Thema der Woche

Lagerung von Lithium-Batterien in Arbeitsräumen

Lithiumbatterien sind im Normalbetrieb sind Lithiumbatterien als relativ sicher einzustufen, Probleme entstehen jedoch, sollten sie durch elektrische, mechanische und/oder thermische Einwirkung beschädigt werden. Daher ist der Transport von Lithiumbatterien bereits seit Jahren im ADR (Gefahrgutverordnung Straße) detailliert geregelt. Für die innerbetriebliche Lagerung und Bereitstellung fand man bis vor kurzem keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften. Dies änderte sich jedoch mit der Aktualisierung der Technischen Regel Gefahrstoffe 510 in der Ausgabe 2020. Aber warum: Sind denn Lithium-Batterien Gefahrstoffe?

Sicher nicht! Zum einen fallen Lithium-Batterien weder formal noch Materiell unter den Anwendungsbereich der CLP-Verordnung (Verordnung 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) verbindlich umgesetzt. Die Abkürzung CLP steht für den englischen Titel der Verordnung "Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures "). Zum anderen fallen Lithium-Batterien auch nicht unter den Begriff Gefahrstoffe gem. GefStoffV also wären Sie nicht gefährdungsbeurteilungspflichtig und die TRGS 510 eigentlich nicht anwendbar. Jedoch haben sie in so großem Umfang als Stromquelle für Betriebsmittel (z. B. Werkzeug, Laptop, Mobilgeräte), Flurförderfahrzeugen (vom Nachlauf-Transportwagen bis Gabelstapler) und Elektromobilität (z.B. Lastenfahrrad) oder für die hergestellten Produkte Einzug gehalten, dass Ihre brandschutztechnischen Eigenschaften in der Kombination der Lagerung mit anderen Gefahrstoffen betrachtet werden müssen.

Veranlasst durch eine Vielzahl von größeren und kleineren Schadensfällen, haben auch die deutschen Versicherer (GDV e.V.) seit längerem in Brandversuche investiert, um mit den gewonnenen Erkenntnissen ein Merkblatt für Produzenten, Spediteure und Nutzer zu erstellen (VdS 3103:2016). In der zweiten Auflage liefert das Merkblatt in groben Zügen die wichtigsten Hinweise zur Erarbeitung eines eigenen Brandschutzkonzeptes.

Nach Meinung des GDV sind Lithium-Batterien, innerbetrieblich grundsätzlich wie ein Gefahrstoff zu behandeln. Dadurch bieten die Technischen Regeln für Gefahrstoffe „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ Nr. 510: Ausgabe 2020 die richtige Orientierungshilfe für die verpflichtende Erstellung der Gefährdungsbeurteilung nach §5 Arbeitsschutzgesetz und daraus resultierende, technische Schutzmaßnahmen.

Durch Anwendung der in ihr verankerten Brandschutzmaßnahmen, wird das öffentliche/rechtliche Schutzziel, Gefährdungen zu beseitigen oder auf ein Minimum zu reduzieren, mit eingebunden (Abschnitt 3 TRGS 510). Bereits in Abschnitt 4 (Allgemeine Schutzmaßnahmen) finden Sie den Hinweis, dass Sie „Mittel zur Gefahrenabwehr“ bereithalten müssen. Sind Lithium-Batterien im Arbeitsbereich vorhanden, müssen geeignete Löschmittel vorhanden sein. Hinzu kommt in Abs. 4.2., dass sich in der unmittelbaren Nähe von Lagerbehältern mit entzündbaren Gefahrstoffen keine wirksamen Zündquellen befinden dürfen. Darunter fallen in der Praxis z. B. Lösemittelbehälter, Treibstoffe, Spraydosen, Druckgaskartuschen, etc.. Gerade beim Laden stellen Lithium-Batterien immer eine potentielle Zündquelle dar. Daher sollte dies (ohne Schutzmaßnahmen), wie in den Bedienungsanleitungen aller Hersteller beschrieben, immer unter Aufsicht erfolgen. Was alternativ zu tun ist, dass wird in Abschnitt 13.2.3 beschrieben. Sie erreichen eine Getrenntlagerung durch entsprechende Sicherheitsabstände (mind. 2,5 (Einzel-Akku) oder 5 m – je nach gelagerter Menge deutlich mehr), oder Barrieren durch Wände oder z.B. Boxen aus nicht brennbarem Material. Sind diese Schutzabstände betrieblich nicht möglich, bleibt alternativ nur die Schaffung eines separaten Lagerabschnitts durch Sicherheitsschränke oder Container mit einer Feuerwiderstandsdauer von mind. 90 Minuten.

