Der Qualitätssicherer

101 Köpfe: Andreas Wacker

Andreas Wacker

Andreas Wacker ist Juniorchef des mittelständischen Unternehmens Wacker Qualitätssicherung, das besonders in den Bereichen Reworkservice, Prototyping und Teilereinigung gefragter Partner für die Industrie ist.

Herr Wacker, Ihr Unternehmen verbindet man nun seit rund 20 Jahren mit Nacharbeit und Reworkservice. Kann man sagen, dass Sie mit den Fehlern anderer Ihre Brötchen verdienen?

Andreas Wacker: (lacht) Vielleicht. Nur habe ich es so noch nie gesehen. Andererseits geht es nicht nur um falsches oder unsauberes Arbeiten. Unabhängig von Ursachen setzen wir am Problem an. Und sorgen dafür, dass industriell benötigte Bauteile - häufig unter Zeitdruck - passgenau gemacht werden, wenn gewisse Chargen fehlerhaft sind.

Das klingt nach Stress?

Harald Schmidt hat einmal gesagt, dass alle Spontaneität auf guter Vorbereitung basiert ...

... na der muss es ja wissen als Showmaster ...

Bezogen auf die Fähigkeit jederzeit angemessen reagieren zu können hat er jedenfalls Recht. Stress entsteht, wenn Unerwartetes eintritt und man nicht vorausschauend gearbeitet hat. Das ist aber in unserer Branche genau das Rezept: Man muss bestmöglich vorbereitet sein.

Das bedeutet im Einzelnen?

Als erstes braucht es eine bedingungslose Zielorientierung. Dazu müssen Ihre unternehmerischen Prozesse stehen. Mit Fließbändern der Automobilindustrie ist nicht zu spaßen, Sie verstehen. Zum zweiten geht es um Kapazitäten. Um auf die sehr unterschiedlichen Anforderungen reagieren zu können,brauche ich flexibles Personal und zu Stoßzeiten durchgängig Schichtbetrieb. Zudem redundant Lagermöglichkeiten und zeitliche wie räumliche Flexibilität.

Wer sind Ihre Kunden?

Alle, die Zuverlässigkeit und explizite Leistungsversprechen lieben (schmunzelt). In erster Linie arbeiten wir für die Automobilzuliefer-Industrie. Aber unser Maschinenpark eignet sich natürlich auch bestens für andere Branchen. Wir haben da noch viel kreative Luft nach oben.

Was unterscheidet Sie von Ihren Wettbewerbern?

Dass wir nicht auf Nacharbeit und den Reworkservice beschränkt sind. Gerade in den letzten Jahren haben wir neue Tätigkeitsfelder für uns entdeckt. Das heißt nicht, dass wir nun Wurst verkaufen (lacht). Unser Portfolio hat sich konsequent mit den Kunden-Anforderungen weiter entwickelt. Eben hier liegt eine weitere Stärke. Wir sind dank extrem flacher Hierarchie sehr flexibel und können uns schnell auf Kunden einstellen.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Ja, das Angebot von Ingenieurs-Dienstleistungen, zum Beispiel. Das begann mit einer Kundenanfrage und wird seither weiter ausgebaut. Damit stehen wir unseren Kunden auch als Partner für Entwicklungsprojekte, für Versuchsaufbauten und deren Durchführung, sowie zur Projektunterstützung zur Verfügung. Hier nehmen wir immer öfter auch beratende Funktion ein.

Was hat es mit Ihrem Geschäftsfeld Prototypenbau auf sich?

Prototyping passt zur klassischen Nacharbeit sehr gut, weil es im selben Zusammenhang einen Schritt weiter geht. Wo Rework nur optimiert, schaffen wir im Prototyping Neues.

Haben Sie auch dafür ein Beispiel ?

Nehmen wir an, es geht um den Übergang von der Nullserie in die Serie. Aufgrund aktueller Markterkenntnisse sieht die Entwicklungsabteilung die Notwendigkeit bei einem neuen Pkw statt eines fixierten Sitzes die Rückenlehne und die Sitzwanne flexibel und klappbar zu verbinden. Die Fertigung steht kurz bevor. Plötzlich brauchen die Ingenieure einen neuen Prototyp für den besagten Autositz. Wir liefern im vereinbarten Zeitrahmen nach exaktem Briefing die fertige Baugruppe.

Prototypenbau ist also ein Ausbügeln auf höherem Niveau.

Wenn Sie so wollen. Es geht darum, dass wir nicht lediglich Fehlerhaftes überarbeiten. Sondern, dass wir mit unserem Team und dem Maschinenpark auch von der betriebswirtschaftlichen grünen Wiese zielorientiert arbeiten können.

Ein weiteres Feld ist die Teilereinigung. Was hat es damit auf sich und wer braucht so etwas?

Es geht darum Bauteile für die weitere Bearbeitung vorzubereiten. Dazu haben wir spezielle Maschinen, die klassisch reinigen und entfetten. Je nach Anforderung nutzen wir hier die Tauch- oder die Ultraschallreinigung. So bleiben alle Teile fettfrei und ohne Schmierfilm. Am Ende des Prozesses werden die Teile mit einem temporären Korrosionsschutz konserviert. Und sind für Prozesse wie Schweißen oder Kleben ohne weitere Nachbehandlung einsetzbar.

 Was tut der Privatmann Andreas Wacker am liebsten?

Ich habe jüngst geheiratet. Meine Frau und ich unternehmen viel gemeinsam. Es macht Spaß unsere Region zu erkunden. Dazu gehören Schlösser, Burgen und auch gute Veranstaltungen. Kurz: Es muss nicht immer gleich Thailand sein, wir haben es eigentlich schon bei uns in Franken traumhaft.

Wie hieß der letzte Kinofilm, den Sie gesehen haben?

Puh, da erwischen Sie mich auf dem falschen Fuß, den hatte meine Liebste ausgesucht und es ist auch schon ein paar Jahre her ...

Sie sind also nicht der typische Kinogänger?

Also zumindest nicht regelmäßig. Aber Männerherzen mit Til Schweiger und Christian Ulmen fand ich zum Beispiel gut.

Was kann Sie wütend machen?

Da beziehe ich mich gerne wieder aufs Berufsleben. Sauer kann ich werden, wenn ich merke, dass höchst priorisierte Projekte oder Arbeitsschritte im Team nicht ernst genug genommen werden. Aber das passiert aktuell eigentlich nicht mehr.

Haben Sie ein Leibgericht?

(schmunzelt) Schnitzel. Wenn es gut gemacht ist.

Was für ein Buch liegt auf Ihrem Nachtisch?

Keines. Aber im Wohnzimmer liegt die Porsche Saga. Stefan Aust und sein Co-Autor haben da die Geschichte des Familienunternehmens mit dem Werdegang dieser faszinierenden Automarke verknüpft. Klasse.

Haben Sie einen Leitspruch?

Na ja, Leitspruch?! Vielleicht 'wer nicht wagt, der nicht gewinnt'.

Link zur Webseite:

www.wacker-qs.de

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