Der Bären-Wirt

101 Köpfe Stefan Morhard

Stefan Morhard und seine Frau Rita

Stefan Morhard ist Inhaber des mainfränkischen Hotelgasthofs Bären in Randersacker bei Würzburg. Seit 1886 ist das fränkische Vorzeigeunternehmen in Familienhand. Der Gastronom und Hotellier pflegt und lebt mit Gattin Rita Morhard damit eine langjährige Tradition.

Herr Morhard, mit Ihrem diesjährigen Dekret der absoluten Rauchfreiheit in Ihrem Haus übererfüllen Sie die gesetzlichen Maßgaben. Diskriminieren Sie damit aktiv die Raucher?

Aber nein, ich habe durchaus Raucher auch im Freundeskreis, wo denken Sie hin? Nur beeinträchtigt meiner Meinung nach aktives ebenso wie passives Rauchen das Geruchs- und Geschmacksempfinden. Da wir uns über feinsinnige, lukullische Spitzenleistung definieren wollen, sehe ich hier einen Zielkonflikt.

Was hat das mit den Gästezimmern zu tun, ist da nicht Privatsphäre?

Ja, natürlich. Aber eben mit dieser kleinen Einschränkung. Sehen Sie, wir reden ja hier nicht über eine willkürliche Spontan-Entscheidung. Der Weg zum rauchfreien Haus war ein Prozess zu dem auch viel der Dialog mit unseren Gästen beigetragen hat. Wir bekommen für die Entscheidung fast ausschließlich Lob, Anerkennung und bei Rauchern sogar in aller Regel Verständnis. Wer wirklich das Nikotin braucht, kann ja erstens in unserem Innenhof rauchen. Oder aus der Not eine Tugend machen und nach dem Essen einen Spaziergang über die wunderschöne Randersackerer Mainpromenade machen.

Sie mögen und propagieren die regionale Küche. Bekomme ich bei Ihnen auch mal ein argentinisches Rindersteak?

Solche Dogmen finde ich eher langweilig, das kann man also so nicht sagen. Jeder Unternehmer wie eigentlich jeder Mensch sollte sich aber die Frage stellen, wofür er oder sie steht. Und dann versuchen, danach zu leben. Es macht keinen Sinn Fleisch aus Südamerika zu importieren, wenn ich es hier ohne große Logistikleistung besser bekomme.

Also kein Hüftsteak vom argentinischen Ochsen?

Wie gesagt, wir suchen grundsätzlich zuerst regional nach den Produkten. Nur was hier nicht oder nicht in der gewünschten Qualität zu finden ist, das holen wir von weiter her. Die Philosophie einer regionalen, fränkischen Küche hat eine langjährige Tradition bei uns. Nicht zu vergessen: Ich liebe selbst die fränkische Küche und es macht mir Spaß unser Leitbild Gästen aus aller Welt näher zu bringen.

Genau diese regionale Küchenphilosophie wird oft gelobt, warum haben Sie noch keinen Stern?

Also erstens spielen wir in einer anderen Liga. Zweitens, ganz ehrlich: ich bin gar nicht so scharf auf einen Stern. Gasthof und Hotel sind das ganze Jahr über gleichermaßen voller lieber Gäste, langjähriger Freunde des Hauses und Tagungs- und Seminarkunden. Wir sind sicher nicht selbstzufrieden aber trotzdem entspannt und glücklich wie es ist.

Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht in Küche oder Gastraum stehen?

Zum Beispiel in den Weinbergen von Randersacker spazieren gehen, Sonne tanken, die Landschaft genießen. Einfach mal von oben auf die Dinge schauen, das entspannt.

Was essen und trinken Sie persönlich am liebsten?

(lacht) Roastbeef oder Taube. Dazu Silvaner. Ich weiß, das scheint nicht zu passen, schmeckt aber einfach gut.

Was war das letzte gute Buch, das Sie gelesen haben?

Das war „Ludendorff, Diktator im ersten Weltkrieg“.

Welche historische Gestalt bewundern Sie und warum?

Bismarck. Er hat die größten Sozialreformen der Geschichte bewirkt.

Was kann Sie so richtig wütend machen?

Wenn die eigentlich normalsten Routineabläufe nicht so laufen wie es sein sollte.

Was empfehlen Sie unseren Lesern zur Stressbewältigung?

Einen Abend im Gasthof Bären zu Randersacker (lacht).

Ihr Haus ist seit über 120 Jahren in Familienhand. Haben Sie schon einen Nachfolger?

Erstens stehe ich noch voll im Saft und habe noch lange nicht vor mich zur Ruhe zu setzen. Und zweitens freue ich mich, dass unser Sohn Max derzeit in Berlin Hotelmanagement studiert.