Die Brandgefahren Ihrer Betrachtung, sind häufig auf fehlerhafte Handhabung und/oder Bedienung zurückzuführen. Hauptursachen: Mechanischer Stress (Herunterfallen), Thermischer Stress, Überladung (interne Kurzschlüsse). Weitere Gefahrenquellen durch die Batteriesysteme selbst: Hoher elektrischer Strom oder möglicher Austritt giftiger und/oder entzündbarer Inhaltsstoffe im Brandfall, die ein explosionsfähiges Gemisch bilden können (z. B. Flourwasserstoff (2HF), Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure, 3HF)) und die hohe Brandlast der verwendeten Materialien und Komponenten.  Bei Erwärmung/Thermal runaway kann es zu einem plötzlichen Bersten von Batterien und Batteriezellen, bei Versagen des Sicherheitsventils kommen. Die Sachversicherer gehen mehr ins Detail: Die folgenden Sicherheitsregeln grundsätzlich für alle Lithiumbatterien zu beachten: Einhaltung aller Vorgaben der jeweiligen Hersteller, Verhinderung äußerer Kurzschlüsse, Schutz vor hohen Temperaturen und Wärmequellen. Dies gilt natürlich auch durch die Bereitstellung und Lagerung

  • In nicht durch automatische Löschanlagen geschützten Bereichen ist eine bauliche Trennung, alternativ eine räumliche Trennung von mind. 2,5 m zu allen anderen brennbaren Materialien einzuhalten
  • Beschädigte oder defekte Lithium-Batterien sind umgehend aus den Arbeitsräumen zu entfernen und bis zur Entsorgung in sicherem (!) Abstand oder in einem Brandschutztechnisch abgetrennten Bereich zwischen zu lagern

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine ungeschützte Mischlagerung mit anderen brennbaren Stoffen zu unbedingt vermeiden ist. Da die unterschiedlichen Leistungskapazitäten bei der Lagerung gleichermaßen eine wichtige Rolle spielen, sind Lithiumbatterien, in drei Leistungskategorien eingeteilt worden:

  • Lithium-Batterie geringer Leistung: <2g Li /Batterie (UN 3090) oder <100 Wh/Batterie (UN 3480)
  • Lithium-Batterie mittlerer Leistung: >2g Li und ≤ 12 kg brutto/Batterie (UN 3090) oder >100 Wh und ≤12 kg/Batterie (UN 3480)
  • Lithium-Batterie hoher Leistung: >2 g Li und ≥12 kg brutto/Batterie (UN 3090) oder >100 Wh und/oder >12 kg brutto/Batterie (UN 3480)

Spezifische Sicherheitsregeln treffen Lithium-Batterien mit geringer Leistung erst ab Lagerung größerer, zusammenhängende Mengen von mehr als 7 m3 oder mehr als 6 Europaletten. Dann gelten für sie die gleichen, wie jene für Lithium-Batterie mittlerer Leistung. Lagerbereiche mit Lithium-Batterie mittlerer Leistung sind von anderen räumlich (mind. 5 m - Getrenntlagerung) oder baulich feuerbeständig (also Feuerwiderstandsfähigkeit mind. F90 - Separatlagerung) abzutrennen, je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Die Mischlagerung mit anderen Produkten, die einen Brand beschleunigen können, darunter fallen beispielsweise auch Paletten, Papier, etc. „Brandlast-Frei“ ist hier die Devise. Der Lagerbereich mittlerer Lithium-Batterien muss durch eine geeignete Brandmeldeanlage mit Aufschaltung auf eine ständig besetzte Stelle überwacht werden. Lässt sich eine Getrenntlagerung mit mind.(!) 5m Sicherheitsabstand im Lager noch darstellen, stößt man in Arbeitsräumen (Produktion, Werkstatt, Service, Entwicklung, etc.) schnell an die Grenzen des Machbaren. Daher werden zur Separatlagerung häufig Gefahrstoffschränke nach EN DIN 14470-1 als sicheres Zwischenlager für die Mengen über den Tagesbedarf hinaus oder reparatur-/diagnosebedürftige Lithium-Batterie eingesetzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Definierte Fluchtzeit für die im Raum Beschäftigten und Dritter bei einem Brand in der Werkstatt, selbstschließende Türen, Druckentlastungsöffnungen, geprüfte Brandschutzdurchführungen zum Einbringen von Elektrokabeln, etc.. Doch Vorsicht, es gibt dabei einige Details zu beachten:

