Der Spezialist für Rechtsfragen

101 Köpfe: Konstantin Malakas

101 Köpfe: Konstantin Malakas

Konstantin Malakas ist Inhaber der Rechtsanwaltskanzlei K. Malakas und Fachmann für alle Fragen rund um IT-, Wettbewerbs-, Marken- und Urheberrecht. Im Gespräch mit B4B Wirtschaftsleben Mainfranken erzählt der 52-jährige unter Anderem von seinen spannenden Fällen und verrät, warum er vom Rummel um Prominente nicht viel hält. 

Herr Malakas, was sind die Spezialitäten Ihrer Kanzlei?

IT-Recht, also alle Rechtsfragen rund um Hardware, Software, Internet, Telekommunikation, Marken-, Wettbewerbs- und Urheberrecht. Anders gesagt: Wer darf wie werben? Welche Bezeichnungen darf man verwenden? Wer darf wie Fotos, Filme, Texte nutzen? Wie sollten Verträge und AGB zur Beschaffung von Hard- und Software oder für Web-Shops ausgestaltet sein?

Wie viele Kollegen arbeiten mit Ihnen zusammen im Unternehmen?

In unserer Bürogemeinschaft in Würzburg sind wir zu viert. Dann gibt es noch drei Kollegen in Fürth, mit denen ich häufig zusammenarbeite und einen Kollegen in den USA, mit dem ich seit 23 Jahren regelmäßig cross-border-Fälle bearbeite.

Wer nimmt Ihre Dienstleistungen in Anspruch?

Überwiegend Unternehmer und Gründer aber natürlich auch Privatleute.

Was war bisher Ihr interessantester / kniffligster Fall?

Eine Millionen-Schadensersatzklage wegen einer behaupteten Software-Nachahmung, oder die Befreiung eines Mandanten aus der unzutreffenden Holocaustleugner-Wiki, oder der Schadensersatz für einen geschassten Geschäftsführer oder die Verträge für die Erfinderin von Bienenwaagen oder der deutsch-italienische Druckmaschinenliefervertrag oder die deutsch-amerikanische Lasergravurfirmengründung oder der Mandant, dessen Fotos unautorisiert von einem großen deutschen Discounter für die wöchentlichen Werbeflyer verwendet wurden, oder der Schadensersatz, den Amazon an meine Mandanten zahlen musste…, da gibt es so vieles, an was ich mich gerne erinnere.

Woran haben Sie in Ihrem Beruf am meisten Freude?

Beim Ausknobeln von Vertragsgestaltungen oder beim Aushandeln von Konditionen, weil ich da am besten meine Erfahrung ausspielen kann.

Was wäre eine berufliche Herausforderung für Sie?

Ausländischen Handelsplattformbetreibern wie amazon, eBay, etsy usw. beizubringen, dass sie beim Betrieb ihrer Plattformen innerhalb Deutschlands gefälligst deutsches Recht einzuhalten haben.

Wie bewerten Sie als Fachmann für Urheberrecht das neue Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG), das kürzlich beschlossen wurde und zum 01. März 2018 in Kraft treten soll?

Das ist aber mal eine ungewöhnliche Frage. Mit dem Gesetz wird u.a. das UrhG geändert, um – so zumindest der Anspruch – den aktuellen Erfordernissen der Wissensgesellschaft gerecht zu werden. Auf eine kurze Formel gebracht, versucht das Gesetz einen Ausgleich zwischen den Interessen der Fachverlage an einer angemessenen Vergütung für die oft arbeitsintensiven und damit teuer herzustellenden Publikationen einerseits und den Bedürfnissen von Wissenschaft und Lehre an erschwinglichen Inhalten andererseits zu schaffen. Einer der wesentlichen Streitpunkte ist die Abrechnung von Pauschalen statt nach Einzelnutzungen, was aufwändiger aber lukrativer für die Rechteinhaber ist. Man muss kein Fachmann sein, um zu begreifen, dass das Tauziehen ums Geld nur einen Kompromiss hervorbringen konnte, der für beide Seiten nicht sonderlich erquicklich ist. Deshalb wird in fünf Jahren überprüft, ob sich die Änderungen bewährt haben.

Wie oder wo entspannen Sie sich nach einer anstrengenden Arbeitswoche?

Naja, damit soll eigentlich niemand gelangweilt werden, aber ein Pool und ein Longdrink spielen schon eine gewisse Rolle.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Derzeit mal wieder „Rosen für Apoll“ von Joachim Fernau. Köstlich. – Aber woher wissen Sie das?

Welche prominente Person würden Sie gerne einmal treffen? Warum?

Ganz ehrlich? Am meisten Ehrfurcht habe ich vor Menschen, die sich – egal ob als Unternehmer oder Nicht-Selbständige – täglich durchs Leben schlagen müssen, weil ihnen nichts geschenkt oder in die Wiege gelegt wurde. Ich halte nicht viel vom Rummel, der um sogenannte Prominente veranstaltet wird. Eine Frau mit viel Mutterwitz, die ich kenne, pflegt zu sagen: „Die sch… genauso stinkig wie andere Leute auch.“ Bitte verzeihen Sie eine gewisse fränkische Derbheit, aber zutreffender kann man es kaum ausdrücken.

Was ist Ihr größter Zukunftswunsch?

Sie meinen außer dem Weltfrieden? Einfach das weiter tun können, was mich in meinen bisherigen Berufsjahren erfüllt hat - vielleicht mit etwas weniger Wochenstunden. Aber dieser Aspekt dürfte ein frommer Wunsch bleiben.

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