Tagungsregion Schweinfurt

Kunst macht erfinderisch

Kunst macht erfinderisch und Erfindungen öffnen den Zugang zur Kunst. Beides lässt sich in Schweinfurt aus nächster Nähe betrachten — und als Inspiration für Tagungen und Veranstaltungen nutzen.

Von Pia Nussol

Als klassischer Industriestandort gehören geschäftliche Zusammenkünfte seit jeher zu den festen Bestandteilen der Schweinfurter Chronik. Von der Aufsichtsratssitzung bis zum Investorentreff, von der Vertriebsschulung bis zum Umwelt-Workshop gibt es nichts, was die Stadt nicht schon gesehen hätte.

Es wäre allerdings zu kurz gegriffen, wenn man Schweinfurt auf diese, rein von wirtschaftlichen Interessen geprägten Funktionen reduzieren wollte. Nicht zuletzt die ewige Rivalität mit dem optisch gefälligeren Würzburg hat im Lauf der Zeit viele Entwicklungen befördert, die heute die Vielfalt der Stadt prägen. Allen voran sind es die Kulturschätze und Kunstmuseen, in großem Stil finanziert von industriellen Mäzenen, die heute Besucher aus aller Welt anziehen – und bei mancher Tagung und manchem Kongress den feierlichen Rahmen bilden und geschätzte Anlaufpunkte zur Aufwertung des Programms bilden.

Kunst und Kulinarik in Schweinfurt

Was viele unterschätzen, sind Umfang und Stellenwert der „Kunststadt Schweinfurt“. Das Museum Georg Schäfer zum Beispiel beherbergt die bedeutendste private Kunstsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts. Unter anderem bewahrt es die weltweit größte Sammlung an Carl Spitzwegs Werken. Auch Caspar David Friedrichs „Abend an der Ostsee“ ist hier im Original zu sehen. Ausdrucksvolle Bilder des Realismus und Kunst der Nachkriegszeit wiederum sind in der Kunsthalle Schweinfurt zu sehen: Jung und wild, Ost und West, Fotografie und abstrakte Skulpturen erwarten die Besucher. Sie lernen regionale fränkische Künstler genauso kennen wie internationale Kunstströmungen. Zusammen mit vielen Sonderausstellungen im Jahr macht Schweinfurt Kunstgeschichte vom 19. bis zum 21. Jahrhundert zugänglich.

Im robusten Kontrast dazu stehen die typischen Schweinfurter Gaumenfreuden. Die „Schlachtschüssel“ genießt rund um den Erdball einen legendären Ruf, sind doch nicht wenige Verhandlungen mit Kunden aus aller Welt bei diesem deftigen Anlass begonnen und besiegelt worden. Was ein Weißwurstfrühstück in München und ein Steak-Dinner in Dallas, das ist die dampfend heiße Sinfonie aus Schweinefleisch und Sauerkraut, begleitet von kühlem Bier in Schweinfurt.

Eng mit diesem kulinarischen Solitär verbunden ist der „bierige Kontrast“ zur Frankenwein-Dominante. Schweinfurt und sein Umland bieten gute Gelegenheiten, der fränkischen Braukultur auf die Spur zu kommen, die eine etwas herbere Note aufweist als das bayerische Gegenstück. Die regionalen Bierspezialitäten „Haustrunk-Pils“ der Wernecker Bierbrauerei oder das Original „Schweinfurter Helle“ nach einem Rezept von 1831 bewahren bis heute ihren ursprünglichen Geschmack und gewinnen regelmäßig Bier-Gourmets für sich. Der traditionelle Bockbieranstich der Brauerei Martin in Hausen ist „Kult“. Mit dem süffigen Vollbier „Spezial“ von Martin bekommen Genießer einen Vorgeschmack auf das, was die Region so süffig macht.

Kostproben der Schweinfurter Bierspezialitäten testen Besucher bei einer anregenden Bierführung mit dem „Biermichl“. Auf dem Weg entlang der ehemaligen Braustätten erzählt diese liebenswerte Figur Anekdoten rund um den goldenen Gerstensaft und dem „Schweinfurter sei Bier“.

Dichter und Erfinder

Und zwischen diesen Kontrastpunkten? Da weht der Geist der alten Reichsstadt, einen Status, den keine der fränkischen Nachbarinnen Bayreuth, Bamberg oder Würzburg je erreichte. Da lässt sich auf den Spuren Friedrich Rückerts einer der bekanntesten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts kennenlernen – und eines bedeutenden Orientalisten zugleich, dessen Wissen man getrost zur Grundlage und zur Anregung für eine Auseinandersetzung mit dem Thema „interkulturelles Management“ nehmen kann. Gleichzeitig lassen sich in dieser Umgebung die Intuitionen hinter Erfindungen wittern, die den Lauf der Welt nachhaltig verändert haben: das Tretkurbelfahrrad, die Torpedo-Freilauf-Nabe, die Kugelschleifmaschine oder die „Ferrari-Kupplung“ im Rennwagen von Michael Schumacher.