  • Selbstverständlich dürfen im keine anderen entzündbaren Stoffe oder gar Gefahrstoffe gelagert werden (z.B. Spraydosen, Lösemittel, etc.)
  • Auf Grund der kritischen Temperatur der Lithium-Batterie von ca. 125°C bis 130°C, die man der Zündtemperatur eines Gefahrstoffes gleich setzen kann, dürfen Lithiumbatterien nach TRGS 510:2020 nur in Sicherheitsschränken mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten (Typ 90) gelagert werden.
  • Der kritische Temperaturbereich ab 125°C/130°C wird bei einer Brandeinwirkung von außen früher erreicht, als die zulässige Innentemperatur in einer Prüfung nach EN DIN 14470-1 (zulässige Innentemperatur: Umgebungstemperatur + ∆T=180°C). Das bedeutet, dass Gefahrstoffschränke die angegebene, geprüfte Feuerwiderstandsfähigkeit (≈ Fluchtzeit) ggf. nicht erreichen (können). Diese ist jedoch eminent wichtig für die Planung der Fluchtwege und des Löschangriffs
  • Gefahrstoffschränke halten ihre Feuerwiderstandsfähigkeit bei einer Brandeinwirkung von außen nach innen. Einen Brand von innen nach außen kann der Gefahrstoffschrank aber nur schwer eindämmen

Ein zwar geprüfter, jedoch unveränderter Gefahrstoffschrank nach EN DIN 14470-1 muss „ertüchtigt“ werden, um diesen innerhalb seiner technischen Spezifikation nutzen zu können. In der Praxis bewährt haben sich nach unserer Erfahrung unterschiedliche, technische Maßnahmen:

  • Schrankinterne Separierung von Lithiumbatterien in einzelnen, Lager- und/oder Transport-Boxen gefüllt mit geprüftem Löschmittel. Im Fall des thermischen Durchgehens einer Lithium-Batterie (thermal runaway) begrenzen die Boxen das Schadensszenario auf ihr Inneres.
  • Branderkennung durch im Schrank angebrachte Sensortechnik, kombiniert mit einer Brandbekämpfung durch ein Spezial-Aerosol. Durch das geschlossene System „Schrank“ kann das Aerosol über eine lange Stützzeit hinweg im Schank gebunden werden

 Die Kombination mit Gefahrstoffschrank und den Löschverfahren, bietet dem Anwender die Sicherheit bei der Lagerung im Arbeitsraum „in beiden Richtungen“. Weiterhin entfallen durch die Verknüpfung von Schrank und Löschmittel die geforderten Sicherheitsabstände bei einer Getrennntlagerung

 Fundamental für alle ihre Maßnahmen ist jedoch die Erarbeitung eines wirksamen Schutzkonzeptes mit Dokumentation für ihren Einzelfall. Sollten Sie Probleme bei der Umsetzung haben: Wir unterstützen Sie gern bei der Auswahl und Lieferung der technischen Maßnahmen. Melden Sie sich bei uns, wir können gerne einen Termin vor ein Vorgespräch vereinbaren.

