Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege:

Uniklinik Würzburg startet Projekt „FLEX4UKW“

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) schlägt mit der Etablierung des Flexteams „FLEX4UKW“ einen alternativen Weg ein, um inländische Arbeitskräfte für das UKW zu gewinnen. Das Besondere: Diese zusätzlich eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im FLEX4UKW-Team ihre Dienstpläne frei gestalten und bestimmen damit individuell und angepasst an ihre Bedürfnisse ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsumfang.

Außerdem wurde für den FLEX4UKW das UKW in pflegefachlich zusammengehörende Bereiche – sogenannte Cluster – aufgeteilt. Die neuen Beschäftigten im Flexteam entscheiden selbst, in welchem dieser Cluster sie arbeiten möchten – passend zu ihren Qualifikationen, Expertisen und ihren fachlichen Interessen. Das Ziel dabei: Die Stabilität des Dienstplanes für alle Pflegekräfte zu erhöhen. In dieser Woche startet offiziell die Rekrutierungsphase für das Projekt FLEX4UKW. Dahinter steht ein Ansatz, der sich in den Niederlanden bereits bewährt hat. Langfristiges Ziel ist es, umgerechnet rund 160 zusätzliche Vollzeitkräfte hierfür zu gewinnen.

„Wir investieren damit ganz direkt und unmittelbar in bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegeteams an unserem Klinikum. Über das Flexteam wird zukünftig die zielgerichtete und adäquate Kompensation von Personalausfällen sichergestellt. Lang-, mittel- und kurzfristiges Ersetzen von ausgefallenen Diensten durch den Einsatz von flexiblen Arbeitskräften führt zur Dienstplanstabilität. Von der so erzeugten Planungssicherheit profitieren von Anfang an alle – sowohl die Stammteams als auch das Flexteam FLEX4UKW“, betont Marcus Huppertz, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Würzburg.

Kernziel: Stabilität im Dienstplan

FLEX4UKW wählt einen komplett anderen Ansatz in der Rekrutierung als dies bisher der Fall war: „Wir bieten nicht Stellen mit einer festen Stundenanzahl, sondern wir fragen: Wie viele Stunden möchtest du an welchen Tagen arbeiten? Und: Wo möchtest du arbeiten – in welchen Bereichen liegt deine Expertise, an welchem Arbeitsumfeld bist du interessiert? Für die bisherigen Stammteams auf den Stationen und in den Funktionsabteilungen bedeutet das: verlässliche Dienstpläne“, so Huppertz weiter. Er ist fest davon überzeugt, dass die geeigneten Kräfte gefunden werden – beispielsweise Mütter und Väter mit betreuungspflichtigen Kindern, Studentinnen oder Studenten oder Menschen, deren besondere Lebenssituation individuelle Arbeitszeiten erfordern. Huppertz: „Wenn jemand z.B. nur sechs Stunden am Donnerstagnachmittag arbeiten will oder kann, ist dies möglich. Für uns ist der Vorteil dann: genau für diese Zeit haben wir jemanden, der einen Bedarf abdecken kann und der ansonsten nicht da wäre.“ Auch daher gebe es keine festen Begrenzungen für die Anzahl von Stellen im Rahmen von FLEX4UKW.

„Im Mittelpunkt stehen die Bewerberinnen und Bewerber mit ihren Arbeitswünschen“, so Huppertz. Genau das unterscheide FLEX4UKW von anderen Pool-Lösungen. „Andere Kliniken, auch in Deutschland, konnten mit diesem System bereits große Pools aufbauen und zusätzliche Kräfte gewinnen. Das System funktioniert also – auch in einem umkämpften Markt. Das neue Konzept ist eine revolutionäre Hinwendung zum Arbeitsmarkt: Weg vom ´…das UKW sucht…´ hin zum ´…Arbeitsmarkt, was hast du zu bieten…?`. Wir setzen auf nachhaltige Arbeitszufriedenheit über flexible Arbeitszeitangebote, die an Handlungssicherheit gekoppelt ist, weil individuelle Expertisen und Interessen im neuen Arbeitsumfeld maximale Berücksichtigung finden“, so Huppertz weiter.

