10 Empfehlungen von Christoph Schalk

Wie finden Sie die richtige Coach-Ausbildung?

Jede Coach-Ausbildung ist anders. Wer sich zum Coach ausbilden lässt, sollte sich deshalb das Ausbildungskonzept sehr genau anschauen. Gleichzeitig gilt: Keine Ausbildung ist für alle die richtige – sie muss vor allem zu Ihren Zielen passen.
  1. Umfang: Es gibt Coach-Ausbildungen, die am Block innerhalb einer Woche stattfinden (und damit bei weitem nicht den Kriterien der namhaften Fachverbände entsprechen). Es gibt aber auch Ausbildungen, die sich über mehrere Jahre ziehen und damit für viele Menschen schwer planbar sind. Oft empfiehlt sich der goldene Mittelweg. Eine in etwa einjährige Ausbildung bildet eine ordentliche Basis für alle, die als Coach arbeiten wollen.
  2. Akkreditierung: Jeder kann sich Coach nennen, weil der Begriff nicht geschützt ist. Ebenso kann jeder Coaches ausbilden, ohne seine Qualität nachweisen zu müssen. Deshalb ist es sinnvoll, eine Ausbildung zu wählen, die von einem der namhaften Coachingverbände geprüft und akkreditiert ist.
  3. Erfahrung: In den letzten Jahren sind Coach-Ausbildungen in Mode gekommen. Das bringt eine gute Vielfalt mit sich, leider aber auch viele Ausbilder, die erst seit wenigen Jahren am Markt tätig sind. Achten Sie auf Coach-Ausbilder mit langjähriger eigener Erfahrung als Coach und als Ausbilder von Coaches.
  4. Schulenübergreifend: Viele Coach-Ausbildungen sind einem einzigen Ansatz verpflichtet, zum Beispiel dem systemischen Coaching. Eine gute Grundausbildung hingegen integriert die zentralen Ansätze in einer Ausbildung, so zum Beispiel lösungsorientiertes Coaching, systemisches Coaching, Teilearbeit, neuropsychologische Coachingansätze, Transaktionsanalyse, Aufstellungen und Embodiment. Gleichzeitig sollte es aber keine „wilde Mischung“ verschiedener Schulen sein; vielmehr müssen die unterschiedlichen Vorgehensweisen und Methoden durch ein Metamodell miteinander verbunden und integriert werden. Damit wird auch sichergestellt, dass die Ausbildung wissenschaftlich-psychologisch fundiert ist.
  5. Empowerment: Psychologisches Empowerment setzt sich aus vier Facetten zusammen, nämlich dem Erleben von Bedeutsamkeit, Kompetenz, Selbstbestimmung und Einfluss im Beruf. Menschen, die sich psychologisch empowert fühlen, erleben ihre Tätigkeit als sinnvoll und trauen sich ihre Arbeitsaufgaben zu. Sie nehmen Autonomie wahr und sind überzeugt, dass ihre Arbeit etwas bewirken kann. Diese subjektiven Interpretationen der Arbeitsrealität ergeben zusammen ein besonderes Gefühl der intrinsischen Motivation, was zu mehr Proaktivität führt. Coaching kann einen wertvollen Beitrag leisten, damit Menschen psychologisches Empowerment erleben. Eine gute Coach-Ausbildung sollte diesen Aspekt im Blick haben.
  6. Praxis: Es gibt keine Coach-Ausbildung ohne Praxis. Oft werden aber nur Teile von Coachinggesprächen eingeübt (z. B. Fragen stellen oder zuhören). Erst nach einem halben Jahr oder später werden die Einzelteile dann zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Das halte ich für problematisch, weil dann zu wenig Zeit zum Üben ganzer Coachinggespräche bleibt. Besser sind Ausbildungen, deren Konzept komplette Coachinggespräche von Anfang an vorsehen.
  7. Ressourcenschonend: Was nützt es Ihnen, wenn Sie umfassende Methoden kennen lernen, deren Einsatz im Coaching mehrere Stunden benötigen würde, Ihre Auftraggeber aber schnelle Ergebnisse erwarten und nur knappe Budgets zur Verfügung stellen? Oder wenn Sie als Personaler intern gar nicht die Zeit haben, lange Coachingprozesse durchzuführen? Deshalb sollte der Schwerpunkt einer soliden Erstausbildung bei zeit- und ressourcensparenden Interventionen liegen, mit denen Sie Ihre Klienten zügig zum Ziel führen können.
  8. Didaktik: Kurze und abwechslungsreiche Inputs statt langatmiger Vorträge, punktgenaue Demos statt ausufernder Vorführungen, viel Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung statt Theorielastigkeit: Das zeichnet eine hochwertige Ausbildung aus. Außerdem sollten die Teilnehmenden in jedem Modul Supervision und individuelles Feedback erhalten.
  9. Abschlüsse: Bekommen Sie nur ein Teilnahme-Zertifikat des Ausbilders? Etwas Schönes für die Wand? Oder ein aussagekräftiges Dokument, das Ihre Leistungen beschreibt und Ihnen die Möglichkeit einer unabhängigen Zertifizierung durch einen Fachverband ermöglicht?
  10. Zielsetzung: Klären Sie für sich, was Sie mit der Coach-Ausbildung für sich selbst erreichen wollen. Persönlichkeitsentwicklung? Vorbereitung auf die Selbständigkeit? Eine Kompetenzerweiterung für Ihre aktuelle Rolle? Nur Ihre Ziele entscheiden darüber, ob eine Coach-Ausbildung wirklich zu Ihnen passt. Lassen Sie sich deshalb von den Ausbildern am besten persönlich beraten.

