Hunger: „Beschäftigungsaufbau geht zu Ende“

Unterfränkische M+E-Unternehmen blicken skeptisch in die Zukunft

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Unterfranken tendiert zum Abschwung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die kürzlich in Würzburg vorgestellt wurde.

„Noch ist die konjunkturelle Lage stabil, doch sie wird sich spürbar abkühlen. Im Inland erwarten unsere Unternehmen eine deutliche Verschlechterung“, erläuterte die Vorsitzende der bayme vbm Region Main und Spessart, Ingrid Hunger.

Aktuell bewerten die Firmen ihre Geschäftslage im Inland wie im Ausland überwiegend gut. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft haben sich allerdings deutlich eingetrübt und liegen per Saldo mit -26,5 Punkten im deutlich negativen Bereich. Bei den Exporterwartungen ergibt sich noch ein leicht positiver Saldo von +1,0. Bei der letzten Umfrage lag der Saldo allerdings noch bei +31,3 Prozentpunkten.

Dazu passt, dass die inländischen Produktions-, Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen an Dynamik einbüßen. Der entsprechende Saldo bei den Produktionsplänen fällt gegenüber der letzten Umfrage von +26,7 auf +0,7 und bei den Investitionen besonders deutlich von +32,6 auf -5,8. „Wir gehen davon aus, dass die Produktion in der bayerischen M+E Industrie im laufenden Jahr insgesamt um ein Prozent zurückgehen wird. An den Auslandsstandorten sehen die Pläne unserer Firmen wesentlich expansiver aus“, so Hunger.

Vom Gesetzgeber wird Klarheit erwartet

Die Beschäftigungspläne der unterfränkischen Unternehmen an den Inlandsstandorten sind noch positiv. bayme vbm erwarten für das Gesamtjahr 2019 in ganz Bayern 8.000 Arbeitsplätze mehr. 2018 waren es noch 18.000. Zum Jahresende rechnen die Verbände mit 875.000 Beschäftigten in der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Auf Unterfranken entfallen rund 93.000 Beschäftigte. „Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt ist wesentlich größer als man an den Statistiken ablesen kann. In den Unternehmen tut sich einiges: Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Zeitarbeit wird massiv zurückgefahren, in unseren Geschäftsstellen häufen sich die Anfragen zum Thema Kurzarbeit und auch im Hinblick auf Stellenabbau“, so Hunger.

Der Abschwung wird nach Ansicht von bayme vbm auch die Standortfrage wieder in den Vordergrund rücken. „Unsere Unternehmen müssen hierzulande mit wesentlich schwierigeren Bedingungen zurechtkommen als ihre Konkurrenten. Wir haben in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Dem müssen wir entgegenwirken. Wir bekennen uns ganz klar zur Stärkung der Tarifbindung. Aber wir brauchen endlich moderne und wettbewerbsfähige Tarifverträge, die Mindestbedingungen für die M+E Industrie festschreiben. Die Tarifverträge müssen weniger komplex und weniger teuer sein und flexible, betriebsindividuelle Lösungen zulassen. Auch vom Gesetzgeber erwarten wir in vielen Punkten Klarheit, zum Beispiel beim weiteren Ausbau der digitalen Netze, bei den Lohnzusatzkosten, in der Steuerpolitik sowie ein klares Bekenntnis zur Technologieoffenheit bei der Antriebstechnologie in der Automobilindustrie“, so Hunger.

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Aktuell bewerten die Firmen ihre Geschäftslage im Inland wie im Ausland überwiegend gut. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft haben sich allerdings deutlich eingetrübt und liegen per Saldo mit -26,5 Punkten im deutlich negativen Bereich. Bei den Exporterwartungen ergibt sich noch ein leicht positiver Saldo von +1,0. Bei der letzten Umfrage lag der Saldo allerdings noch bei +31,3 Prozentpunkten.

Dazu passt, dass die inländischen Produktions-, Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen an Dynamik einbüßen. Der entsprechende Saldo bei den Produktionsplänen fällt gegenüber der letzten Umfrage von +26,7 auf +0,7 und bei den Investitionen besonders deutlich von +32,6 auf -5,8. „Wir gehen davon aus, dass die Produktion in der bayerischen M+E Industrie im laufenden Jahr insgesamt um ein Prozent zurückgehen wird. An den Auslandsstandorten sehen die Pläne unserer Firmen wesentlich expansiver aus“, so Hunger.

Vom Gesetzgeber wird Klarheit erwartet

Die Beschäftigungspläne der unterfränkischen Unternehmen an den Inlandsstandorten sind noch positiv. bayme vbm erwarten für das Gesamtjahr 2019 in ganz Bayern 8.000 Arbeitsplätze mehr. 2018 waren es noch 18.000. Zum Jahresende rechnen die Verbände mit 875.000 Beschäftigten in der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Auf Unterfranken entfallen rund 93.000 Beschäftigte. „Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt ist wesentlich größer als man an den Statistiken ablesen kann. In den Unternehmen tut sich einiges: Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Zeitarbeit wird massiv zurückgefahren, in unseren Geschäftsstellen häufen sich die Anfragen zum Thema Kurzarbeit und auch im Hinblick auf Stellenabbau“, so Hunger.

Der Abschwung wird nach Ansicht von bayme vbm auch die Standortfrage wieder in den Vordergrund rücken. „Unsere Unternehmen müssen hierzulande mit wesentlich schwierigeren Bedingungen zurechtkommen als ihre Konkurrenten. Wir haben in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Dem müssen wir entgegenwirken. Wir bekennen uns ganz klar zur Stärkung der Tarifbindung. Aber wir brauchen endlich moderne und wettbewerbsfähige Tarifverträge, die Mindestbedingungen für die M+E Industrie festschreiben. Die Tarifverträge müssen weniger komplex und weniger teuer sein und flexible, betriebsindividuelle Lösungen zulassen. Auch vom Gesetzgeber erwarten wir in vielen Punkten Klarheit, zum Beispiel beim weiteren Ausbau der digitalen Netze, bei den Lohnzusatzkosten, in der Steuerpolitik sowie ein klares Bekenntnis zur Technologieoffenheit bei der Antriebstechnologie in der Automobilindustrie“, so Hunger.

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