Kontaktdaten

Erbstößer GmbH

Jens Erbstößer

Dillberg 15

97828 Marktheidenfeld

www.erbs.de

Telefon +49 9391 4052 

E-Mail kontakt@erbs.de

Thema der Woche

Lagerung von Lithium-Batterien in Arbeitsräumen

Lithiumbatterien sind im Normalbetrieb sind Lithiumbatterien als relativ sicher einzustufen, Probleme entstehen jedoch, sollten sie durch elektrische, mechanische und/oder thermische Einwirkung beschädigt werden. Daher ist der Transport von Lithiumbatterien bereits seit Jahren im ADR (Gefahrgutverordnung Straße) detailliert geregelt. Für die innerbetriebliche Lagerung und Bereitstellung fand man bis vor kurzem keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften. Dies änderte sich jedoch mit der Aktualisierung der Technischen Regel Gefahrstoffe 510 in der Ausgabe 2020. Aber warum: Sind denn Lithium-Batterien Gefahrstoffe?

Sicher nicht! Zum einen fallen Lithium-Batterien weder formal noch Materiell unter den Anwendungsbereich der CLP-Verordnung (Verordnung 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) verbindlich umgesetzt. Die Abkürzung CLP steht für den englischen Titel der Verordnung "Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures "). Zum anderen fallen Lithium-Batterien auch nicht unter den Begriff Gefahrstoffe gem. GefStoffV also wären Sie nicht gefährdungsbeurteilungspflichtig und die TRGS 510 eigentlich nicht anwendbar. Jedoch haben sie in so großem Umfang als Stromquelle für Betriebsmittel (z. B. Werkzeug, Laptop, Mobilgeräte), Flurförderfahrzeugen (vom Nachlauf-Transportwagen bis Gabelstapler) und Elektromobilität (z.B. Lastenfahrrad) oder für die hergestellten Produkte Einzug gehalten, dass Ihre brandschutztechnischen Eigenschaften in der Kombination der Lagerung mit anderen Gefahrstoffen betrachtet werden müssen.

Veranlasst durch eine Vielzahl von größeren und kleineren Schadensfällen, haben auch die deutschen Versicherer (GDV e.V.) seit längerem in Brandversuche investiert, um mit den gewonnenen Erkenntnissen ein Merkblatt für Produzenten, Spediteure und Nutzer zu erstellen (VdS 3103:2016). In der zweiten Auflage liefert das Merkblatt in groben Zügen die wichtigsten Hinweise zur Erarbeitung eines eigenen Brandschutzkonzeptes.

Nach Meinung des GDV sind Lithium-Batterien, innerbetrieblich grundsätzlich wie ein Gefahrstoff zu behandeln. Dadurch bieten die Technischen Regeln für Gefahrstoffe „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ Nr. 510: Ausgabe 2020 die richtige Orientierungshilfe für die verpflichtende Erstellung der Gefährdungsbeurteilung nach §5 Arbeitsschutzgesetz und daraus resultierende, technische Schutzmaßnahmen.

Durch Anwendung der in ihr verankerten Brandschutzmaßnahmen, wird das öffentliche/rechtliche Schutzziel, Gefährdungen zu beseitigen oder auf ein Minimum zu reduzieren, mit eingebunden (Abschnitt 3 TRGS 510). Bereits in Abschnitt 4 (Allgemeine Schutzmaßnahmen) finden Sie den Hinweis, dass Sie „Mittel zur Gefahrenabwehr“ bereithalten müssen. Sind Lithium-Batterien im Arbeitsbereich vorhanden, müssen geeignete Löschmittel vorhanden sein. Hinzu kommt in Abs. 4.2., dass sich in der unmittelbaren Nähe von Lagerbehältern mit entzündbaren Gefahrstoffen keine wirksamen Zündquellen befinden dürfen. Darunter fallen in der Praxis z. B. Lösemittelbehälter, Treibstoffe, Spraydosen, Druckgaskartuschen, etc.. Gerade beim Laden stellen Lithium-Batterien immer eine potentielle Zündquelle dar. Daher sollte dies (ohne Schutzmaßnahmen), wie in den Bedienungsanleitungen aller Hersteller beschrieben, immer unter Aufsicht erfolgen. Was alternativ zu tun ist, dass wird in Abschnitt 13.2.3 beschrieben. Sie erreichen eine Getrenntlagerung durch entsprechende Sicherheitsabstände (mind. 2,5 (Einzel-Akku) oder 5 m – je nach gelagerter Menge deutlich mehr), oder Barrieren durch Wände oder z.B. Boxen aus nicht brennbarem Material. Sind diese Schutzabstände betrieblich nicht möglich, bleibt alternativ nur die Schaffung eines separaten Lagerabschnitts durch Sicherheitsschränke oder Container mit einer Feuerwiderstandsdauer von mind. 90 Minuten.