Link zur Website:

http://www.baeren-randersacker.de

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Der Bären-Wirt

101 Köpfe Stefan Morhard

Stefan Morhard und seine Frau Rita

Stefan Morhard ist Inhaber des mainfränkischen Hotelgasthofs Bären in Randersacker bei Würzburg. Seit 1886 ist das fränkische Vorzeigeunternehmen in Familienhand. Der Gastronom und Hotellier pflegt und lebt mit Gattin Rita Morhard damit eine langjährige Tradition.

Herr Morhard, mit Ihrem diesjährigen Dekret der absoluten Rauchfreiheit in Ihrem Haus übererfüllen Sie die gesetzlichen Maßgaben. Diskriminieren Sie damit aktiv die Raucher?

Aber nein, ich habe durchaus Raucher auch im Freundeskreis, wo denken Sie hin? Nur beeinträchtigt meiner Meinung nach aktives ebenso wie passives Rauchen das Geruchs- und Geschmacksempfinden. Da wir uns über feinsinnige, lukullische Spitzenleistung definieren wollen, sehe ich hier einen Zielkonflikt.

Was hat das mit den Gästezimmern zu tun, ist da nicht Privatsphäre?

Ja, natürlich. Aber eben mit dieser kleinen Einschränkung. Sehen Sie, wir reden ja hier nicht über eine willkürliche Spontan-Entscheidung. Der Weg zum rauchfreien Haus war ein Prozess zu dem auch viel der Dialog mit unseren Gästen beigetragen hat. Wir bekommen für die Entscheidung fast ausschließlich Lob, Anerkennung und bei Rauchern sogar in aller Regel Verständnis. Wer wirklich das Nikotin braucht, kann ja erstens in unserem Innenhof rauchen. Oder aus der Not eine Tugend machen und nach dem Essen einen Spaziergang über die wunderschöne Randersackerer Mainpromenade machen.

Sie mögen und propagieren die regionale Küche. Bekomme ich bei Ihnen auch mal ein argentinisches Rindersteak?

Solche Dogmen finde ich eher langweilig, das kann man also so nicht sagen. Jeder Unternehmer wie eigentlich jeder Mensch sollte sich aber die Frage stellen, wofür er oder sie steht. Und dann versuchen, danach zu leben. Es macht keinen Sinn Fleisch aus Südamerika zu importieren, wenn ich es hier ohne große Logistikleistung besser bekomme.

Also kein Hüftsteak vom argentinischen Ochsen?

Wie gesagt, wir suchen grundsätzlich zuerst regional nach den Produkten. Nur was hier nicht oder nicht in der gewünschten Qualität zu finden ist, das holen wir von weiter her. Die Philosophie einer regionalen, fränkischen Küche hat eine langjährige Tradition bei uns. Nicht zu vergessen: Ich liebe selbst die fränkische Küche und es macht mir Spaß unser Leitbild Gästen aus aller Welt näher zu bringen.

Genau diese regionale Küchenphilosophie wird oft gelobt, warum haben Sie noch keinen Stern?

Also erstens spielen wir in einer anderen Liga. Zweitens, ganz ehrlich: ich bin gar nicht so scharf auf einen Stern. Gasthof und Hotel sind das ganze Jahr über gleichermaßen voller lieber Gäste, langjähriger Freunde des Hauses und Tagungs- und Seminarkunden. Wir sind sicher nicht selbstzufrieden aber trotzdem entspannt und glücklich wie es ist.

Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht in Küche oder Gastraum stehen?

Zum Beispiel in den Weinbergen von Randersacker spazieren gehen, Sonne tanken, die Landschaft genießen. Einfach mal von oben auf die Dinge schauen, das entspannt.

Was essen und trinken Sie persönlich am liebsten?

(lacht) Roastbeef oder Taube. Dazu Silvaner. Ich weiß, das scheint nicht zu passen, schmeckt aber einfach gut.

Was war das letzte gute Buch, das Sie gelesen haben?

Das war „Ludendorff, Diktator im ersten Weltkrieg“.

Welche historische Gestalt bewundern Sie und warum?

Bismarck. Er hat die größten Sozialreformen der Geschichte bewirkt.

Was kann Sie so richtig wütend machen?

Wenn die eigentlich normalsten Routineabläufe nicht so laufen wie es sein sollte.

Was empfehlen Sie unseren Lesern zur Stressbewältigung?

Einen Abend im Gasthof Bären zu Randersacker (lacht).

Ihr Haus ist seit über 120 Jahren in Familienhand. Haben Sie schon einen Nachfolger?

Erstens stehe ich noch voll im Saft und habe noch lange nicht vor mich zur Ruhe zu setzen. Und zweitens freue ich mich, dass unser Sohn Max derzeit in Berlin Hotelmanagement studiert.

Link zur Website:

http://www.baeren-randersacker.de

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