Würzburger Startup

Foodahoo entwickelt eine App für regionale Lebensmittel

Regionale Lebensmittel einfach per Smartphone finden und kaufen. Das will das Würzburger Startup Foodahoo mit seiner gleichnamigen App möglich machen.

„Oftmals weiß man gar nicht, dass es zwei oder drei Straßen vom eigenen Wohnort entfernt zum Beispiel einen Hofladen gibt“, sagt Thomas Swonke, einer der Mitgründer des Nachwuchsunternehmens. Mit seiner Software will Foodahoo das ändern und die Nutzer auf genau solche Anbieter regionaler Lebensmittel aufmerksam machen.

Momentan ist die mobile Anwendung noch darauf beschränkt, den Nutzern Händler in ihrer Nähe anzuzeigen. Eine Shop-Funktion, um auch direkt einkaufen zu können, soll voraussichtlich im Laufe des vierten Quartals kommen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, so Mitgründer Swonke. Denn der Shop soll sozusagen das Herzstück der ganzen App werden.

Gegenwärtig sind in der Anwendung über 11.000 regionale Anbieter aus ganz Deutschland gelistet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Franken – alle Einträge wurden vom Team händisch recherchiert und eingetragen. Geschäftsführer und zugleich geistiger Vater von Foodahoo ist Peter Wassermann. Im Oktober 2017 gründet er das Unternehmen gemeinsam mit Thomas Swonke und Maurice Swimm von webfactor media, einer Softwareschmiede für App- und Webseiten-Entwicklung aus Würzburg. Der entscheidende Impuls ist für ihn, dass seiner Meinung nach bei vielen Produkten im Supermarkt die Transparenz hinsichtlich der Herkunft fehlt. „Bei vielen Waren hat man gar keine Chance, herauszufinden, wo diese wirklich herkommen“, sagt der studierte Wirtschaftswissenschaftler. Mit der App soll sich das ändern. Um die umfangreiche Datenbank aufzubauen, hat Wassermann zahlreiche Quellen durchforstet und Listen gewälzt. „Peter hat letztes Jahr wahnsinnig viel Zeit investiert und alles händisch eingetragen“, erzählt Thomas Swonke. In Zukunft soll bei der Pflege der umfangreichen Datenbank auch die Community mithelfen. „Wir haben jetzt schon wahnsinnig viele Informationen von Nutzern bekommen, die uns über die App auf Läden hinweisen, die noch fehlen, oder die es nicht mehr gibt“.

Zusätzlicher Vertriebskanal

Anbieter haben aber auch die Möglichkeit, sich selbst auf der Plattform zu registrieren. Über 100 Unternehmen haben dies bereits getan. Sie bekommen nach der Anmeldung einen eigenen Zugang, mit dem sie ihre Daten selbstständig einpflegen und auf dem neuesten Stand halten. „Wir bieten damit einen einfachen, zusätzlichen Vertriebskanal“, so Swonke. Zudem könnten Unternehmen über die App ihre Zielgruppe erweitern und so vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen.

Wer sich als Händler bei Foodahoo anmelden will, muss dafür zunächst einmal nichts zahlen. Mit dem Start des Shops will das Nachwuchsunternehmen aber auch kostenpflichtige Pakete für Anbieter einführen. Wer die Plattform weiterhin nur als reine Präsentationsfläche nutzen will, wird dies auch künftig unentgeltlich tun können. Wer hingegen seine Waren auch direkt über die Foodahoo-App verkaufen will, muss dafür zahlen. Zur Wahl stehen werden dabei laut Thomas Swonke zwei verschiedene Servicepakete. Das einfache Paket soll 9,90 Euro im Monat kosten und den Händlern die Nutzung der Shop-Funktion erlauben. Beim Premium-Modell für 49,90 Euro erhalten die  Händler zusätzliche Marketing-Werkzeuge, um potenzielle Kunden direkt anzusprechen. So soll es etwa möglich sein, diese per Push-Nachricht auf ein neues Produkt aufmerksam zu machen. Finanzieren will sich Startup zum einen über diese Service-Pakete, zum anderen über eine Provision, die bei Verkäufen über die Plattform anfällt.

An welche Art von Anbietern sich die Plattform dabei richten soll, davon haben die drei Gründer eine konkrete Vorstellung. Denn als Plattform für reine Händler sehen sie Foodahoo nicht. „Wer bei uns etwas verkauft, sollte zumindest ein Produkt auch selbst herstellen“, erklärt Thomas Swonke. Die typischen Lebensmittelgeschäfte, welche er und seine Kollegen gerne auf der Plattform sehen würden, sind beispielsweise Bäcker, Winzer oder Hofläden. Eine Ausnahme sollen die sogenannten Unverpackt-Läden sein, wie etwa im Würzburger Stadtteil Sanderau, wo Lebensmittel nicht in Einweg-Verpackungen verkauft werden.

Regionalität ist entscheidend

Was die Art der angebotenen Produkte angeht, steht das Kriterium Regionalität an erster Stelle. Ob es sich hingegen dabei auch um Bio-Produkte handelt, spielt keine Rolle. „Wir sind keine Plattform für Bio-Ware“, betont Swonke. Denn diese hätten oftmals schlicht keine regionale Herkunft. „Außerdem sind wir der Meinung, dass ein Produkt auch ohne eine solche Zertifizierung eine gute Qualität haben kann“.  Wer als Nutzer der Foodahoo allerdings trotzdem Wert auf Bio-Siegel legt, kann sich zumindest über die Suchfunktion der App entsprechend ausgezeichnete Anbieter anzeigen lassen. Künftig soll die Anwendung zudem auch die Möglichkeit bieten, die Suchergebnisse nach bestimmten Allergenen zu filtern.

Neben dem Shop als wohl wichtigster Neuerung soll die Plattform künftig auch eine Bewertungsfunktion erhalten. Mit dieser sollen die Nutzer Händler und Produkte bewerten können, ähnlich wie bei der Restaurant-Finder-App Yelp.  Außerdem will das Startup seinen Schwerpunkt ab 2019 von Franken auf ganz Bayern ausweiten und ab 2020 dann auf ganz Deutschland.

Bei den Nutzern kommt das Konzept von Foodahoo bisher anscheinend gut an. Im Google Playstore und Apple App Store verzeichnet die mobile Anwendung bisher insgesamt über 4.000 Downloads. Im Playstore liegt die Durchschnittsbewertung bei 4,9 von 5 Sternen, im Appstore von Apple bewerten die Nutzer die Anwendung mit 4,6 Sternen. Auch von den Händlern habe man bisher eine sehr positive Resonanz bekommen, so Mitgründer Thomas Swonke.

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