Der Heizungs- und Sanitärinstallateur

101 Köpfe: Franz-Josef Herrmann

Franz-Josef Herrmann. Foto: privat

Franz-Josef Herrmann hat als Heizungs- und Sanitärinstallateur alle Hände voll zu tun. Im Gespräch mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN spricht der 51-Jährige über die Entwicklungen in der Handwerksbranche und seine persönlichen Vorzüge der Selbstständigkeit.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN: Herr Herrmann, wann haben Sie sich selbstständig gemacht? 

Im Mai 2005. Es war schon immer mein Ziel, mich selbstständig zu machen, nachdem ich 1997 meine Meisterprüfung abgelegt hatte. Ich war dann als Meister angestellt und parallel im Nebengewerbe tätig. Irgendwann war dies zeitlich nicht mehr zu bewältigen, sodass ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewählt habe.

Welche Vorteile hatte dies für Sie?

Mein Ziel war es, mich zu 100 Prozent auf meinen eigenen Betrieb zu konzentrieren, mit allem, was dazugehört. Die Materie Gas, Wasser und Öl birgt ein hohes Maß an Verantwortung, welche ich voll und ganz übernehmen wollte. Darüber hinaus war es schon immer mein Traum, mein „eigener“ Chef zu sein.

Was macht Ihnen bei Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Der persönliche Kontakt mit dem Kunden steht für mich an erster Stelle. Egal, ob es sich um eine Badsanierung oder eine Neubauplanung handelt. Es macht großen Spaß, kreativ zu sein und die Kunden, unter anderem über regenerative Energiequellen, zu beraten und mein Fachwissen weiterzugeben. Am Ende des Auftrages einen begeisterten Kunden zu sehen, ist das Schönste.

Was ist die größte Herausforderung in der täglichen Arbeit?

Wichtig ist für mich, dass mein Kunde zu 100 Prozent zufriedengestellt ist. Es ist nicht immer leicht, mehrere Aufträge unter einen Hut zu bringen. Notdienst – auch nach Dienstschluss und an Wochenenden – ist für mich selbstverständlich.

Hat sich Ihr Beruf in den vergangenen Jahren verändert?

Als ich 1978 mit der Ausbildung begann, waren die Hauptenergiequellen Öl, Gas und Holz. Heute sind durch die regenerativen Geschichten sowie die Energieeinsparungsverordnungen (ENEV) die Themen Erdwärme, Windenergie, Solartechnik nicht mehr wegzudenken. Dadurch muss man auf dem neuesten Stand bleiben und sich ständig weiterbilden.

Sind die Ansprüche der Kunden gestiegen?

Heute ist es schwerer, die Termine auf den Vormittag zu legen, da häufig zu dieser Zeit niemand zu Hause ist. Die Kunden erwarten, dass man auch nach 17 Uhr und außerhalb der Regelarbeitszeit zur Verfügung steht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Die Berufe im Handwerk sollten an den Schulen wesentlich mehr Beachtung und Aufklärung finden. Nicht jedes Kind muss ein Abitur nachweisen, um beruflich Erfolg zu haben. Der Druck, den viele Eltern auf ihre Kinder ausüben, ist enorm. Ich würde mir wünschen, dass die Gesellschaft darüber nachdenkt, wie denn die Zukunft ohne einen Handwerker aussieht.

Wo findet man Sie an einem freien Wochenende?

Ich schnüre gerne meine Turnschuhe und bezeichne mich als Extremläufer. Um Energie für den Arbeitsalltag zu tanken, relaxe ich in der Sauna. Als Weinliebhaber gehe ich auch gerne auf Weinfeste in der Region und treffe gerne Freunde.

Wie lauten Ihre Ziele? 

Gesundheit ist das A und O. Ich möchte meinen Beruf mit der Überzeugung und Kraft fortsetzen, wie ich es in den letzten 35 Jahren gemacht habe.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Nennen Sie uns tolle Persönlichkeiten aus Mainfranken? 

Barbara Stamm, weil sie immer etwas bewegt und standhaft ist. Dirk Nowitzki, weil er die Region weltweit vertritt und er trotz seines riesigen Erfolgs ein ganz normaler Mensch geblieben ist. Auch Bernd Hollerbach erwähne ich gerne. Er hat es geschafft, dass der FC Würzburger Kickers zu einem Verein wurde, der in Deutschland Beachtung findet und nun in vielen Sportsendungen Thema ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Artikel teilen
nach oben