Die Brandgefahren Ihrer Betrachtung, sind häufig auf fehlerhafte Handhabung und/oder Bedienung zurückzuführen. Hauptursachen: Mechanischer Stress (Herunterfallen), Thermischer Stress, Überladung (interne Kurzschlüsse). Weitere Gefahrenquellen durch die Batteriesysteme selbst: Hoher elektrischer Strom oder möglicher Austritt giftiger und/oder entzündbarer Inhaltsstoffe im Brandfall, die ein explosionsfähiges Gemisch bilden können (z. B. Flourwasserstoff (2HF), Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure, 3HF)) und die hohe Brandlast der verwendeten Materialien und Komponenten.  Bei Erwärmung/Thermal runaway kann es zu einem plötzlichen Bersten von Batterien und Batteriezellen, bei Versagen des Sicherheitsventils kommen. Die Sachversicherer gehen mehr ins Detail: Die folgenden Sicherheitsregeln grundsätzlich für alle Lithiumbatterien zu beachten: Einhaltung aller Vorgaben der jeweiligen Hersteller, Verhinderung äußerer Kurzschlüsse, Schutz vor hohen Temperaturen und Wärmequellen. Dies gilt natürlich auch durch die Bereitstellung und Lagerung

  • In nicht durch automatische Löschanlagen geschützten Bereichen ist eine bauliche Trennung, alternativ eine räumliche Trennung von mind. 2,5 m zu allen anderen brennbaren Materialien einzuhalten
  • Beschädigte oder defekte Lithium-Batterien sind umgehend aus den Arbeitsräumen zu entfernen und bis zur Entsorgung in sicherem (!) Abstand oder in einem Brandschutztechnisch abgetrennten Bereich zwischen zu lagern

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine ungeschützte Mischlagerung mit anderen brennbaren Stoffen zu unbedingt vermeiden ist. Da die unterschiedlichen Leistungskapazitäten bei der Lagerung gleichermaßen eine wichtige Rolle spielen, sind Lithiumbatterien, in drei Leistungskategorien eingeteilt worden:

  • Lithium-Batterie geringer Leistung: <2g Li /Batterie (UN 3090) oder <100 Wh/Batterie (UN 3480)
  • Lithium-Batterie mittlerer Leistung: >2g Li und ≤ 12 kg brutto/Batterie (UN 3090) oder >100 Wh und ≤12 kg/Batterie (UN 3480)
  • Lithium-Batterie hoher Leistung: >2 g Li und ≥12 kg brutto/Batterie (UN 3090) oder >100 Wh und/oder >12 kg brutto/Batterie (UN 3480)

Spezifische Sicherheitsregeln treffen Lithium-Batterien mit geringer Leistung erst ab Lagerung größerer, zusammenhängende Mengen von mehr als 7 m3 oder mehr als 6 Europaletten. Dann gelten für sie die gleichen, wie jene für Lithium-Batterie mittlerer Leistung. Lagerbereiche mit Lithium-Batterie mittlerer Leistung sind von anderen räumlich (mind. 5 m - Getrenntlagerung) oder baulich feuerbeständig (also Feuerwiderstandsfähigkeit mind. F90 - Separatlagerung) abzutrennen, je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Die Mischlagerung mit anderen Produkten, die einen Brand beschleunigen können, darunter fallen beispielsweise auch Paletten, Papier, etc. „Brandlast-Frei“ ist hier die Devise. Der Lagerbereich mittlerer Lithium-Batterien muss durch eine geeignete Brandmeldeanlage mit Aufschaltung auf eine ständig besetzte Stelle überwacht werden. Lässt sich eine Getrenntlagerung mit mind.(!) 5m Sicherheitsabstand im Lager noch darstellen, stößt man in Arbeitsräumen (Produktion, Werkstatt, Service, Entwicklung, etc.) schnell an die Grenzen des Machbaren. Daher werden zur Separatlagerung häufig Gefahrstoffschränke nach EN DIN 14470-1 als sicheres Zwischenlager für die Mengen über den Tagesbedarf hinaus oder reparatur-/diagnosebedürftige Lithium-Batterie eingesetzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Definierte Fluchtzeit für die im Raum Beschäftigten und Dritter bei einem Brand in der Werkstatt, selbstschließende Türen, Druckentlastungsöffnungen, geprüfte Brandschutzdurchführungen zum Einbringen von Elektrokabeln, etc.. Doch Vorsicht, es gibt dabei einige Details zu beachten:

  • Selbstverständlich dürfen im keine anderen entzündbaren Stoffe oder gar Gefahrstoffe gelagert werden (z.B. Spraydosen, Lösemittel, etc.)
  • Auf Grund der kritischen Temperatur der Lithium-Batterie von ca. 125°C bis 130°C, die man der Zündtemperatur eines Gefahrstoffes gleich setzen kann, dürfen Lithiumbatterien nach TRGS 510:2020 nur in Sicherheitsschränken mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten (Typ 90) gelagert werden.
  • Der kritische Temperaturbereich ab 125°C/130°C wird bei einer Brandeinwirkung von außen früher erreicht, als die zulässige Innentemperatur in einer Prüfung nach EN DIN 14470-1 (zulässige Innentemperatur: Umgebungstemperatur + ∆T=180°C). Das bedeutet, dass Gefahrstoffschränke die angegebene, geprüfte Feuerwiderstandsfähigkeit (≈ Fluchtzeit) ggf. nicht erreichen (können). Diese ist jedoch eminent wichtig für die Planung der Fluchtwege und des Löschangriffs
  • Gefahrstoffschränke halten ihre Feuerwiderstandsfähigkeit bei einer Brandeinwirkung von außen nach innen. Einen Brand von innen nach außen kann der Gefahrstoffschrank aber nur schwer eindämmen

Ein zwar geprüfter, jedoch unveränderter Gefahrstoffschrank nach EN DIN 14470-1 muss „ertüchtigt“ werden, um diesen innerhalb seiner technischen Spezifikation nutzen zu können. In der Praxis bewährt haben sich nach unserer Erfahrung unterschiedliche, technische Maßnahmen:

  • Schrankinterne Separierung von Lithiumbatterien in einzelnen, Lager- und/oder Transport-Boxen gefüllt mit geprüftem Löschmittel. Im Fall des thermischen Durchgehens einer Lithium-Batterie (thermal runaway) begrenzen die Boxen das Schadensszenario auf ihr Inneres.
  • Branderkennung durch im Schrank angebrachte Sensortechnik, kombiniert mit einer Brandbekämpfung durch ein Spezial-Aerosol. Durch das geschlossene System „Schrank“ kann das Aerosol über eine lange Stützzeit hinweg im Schank gebunden werden

 Die Kombination mit Gefahrstoffschrank und den Löschverfahren, bietet dem Anwender die Sicherheit bei der Lagerung im Arbeitsraum „in beiden Richtungen“. Weiterhin entfallen durch die Verknüpfung von Schrank und Löschmittel die geforderten Sicherheitsabstände bei einer Getrennntlagerung

 Fundamental für alle ihre Maßnahmen ist jedoch die Erarbeitung eines wirksamen Schutzkonzeptes mit Dokumentation für ihren Einzelfall. Sollten Sie Probleme bei der Umsetzung haben: Wir unterstützen Sie gern bei der Auswahl und Lieferung der technischen Maßnahmen. Melden Sie sich bei uns, wir können gerne einen Termin vor ein Vorgespräch vereinbaren.

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Erbstößer GmbH

Jens Erbstößer

Dillberg 15

97828 Marktheidenfeld

www.erbs.de

Telefon +49 9391 4052 

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