Christoph Schalk ist Gründer und Leiter der Würzburger Akademie für Empowerment-Coaching. Der Diplom-Psychologe bildet seit 1999 Coaches aus. Es ist Senior Coach im BDP, Master Coach in der EASC und zertifizierter Lehrcoach und Coachausbilder. Mit über 500 Coachingstunden pro Jahr gehört er zu den meistgebuchten Coaches in Deutschland. Zusammen mit seinem Team bietet er jedes Jahr mehrere Coachausbildung an; bisher haben über 1.500 Personen an seinen Coach-Ausbildungen teilgenommen.

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  1. Umfang: Es gibt Coach-Ausbildungen, die am Block innerhalb einer Woche stattfinden (und damit bei weitem nicht den Kriterien der namhaften Fachverbände entsprechen). Es gibt aber auch Ausbildungen, die sich über mehrere Jahre ziehen und damit für viele Menschen schwer planbar sind. Oft empfiehlt sich der goldene Mittelweg. Eine in etwa einjährige Ausbildung bildet eine ordentliche Basis für alle, die als Coach arbeiten wollen.
  2. Akkreditierung: Jeder kann sich Coach nennen, weil der Begriff nicht geschützt ist. Ebenso kann jeder Coaches ausbilden, ohne seine Qualität nachweisen zu müssen. Deshalb ist es sinnvoll, eine Ausbildung zu wählen, die von einem der namhaften Coachingverbände geprüft und akkreditiert ist.
  3. Erfahrung: In den letzten Jahren sind Coach-Ausbildungen in Mode gekommen. Das bringt eine gute Vielfalt mit sich, leider aber auch viele Ausbilder, die erst seit wenigen Jahren am Markt tätig sind. Achten Sie auf Coach-Ausbilder mit langjähriger eigener Erfahrung als Coach und als Ausbilder von Coaches.
  4. Schulenübergreifend: Viele Coach-Ausbildungen sind einem einzigen Ansatz verpflichtet, zum Beispiel dem systemischen Coaching. Eine gute Grundausbildung hingegen integriert die zentralen Ansätze in einer Ausbildung, so zum Beispiel lösungsorientiertes Coaching, systemisches Coaching, Teilearbeit, neuropsychologische Coachingansätze, Transaktionsanalyse, Aufstellungen und Embodiment. Gleichzeitig sollte es aber keine „wilde Mischung“ verschiedener Schulen sein; vielmehr müssen die unterschiedlichen Vorgehensweisen und Methoden durch ein Metamodell miteinander verbunden und integriert werden. Damit wird auch sichergestellt, dass die Ausbildung wissenschaftlich-psychologisch fundiert ist.
  5. Empowerment: Psychologisches Empowerment setzt sich aus vier Facetten zusammen, nämlich dem Erleben von Bedeutsamkeit, Kompetenz, Selbstbestimmung und Einfluss im Beruf. Menschen, die sich psychologisch empowert fühlen, erleben ihre Tätigkeit als sinnvoll und trauen sich ihre Arbeitsaufgaben zu. Sie nehmen Autonomie wahr und sind überzeugt, dass ihre Arbeit etwas bewirken kann. Diese subjektiven Interpretationen der Arbeitsrealität ergeben zusammen ein besonderes Gefühl der intrinsischen Motivation, was zu mehr Proaktivität führt. Coaching kann einen wertvollen Beitrag leisten, damit Menschen psychologisches Empowerment erleben. Eine gute Coach-Ausbildung sollte diesen Aspekt im Blick haben.