Bereits jetzt erste Bewerbungen

„Bereits jetzt gibt es erste Bewerberinnen und Bewerber, obwohl unsere Rekrutierungskampagne nun erst startet“, freut sich Cashanna Schöller, Klinikpflegedienstleitung, die das neue dreiköpfige Flexbüro am UKW künftig leitet. Dort wird die Planung und Verteilung der neuen Kolleginnen und Kollegen koordiniert. „Damit können wir unser Ausfallmanagement völlig neu aufstellen und auch die Kolleginnen und Kollegen entlasten, die bisher mit mühseligem Abtelefonieren zum Einspringen aus dem Frei beschäftigt waren. Stattdessen können wir mit dem Flexteam Unterstützung vermitteln.“ Ein wichtiger Punkt ist zudem: Die neuen Beschäftigten können angeben, in welchen Schwerpunktbereichen, sie tätig sein wollen. Hierfür wurden verschiedene Cluster gebildet. „Hier ist die Größe des Uniklinikums unser entscheidender Vorteil, denn darüber wurde die Aufteilung in verschiedene Cluster erst möglich. Wir haben durch unser vielfältiges Leistungsspektrum vielfältige Einsatzmöglichkeiten, die sowohl Berufseinsteigern als auch erfahrenen Pflegekräften mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten bieten“, so Schöller.

Hinter dem Projekt steht ein aufwändiger Planungsprozess, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege und anderen Klinikbereichen eng integriert waren. Hubert Riedmann, Stationsleitung der Intensivstation in der Herz-Thorax-Chirurgie: „Auch, wenn die Belastung auf Station hoch war: Bislang konnten und mussten wir Ausfälle fast immer aus den festen Teams kompensieren. Aber das darf kein Dauerzustand bleiben. Als Stationsleitung ist mir für die Kolleginnen und Kollegen wichtig, dass frei auch wirklich frei bedeutet. Genau diese Entlastung wollen wir mit dem Projekt erreichen. Von entscheidender Bedeutung ist dabei auch, dass ein strukturierter Einarbeitungsprozess die Grundlage für eine erfolgreiche Integration und Bindung bildet.“

FLEX4UKW bietet zudem auch eine Orientierungsphase und mit dem neuen Flex-Büro eine feste Anlaufstelle. Marcus Huppertz: „Im Mittelpunkt steht unser Versprechen an die neuen Kolleginnen: Du entscheidest! Mit diesem Ansatz machen wir ein attraktives Angebot und wir entlasten nachhaltig die bestehenden Teams bei Ausfällen. Denn diese Struktur wird ein fester Bestandteil unseres Klinikums. Sie hilft uns damit auch entscheidend im deutschlandweiten Wettbewerb um Fachkräfte und dabei, unsere festen Teams an uns zu binden. Natürlich sehen wir uns als Supramaximalversorger für die gesamte Region Unterfranken als verantwortlich, hier einen wegweisenden Schritt zu gehen und diesen konsequent zu verfolgen.“

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Außerdem wurde für den FLEX4UKW das UKW in pflegefachlich zusammengehörende Bereiche – sogenannte Cluster – aufgeteilt. Die neuen Beschäftigten im Flexteam entscheiden selbst, in welchem dieser Cluster sie arbeiten möchten – passend zu ihren Qualifikationen, Expertisen und ihren fachlichen Interessen. Das Ziel dabei: Die Stabilität des Dienstplanes für alle Pflegekräfte zu erhöhen. In dieser Woche startet offiziell die Rekrutierungsphase für das Projekt FLEX4UKW. Dahinter steht ein Ansatz, der sich in den Niederlanden bereits bewährt hat. Langfristiges Ziel ist es, umgerechnet rund 160 zusätzliche Vollzeitkräfte hierfür zu gewinnen.

„Wir investieren damit ganz direkt und unmittelbar in bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegeteams an unserem Klinikum. Über das Flexteam wird zukünftig die zielgerichtete und adäquate Kompensation von Personalausfällen sichergestellt. Lang-, mittel- und kurzfristiges Ersetzen von ausgefallenen Diensten durch den Einsatz von flexiblen Arbeitskräften führt zur Dienstplanstabilität. Von der so erzeugten Planungssicherheit profitieren von Anfang an alle – sowohl die Stammteams als auch das Flexteam FLEX4UKW“, betont Marcus Huppertz, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Würzburg.

