Elfte Business-Lounge im Würzburger BOX Bürgerbräu

BeraterNetz Mainfranken: Schwierigkeiten bei der Personalsuche sind oft hausgemacht

Die Themen Fachkräftesicherung und „Design-Thinking“ standen auf dem Programm bei der elften Business-Lounge des „BeraterNetz Mainfranken“ im Würzburger BOX Bürgerbräu.

Zehn Rezepte gegen das Fachkräfteleiden stellte der Würzburger Personalberater Michael Beckhäuser den rund 40 Zuhörern vor. „Dass Unternehmen Schwierigkeiten haben, Personal zu finden, zieht sich wie ein roter Faden durch alle Branchen“, so Beckhäuser. Dabei seien die Probleme oftmals hausgemacht, da es in Fällen an grundlegenden Dingen beim Umgang mit Bewerbern mangele. „Was wir jeden Tag erleben und von Bewerbern hören, ist teilweise haarsträubend“, sagte der Recruitung-Fachmann. Dementsprechend seien viele der Rezepte eigentlich auch ziemlich trivial. 

So empfahl Beckhäuser etwa, Bewerbern eine zeitnahe Eingangsbestätigung zu schicken. „Wir haben bei uns die Vorgabe, dass Bewerber innerhalb von 24 Stunden eine persönliche Eingangsbestätigung erhalten“, berichtete der Personalexperte von der Praxis in seinem eigenen Unternehmen. Darüber hinaus sei es wichtig, dem Bewerber in jeder Phase des Verfahrens ein zeitnahes Feedback zu geben. Beckhäuser verwies in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Marktforscher von Bitkom Research, nach der viele Stellensuchende abspringen, wenn sie eine gewisse Zeit keine Rückmeldung auf ihre Bewerbung erhalten.

"Den Markt machen die Bewerber"

Eine entscheidende Rolle bei der Stellensuche spielt für Bewerber in der Regel das Gehalt. „Bewerber schauen sich heutzutage im Internet um, was sie verdienen können“, sagte der Würzburger Personalberater. Einen Bewerber mit Verweis auf den Gehaltsrahmen im Unternehmen abzulehnen, ist laut Beckhäuser daher nicht unbedingt ratsam. „Den Markt machen die Bewerber“, betonte er. Dementsprechend müssten Unternehmen sich überlegen, wie sie die Forderungen der Bewerber finanziell darstellen könnten. Eine Möglichkeit seien etwa variable Gehaltsanteile oder Zusatzleistungen wie ein Fahrzeug. Zudem spiele speziell für die Generation Y (sprich die Jahrgänge zwischen 1980 und 2000) das Thema Work-Life-Balance eine wichtige Rolle. „Und dazu gehört auf jeden Fall Home Office“.

Innovative Ideen, nicht nur bei der Personalsuche, sind für Unternehmen der entscheidende Erfolgsfaktor. Eine Methode zur Förderung von kreativen Einfällen ist das „Design Thinking“. Was sich hinter diesem Begriff eigentlich genau verbirgt, darüber sprachen Reinhard Foegelle und Max Lehnert vom Beratungsunternehmen Quantenspringer aus Veitshöchheim.  „Beim Design Thinking geht es darum, nutzerorientierte Lösungen zu schaffen“, beschrieb Foegelle den Kern der Methode.

Um diese umzusetzen sind drei Dinge nötig. „Sie brauchen ein interdisziplinäres Team, das verschiedene Perspektiven hat“, erläuterte Max Lehnert. Dieses Team würde zudem einen Raum benötigen, der flexibel an dessen Anforderungen angepasst werden kann. Das dritte Element ist dann der Prozess des Design Thinking an sich. Dieser gliedert sich in vier Phasen.

Greifbare Erfahrungen schaffen

Zu Beginn steht die Inspirations- und Beobachtungsphase. In dieser geht es darum, ein Problem zunächst einmal nur zu betrachten und zu verstehen. „Eines der wichtigsten Instrumente ist dabei das Interview mit Nutzern“, so Max Lehnert. Im zweiten Abschnitt, der sogenannten Synthesephase,  werden dann die zuvor gewonnen Erkenntnisse in eine Frage verdichtet, die in dem ganzen Prozess gelöst werden soll.  In der dritten Phase sollen dann Ideen entwickelt und auch bereits ein Prototyp entworfen werden. „Es geht darum, Erfahrungen zu schaffen und diese für den Kunden greifbar zu machen“, so Lehnert. Am Ende des Prozess steht schließlich die vierte und letzte Phase, die Umsetzung. Die Vorgehensweise ist allerdings keine Einbahnstraße, wie Max Lehnert betonte. Vielmehr handele es sich dabei um einen kreisförmigen Prozess, bei dem sich die einzelnen Phasen auch mehrfach wiederholen können.