Für Veranstaltungen der unterschiedlichsten Größen ist die Schweinfurter Stadthalle ebenso geeignet wie die mit Oldtimern gespickte Erlebniswelt RealAuto. Auch die 11 Räume mit bis zu 1000 Plätzen im Konferenzzentrum Maininsel geben den Teilnehmern viel Raum – und fast schon das Feeling einer Flusskreuzfahrt. Im etwas abseits gelegenen, neubarocken Schloss Craheim ist gut aufgehoben, wer Ruhe, Erholung und Rückbesinnung sucht, während im älteren Schloss Sulzheim, einst fürstliches Forstamt der Familie Thurn und Taxis, ein veritabler Rittersaal genügend Raum für lebhafte Auftritte und Begegnungen bietet.

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Es wäre allerdings zu kurz gegriffen, wenn man Schweinfurt auf diese, rein von wirtschaftlichen Interessen geprägten Funktionen reduzieren wollte. Nicht zuletzt die ewige Rivalität mit dem optisch gefälligeren Würzburg hat im Lauf der Zeit viele Entwicklungen befördert, die heute die Vielfalt der Stadt prägen. Allen voran sind es die Kulturschätze und Kunstmuseen, in großem Stil finanziert von industriellen Mäzenen, die heute Besucher aus aller Welt anziehen – und bei mancher Tagung und manchem Kongress den feierlichen Rahmen bilden und geschätzte Anlaufpunkte zur Aufwertung des Programms bilden.

Kunst und Kulinarik in Schweinfurt

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Im robusten Kontrast dazu stehen die typischen Schweinfurter Gaumenfreuden. Die „Schlachtschüssel“ genießt rund um den Erdball einen legendären Ruf, sind doch nicht wenige Verhandlungen mit Kunden aus aller Welt bei diesem deftigen Anlass begonnen und besiegelt worden. Was ein Weißwurstfrühstück in München und ein Steak-Dinner in Dallas, das ist die dampfend heiße Sinfonie aus Schweinefleisch und Sauerkraut, begleitet von kühlem Bier in Schweinfurt.

Eng mit diesem kulinarischen Solitär verbunden ist der „bierige Kontrast“ zur Frankenwein-Dominante. Schweinfurt und sein Umland bieten gute Gelegenheiten, der fränkischen Braukultur auf die Spur zu kommen, die eine etwas herbere Note aufweist als das bayerische Gegenstück. Die regionalen Bierspezialitäten „Haustrunk-Pils“ der Wernecker Bierbrauerei oder das Original „Schweinfurter Helle“ nach einem Rezept von 1831 bewahren bis heute ihren ursprünglichen Geschmack und gewinnen regelmäßig Bier-Gourmets für sich. Der traditionelle Bockbieranstich der Brauerei Martin in Hausen ist „Kult“. Mit dem süffigen Vollbier „Spezial“ von Martin bekommen Genießer einen Vorgeschmack auf das, was die Region so süffig macht.

Kostproben der Schweinfurter Bierspezialitäten testen Besucher bei einer anregenden Bierführung mit dem „Biermichl“. Auf dem Weg entlang der ehemaligen Braustätten erzählt diese liebenswerte Figur Anekdoten rund um den goldenen Gerstensaft und dem „Schweinfurter sei Bier“.

Dichter und Erfinder

Und zwischen diesen Kontrastpunkten? Da weht der Geist der alten Reichsstadt, einen Status, den keine der fränkischen Nachbarinnen Bayreuth, Bamberg oder Würzburg je erreichte. Da lässt sich auf den Spuren Friedrich Rückerts einer der bekanntesten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts kennenlernen – und eines bedeutenden Orientalisten zugleich, dessen Wissen man getrost zur Grundlage und zur Anregung für eine Auseinandersetzung mit dem Thema „interkulturelles Management“ nehmen kann. Gleichzeitig lassen sich in dieser Umgebung die Intuitionen hinter Erfindungen wittern, die den Lauf der Welt nachhaltig verändert haben: das Tretkurbelfahrrad, die Torpedo-Freilauf-Nabe, die Kugelschleifmaschine oder die „Ferrari-Kupplung“ im Rennwagen von Michael Schumacher.

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