Kernziel: Stabilität im Dienstplan

FLEX4UKW wählt einen komplett anderen Ansatz in der Rekrutierung als dies bisher der Fall war: „Wir bieten nicht Stellen mit einer festen Stundenanzahl, sondern wir fragen: Wie viele Stunden möchtest du an welchen Tagen arbeiten? Und: Wo möchtest du arbeiten – in welchen Bereichen liegt deine Expertise, an welchem Arbeitsumfeld bist du interessiert? Für die bisherigen Stammteams auf den Stationen und in den Funktionsabteilungen bedeutet das: verlässliche Dienstpläne“, so Huppertz weiter. Er ist fest davon überzeugt, dass die geeigneten Kräfte gefunden werden – beispielsweise Mütter und Väter mit betreuungspflichtigen Kindern, Studentinnen oder Studenten oder Menschen, deren besondere Lebenssituation individuelle Arbeitszeiten erfordern. Huppertz: „Wenn jemand z.B. nur sechs Stunden am Donnerstagnachmittag arbeiten will oder kann, ist dies möglich. Für uns ist der Vorteil dann: genau für diese Zeit haben wir jemanden, der einen Bedarf abdecken kann und der ansonsten nicht da wäre.“ Auch daher gebe es keine festen Begrenzungen für die Anzahl von Stellen im Rahmen von FLEX4UKW.

„Im Mittelpunkt stehen die Bewerberinnen und Bewerber mit ihren Arbeitswünschen“, so Huppertz. Genau das unterscheide FLEX4UKW von anderen Pool-Lösungen. „Andere Kliniken, auch in Deutschland, konnten mit diesem System bereits große Pools aufbauen und zusätzliche Kräfte gewinnen. Das System funktioniert also – auch in einem umkämpften Markt. Das neue Konzept ist eine revolutionäre Hinwendung zum Arbeitsmarkt: Weg vom ´…das UKW sucht…´ hin zum ´…Arbeitsmarkt, was hast du zu bieten…?`. Wir setzen auf nachhaltige Arbeitszufriedenheit über flexible Arbeitszeitangebote, die an Handlungssicherheit gekoppelt ist, weil individuelle Expertisen und Interessen im neuen Arbeitsumfeld maximale Berücksichtigung finden“, so Huppertz weiter.

Bereits jetzt erste Bewerbungen

„Bereits jetzt gibt es erste Bewerberinnen und Bewerber, obwohl unsere Rekrutierungskampagne nun erst startet“, freut sich Cashanna Schöller, Klinikpflegedienstleitung, die das neue dreiköpfige Flexbüro am UKW künftig leitet. Dort wird die Planung und Verteilung der neuen Kolleginnen und Kollegen koordiniert. „Damit können wir unser Ausfallmanagement völlig neu aufstellen und auch die Kolleginnen und Kollegen entlasten, die bisher mit mühseligem Abtelefonieren zum Einspringen aus dem Frei beschäftigt waren. Stattdessen können wir mit dem Flexteam Unterstützung vermitteln.“ Ein wichtiger Punkt ist zudem: Die neuen Beschäftigten können angeben, in welchen Schwerpunktbereichen, sie tätig sein wollen. Hierfür wurden verschiedene Cluster gebildet. „Hier ist die Größe des Uniklinikums unser entscheidender Vorteil, denn darüber wurde die Aufteilung in verschiedene Cluster erst möglich. Wir haben durch unser vielfältiges Leistungsspektrum vielfältige Einsatzmöglichkeiten, die sowohl Berufseinsteigern als auch erfahrenen Pflegekräften mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten bieten“, so Schöller.

Hinter dem Projekt steht ein aufwändiger Planungsprozess, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege und anderen Klinikbereichen eng integriert waren. Hubert Riedmann, Stationsleitung der Intensivstation in der Herz-Thorax-Chirurgie: „Auch, wenn die Belastung auf Station hoch war: Bislang konnten und mussten wir Ausfälle fast immer aus den festen Teams kompensieren. Aber das darf kein Dauerzustand bleiben. Als Stationsleitung ist mir für die Kolleginnen und Kollegen wichtig, dass frei auch wirklich frei bedeutet. Genau diese Entlastung wollen wir mit dem Projekt erreichen. Von entscheidender Bedeutung ist dabei auch, dass ein strukturierter Einarbeitungsprozess die Grundlage für eine erfolgreiche Integration und Bindung bildet.“

FLEX4UKW bietet zudem auch eine Orientierungsphase und mit dem neuen Flex-Büro eine feste Anlaufstelle. Marcus Huppertz: „Im Mittelpunkt steht unser Versprechen an die neuen Kolleginnen: Du entscheidest! Mit diesem Ansatz machen wir ein attraktives Angebot und wir entlasten nachhaltig die bestehenden Teams bei Ausfällen. Denn diese Struktur wird ein fester Bestandteil unseres Klinikums. Sie hilft uns damit auch entscheidend im deutschlandweiten Wettbewerb um Fachkräfte und dabei, unsere festen Teams an uns zu binden. Natürlich sehen wir uns als Supramaximalversorger für die gesamte Region Unterfranken als verantwortlich, hier einen wegweisenden Schritt zu gehen und diesen konsequent zu verfolgen.“

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