Der Bau- und Immobiliensachverständige

101 Köpfe: Stephan Schulz

101 Köpfe: Stephan Schulz

Stephan Schulz ist Partner und Inhaber der Firma Hartmann Schulz Partner in Würzburg. Im Interview mit B4B Mainfranken verrät der 55-Jährige neben privaten Einblicken unter Anderem, wie er sich die Zukunft des Unternehmens vorstellt.

Herr Schulz, was genau ist Ihre Aufgabe im Betrieb?

Die Begutachtung von Immobilien, Kundenberatung zu Immobilienthemen wie Marktwertermittlung, Kauf- und Verkaufsberatung und Wertermittlung zu steuerlichen Zwecken.

Was ist täglich Ihre größte Herausforderung?

Das Erkennen und Umsetzen der Kundenwünsche, die Erfassung von Immobilien in allen technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Eigenschaften. Auch das Erkennen von Entwicklungspotenzialen.

Wer kommt zu Ihnen als Kunde?

Jedermann, der beruflich oder privat mit Immobilien zu tun hat: Unternehmer, Privatleute, Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts, Behörden.

Was war bisher Ihr komplexester Fall bei einem Gutachten bzw. einer Bewertung?

Unser Büro begleitet regelmäßig städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen. In diesem Zusammenhang bewerten wir auch große Konversionsflächen. Das sind Gebiete, häufig in der Größe von Stadtteilen, die von einer ehemals militärischen Nutzung in eine öffentliche oder private Nutzung übergehen. Die Einflüsse auf den Wert der Immobilien in technischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sind äußerst vielfältig. Diese Aufgaben sind sehr individuell und immer wieder mit neuen Herausforderungen verbunden. Das liegt uns.

Wie würden Sie den Schiefen Turm von Pisa bewerten?

Glücklicherweise sind wir keine Tragwerksplaner und wir waren auch nicht bei dem Bau des Turms mit der Bauqualitätsüberwachung beauftragt.

Für den Bewerter ist der Turm ein tolles Unikum: Eine Marke, weltweit bekannt. Diese Marke kann über Eintrittsgelder hinaus ganz erhebliche Geldumsätze generieren. Am Ende bestimmen diese Umsätze den Wert. Die Kapitalisierung der Umsätze können wir getrost auf ewig sehen. Da käme eine große Zahl raus. Das wäre eine spannende Aufgabe, vielleicht sollten wir da mal eine Bewerbung an die Stadt Pisa versenden.

Woran haben Sie in Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Immobilien sind ja Behausungen, die zum Betreten und für den Aufenthalt von Menschen hergestellt sind. In unserem Beruf lernen wir Menschen in allen Bereichen des privaten Lebens und der Berufsausübung statt. Häufig hängt der Wert von Immobilien davon ab, was und wie die Menschen es dort tun. Dieses Lebensstudium finde ich immer wieder von Neuem interessant.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Wohnzimmer-/ Nachttisch?

1 Q 84 von Haruki Murakami, Buch 2. Nach der Lektüre von Buch 1 habe ich mich über den Inhalt des äußerst spannenden Romans mit einer Freundin unterhalten wollen. Vor allem das rätselhafte Ende hat mich beschäftigt. Wie groß war meine Freude, als die Freundin sagt: „Die Beantwortung deiner Fragen findest du im Buch 2.“ Von dieser Fortsetzung wusste ich bis dahin nichts. Am nächsten Tag habe ich das Lesen von Buch 2 angefangen. Inzwischen längst ausgelesen, liegt es immer noch auf meinem Tischchen am Bett. Wie gerne würde ich Aomame und Tengo Kawana, die Hauptprotagonisten der Geschichte, persönlich kennenlernen.

Stellen Sie sich vor, Sie laden ein paar Freunde ein. Womit verwöhnen Sie sie?

Kommt auf die Freunde an. Gut möglich, dass ich meine Freunde bekoche. Das jedenfalls macht mir große Freude.

Was ist für Sie ein gelungener Urlaub?

Mit den Menschen, die mir am nahesten stehen, also meine Familie, oder auch gute Freunde, entspannt Zeit zu verbringen. Das am liebsten in der Natur, und am allerliebsten auf einer Segelyacht.

Wenn sich die Gelegenheit bieten würde: In welchem Betrieb würden Sie gerne Mäuschen spielen?

In der Region Mainfranken ist das sicher die Firma Flyeralarm. Aus der Nähe zu erfassen und zu verstehen, aus was sich die Dynamik dieses Betriebes speist, das wäre schon interessant.

Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in 10 Jahren?

In 10 Jahren stehen sowohl mein Büropartner Eduard Hartmann als auch ich an der Schwelle zum Ruhestand. Bis dahin stehen neben uns längst die Kollegen, die für einen Fortbestand unseres Büros sorgen werden. Der Schwerpunkt der Bürotätigkeit wird nicht mehr in der Erstellung von Gutachten liegen. Den mindestens gleichen Stellenwert wird bis dahin die Beratungstätigkeit einnehmen: Der größte Gestaltungsspielraum für unsere Kunden ist vor dem Handeln, also in der Planungs- und Entscheidungsphase von Investitionen vorhanden. Hier können wir unser Know How mit dem größten Kundennutzen einbringen. Auch im steuerlichen Bereich könnte unser Leistungsangebot noch mehr angenommen werden.

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