen Lernens ausgewertet. Der Begriff beschreibt Verfahren, bei denen eine Künstliche Intelligenz Daten mit Hilfe von Algorithmen analysiert und dabei Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennt. Auf diese Weise „lernt“ das System mit zunehmender Laufzeit und kann so auch für die Analyse unbekannter Daten eingesetzt werden.

Die in dem Projekt gesammelten und aufbereiteten Daten sollen den teilnehmenden Unternehmen über ein Webportal verfügbar gemacht werden. Eine erste Version soll in einigen Monaten einsatzbereit sein.

Für "BigData@Geo" stehen insgesamt 3,8 Millionen Euro zur Verfügung, die Hälfte davon aus der EFRE-Förderung der EU. Die andere Hälfte trägt die JMU. Mit dem Geld werden unter anderem Stellen für sechs Doktoranden und einen Postdoc finanziert. Daneben arbeiten sieben weitere Beschäftigte der Universität ebenfalls an dem Projekt mit. Zudem soll von dem Fördergeld ein leistungsfähiger Rechner angeschafft werden.

Bildunterschrift: Die Teilnehmer des Projekts "BigData@Geo" bei der Auftaktveranstaltung.

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