  6. Praxis: Es gibt keine Coach-Ausbildung ohne Praxis. Oft werden aber nur Teile von Coachinggesprächen eingeübt (z. B. Fragen stellen oder zuhören). Erst nach einem halben Jahr oder später werden die Einzelteile dann zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Das halte ich für problematisch, weil dann zu wenig Zeit zum Üben ganzer Coachinggespräche bleibt. Besser sind Ausbildungen, deren Konzept komplette Coachinggespräche von Anfang an vorsehen.
  7. Ressourcenschonend: Was nützt es Ihnen, wenn Sie umfassende Methoden kennen lernen, deren Einsatz im Coaching mehrere Stunden benötigen würde, Ihre Auftraggeber aber schnelle Ergebnisse erwarten und nur knappe Budgets zur Verfügung stellen? Oder wenn Sie als Personaler intern gar nicht die Zeit haben, lange Coachingprozesse durchzuführen? Deshalb sollte der Schwerpunkt einer soliden Erstausbildung bei zeit- und ressourcensparenden Interventionen liegen, mit denen Sie Ihre Klienten zügig zum Ziel führen können.
  8. Didaktik: Kurze und abwechslungsreiche Inputs statt langatmiger Vorträge, punktgenaue Demos statt ausufernder Vorführungen, viel Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung statt Theorielastigkeit: Das zeichnet eine hochwertige Ausbildung aus. Außerdem sollten die Teilnehmenden in jedem Modul Supervision und individuelles Feedback erhalten.
  9. Abschlüsse: Bekommen Sie nur ein Teilnahme-Zertifikat des Ausbilders? Etwas Schönes für die Wand? Oder ein aussagekräftiges Dokument, das Ihre Leistungen beschreibt und Ihnen die Möglichkeit einer unabhängigen Zertifizierung durch einen Fachverband ermöglicht?
  10. Zielsetzung: Klären Sie für sich, was Sie mit der Coach-Ausbildung für sich selbst erreichen wollen. Persönlichkeitsentwicklung? Vorbereitung auf die Selbständigkeit? Eine Kompetenzerweiterung für Ihre aktuelle Rolle? Nur Ihre Ziele entscheiden darüber, ob eine Coach-Ausbildung wirklich zu Ihnen passt. Lassen Sie sich deshalb von den Ausbildern am besten persönlich beraten.

Christoph Schalk ist Gründer und Leiter der Würzburger Akademie für Empowerment-Coaching. Der Diplom-Psychologe bildet seit 1999 Coaches aus. Es ist Senior Coach im BDP, Master Coach in der EASC und zertifizierter Lehrcoach und Coachausbilder. Mit über 500 Coachingstunden pro Jahr gehört er zu den meistgebuchten Coaches in Deutschland. Zusammen mit seinem Team bietet er jedes Jahr mehrere Coachausbildung an; bisher haben über 1.500 Personen an seinen Coach-Ausbildungen teilgenommen.

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