BeraterNetz Mainfranken lädt zur Netzwerkveranstaltung ins BOX Bürgerbräu ein
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Elfte Business-Lounge im Würzburger BOX Bürgerbräu

BeraterNetz Mainfranken: Schwierigkeiten bei der Personalsuche sind oft hausgemacht

Die Themen Fachkräftesicherung und „Design-Thinking“ standen auf dem Programm bei der elften Business-Lounge des „BeraterNetz Mainfranken“ im Würzburger BOX Bürgerbräu.

Zehn Rezepte gegen das Fachkräfteleiden stellte der Würzburger Personalberater Michael Beckhäuser den rund 40 Zuhörern vor. „Dass Unternehmen Schwierigkeiten haben, Personal zu finden, zieht sich wie ein roter Faden durch alle Branchen“, so Beckhäuser. Dabei seien die Probleme oftmals hausgemacht, da es in Fällen an grundlegenden Dingen beim Umgang mit Bewerbern mangele. „Was wir jeden Tag erleben und von Bewerbern hören, ist teilweise haarsträubend“, sagte der Recruitung-Fachmann. Dementsprechend seien viele der Rezepte eigentlich auch ziemlich trivial. 

So empfahl Beckhäuser etwa, Bewerbern eine zeitnahe Eingangsbestätigung zu schicken. „Wir haben bei uns die Vorgabe, dass Bewerber innerhalb von 24 Stunden eine persönliche Eingangsbestätigung erhalten“, berichtete der Personalexperte von der Praxis in seinem eigenen Unternehmen. Darüber hinaus sei es wichtig, dem Bewerber in jeder Phase des Verfahrens ein zeitnahes Feedback zu geben. Beckhäuser verwies in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Marktforscher von Bitkom Research, nach der viele Stellensuchende abspringen, wenn sie eine gewisse Zeit keine Rückmeldung auf ihre Bewerbung erhalten.

"Den Markt machen die Bewerber"

Eine entscheidende Rolle bei der Stellensuche spielt für Bewerber in der Regel das Gehalt. „Bewerber schauen sich heutzutage im Internet um, was sie verdienen können“, sagte der Würzburger Personalberater. Einen Bewerber mit Verweis auf den Gehaltsrahmen im Unternehmen abzulehnen, ist laut Beckhäuser daher nicht unbedingt ratsam. „Den Markt machen die Bewerber“, betonte er. Dementsprechend müssten Unternehmen sich überlegen, wie sie die Forderungen der Bewerber finanziell darstellen könnten. Eine Möglichkeit seien etwa variable Gehaltsanteile oder Zusatzleistungen wie ein Fahrzeug. Zudem spiele speziell für die Generation Y (sprich die Jahrgänge zwischen 1980 und 2000) das Thema Work-Life-Balance eine wichtige Rolle. „Und dazu gehört auf jeden Fall Home Office“.

Innovative Ideen, nicht nur bei der Personalsuche, sind für Unternehmen der entscheidende Erfolgsfaktor. Eine Methode zur Förderung von kreativen Einfällen ist das „Design Thinking“. Was sich hinter diesem Begriff eigentlich genau verbirgt, darüber sprachen Reinhard Foegelle und Max Lehnert vom Beratungsunternehmen Quantenspringer aus Veitshöchheim.  „Beim Design Thinking geht es darum, nutzerorientierte Lösungen zu schaffen“, beschrieb Foegelle den Kern der Methode.

Um diese umzusetzen sind drei Dinge nötig. „Sie brauchen ein interdisziplinäres Team, das verschiedene Perspektiven hat“, erläuterte Max Lehnert. Dieses Team würde zudem einen Raum benötigen, der flexibel an dessen Anforderungen angepasst werden kann. Das dritte Element ist dann der Prozess des Design Thinking an sich. Dieser gliedert sich in vier Phasen.

Greifbare Erfahrungen schaffen

Zu Beginn steht die Inspirations- und Beobachtungsphase. In dieser geht es darum, ein Problem zunächst einmal nur zu betrachten und zu verstehen. „Eines der wichtigsten Instrumente ist dabei das Interview mit Nutzern“, so Max Lehnert. Im zweiten Abschnitt, der sogenannten Synthesephase,  werden dann die zuvor gewonnen Erkenntnisse in eine Frage verdichtet, die in dem ganzen Prozess gelöst werden soll.  In der dritten Phase sollen dann Ideen entwickelt und auch bereits ein Prototyp entworfen werden. „Es geht darum, Erfahrungen zu schaffen und diese für den Kunden greifbar zu machen“, so Lehnert. Am Ende des Prozess steht schließlich die vierte und letzte Phase, die Umsetzung. Die Vorgehensweise ist allerdings keine Einbahnstraße, wie Max Lehnert betonte. Vielmehr handele es sich dabei um einen kreisförmigen Prozess, bei dem sich die einzelnen Phasen auch mehrfach wiederholen können.

BeraterNetz Mainfranken lädt zur Netzwerkveranstaltung ins BOX Bürgerbräu ein
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