Fünf Nachwuchsunternehmen präsentieren ihre Ideen

IHK Würzburg-Schweinfurt: Gesundheits-Startups stellen sich potenziellen Partnern vor

Unter dem Motto „Startups treffen Mittelstand“ haben fünf Nachwuchsunternehmen bei einer Veranstaltung der IHK  Würzburg-Schweinfurt ihre Ideen potenziellen Partnern und Interessierten aus der Wirtschaft präsentiert.

Den Auftakt machte das Würzburger Startup Chamelio. Das vierköpfige Team hat eine App entwickelt, die für den Nutzer ein nach sportwissenschaftlichen Erkenntnissen individuell abgestimmtes Fitnessprogramm aus einfachen Übungen erstellt. Jede Übungseinheit besteht aus sechs verschiedenen Übungen und soll maximal sieben Minuten dauern. Aktuell befindet sich die Anwendung vor dem Start der Betaphase. Es gebe bereits einige interessierte Unternehmen, die an dieser teilnehmen wollten, sagte Mitgründer Jonas Weigand. Man habe außerdem auch bereits Kontakt zu einigen Krankenkassen als möglichen Anwendern aufgenommen, so der Informatikstudent. 

Auf das Personalleasing im Bereich Pflege hat sich das Startup Promedicon spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Fachkräften für den Intensiv- und OP-Bereich. Von anderen Zeitarbeitsfirmen will sich das 2016 gegründete Unternehmen nach Aussage von Geschäftsführer Wolfang Hautsch vor allem dadurch unterscheiden, dass die Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen sollen. „Wertschätzung, Verantwortung und Stärke“ seien die Werte, an denen man sich orientiere. Bedeutet konkret für die Mitarbeiter: „Wir zahlen 10 bis 15 Prozent über Krankenhaustarif, außerdem bekommen die Mitarbeiter unter anderem auch einen Zuschuss von 20 Prozent zur betrieblichen Altersvorsorge“, so Hautsch. Über ein Netz von Regionalleitern ist das Unternehmen bereits fast in ganz Deutschland tätig. Aktuell hat Promedicon rund 130 Mitarbeiter in 85 Krankenhäusern im Einsatz. Der Umsatz wird im laufenden Jahr voraussichtlich bei rund 3,7 Millionen Euro liegen. 

Schutz gegen Bakterien

Eine antibakterielle Polymer-Beschichtung für Kunststoffe hat das Würzburger Startup Flux Polymers entwickelt. Diese hat vor allem zwei Besonderheiten, wie Mitgründerin Anita Luxenhofer erklärte. So ist die Beschichtung zum einen sehr leicht aufzubringen. „Sie muss nur aufgesprüht werden und dann 10 bis 20 Sekunden mit einer UV-Lampe belichtet werden“, erklärte die promovierte Chemikerin. Da es sich bei der Beschichtung zudem um einen rein physikalischen Schutz handele, sei dieser auch gegen resistente Keime wirksam. Die Produktionskosten für die Substanz liegen bei rund 1.000 Euro pro Kilo. Nach Aussage des Teams sollen 100 Gramm des Polymers für die Beschichtung einer Fläche von etwa 30 Quadratmetern ausreichen. Ein möglicher Anwendungsbereich ist die Medizintechnik. „Implantate wäre ein interessantes Einsatzgebiet, aber aufgrund der notwendigen Zertifizierungen gibt es dort viele Hürden“, sagte Luxenhofer. Momentan sucht das dreiköpfige Team nach eigener Aussage einen strategischen Projektpartner, „der sein Produkt mit dem Polymer veredelt“.

Mit dem Thema Telemedizin befasst sich das Startup Awesome Technologies. Das Innovationslabor hat sich dabei auf die Kommunikation zwischen Pflegeheimen und Ärzten spezialisiert. Da es dabei um den Versand sehr sensibler Daten geht, steht vor allem das Thema Datensicherheit im Vordergrund. Als konkretes Produkt bietet das Team bereits eine Video-Konferenz-Lösung, die Ärzten eine Fernbehandlung ihrer Patienten ermöglichen soll. Auch eine Einbindung medizinischer Geräte, wie etwa mobiler Bluetooth-Ultraschall-Scanner, soll damit möglich sein. Allerdings soll die Videosprechstunde nur die technologische Spitze des Eisbergs bilden. Denn Awesome Technologies will künftig auch Technologien wie „Virtual“- und „Augmented Reality“ nutzen. Die Telemedizin-Lösung des achtköpfigen Gründerteams ist laut Mitgründer Daniel Ukidve aktuell bereits im Einsatz in einem Pilotprojekt in einem Pflegeheim in Oberfranken.

Abrechnungs-App für Ärzte

Eine App für die Erstellung von Abrechnungen für Privatpatienten stellte das Startup Doxfox vor. Die Webanwendung soll laut Mitgründer Philipp Feldle den gesamten Abrechnungsprozess digitalisieren. So soll die App den Medizinern unter anderem Mustervorlagen bieten, in denen alle einer bestimmten Behandlung zuordenbaren Ziffern der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bereits vermerkt sind. „Der Arzt kann die Vorlage dann einfach nach seinen Bedürfnissen individualisieren“, erläuterte Feldle. Außerdem soll die Anwendung auch eine Art Plausibilitäts-Check enthalten, so dass sie dem Nutzer anzeigt, wenn sich widersprechende Ziffern in einer Abrechnung vorkommen. Mit seiner Anwendung will das Startup zunächst einmal die wichtigsten niedergelassenen Facharztrichtungen ansprechen, etwa Orthopäden, Dermatologen, Gynäkologen oder HNO-Ärzte. Aktuell befindet sich die Anwendung noch in der Entwicklung, in Kürze soll eine geschlossene Beta-Phase mit 10 bis 15 Arztpraxen starten. Das Geschäftsmodell sieht so aus, dass die Nutzer eine monatliche Abogebühr sowie eine Provision in Höhe von drei Prozent der Rechnungskosten zahlen. Das Umsatzpotenzial der App schätzt Philipp Feldle auf rund 10 Millionen Euro.

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Schutz gegen Bakterien

Eine antibakterielle Polymer-Beschichtung für Kunststoffe hat das Würzburger Startup Flux Polymers entwickelt. Diese hat vor allem zwei Besonderheiten, wie Mitgründerin Anita Luxenhofer erklärte. So ist die Beschichtung zum einen sehr leicht aufzubringen. „Sie muss nur aufgesprüht werden und dann 10 bis 20 Sekunden mit einer UV-Lampe belichtet werden“, erklärte die promovierte Chemikerin. Da es sich bei der Beschichtung zudem um einen rein physikalischen Schutz handele, sei dieser auch gegen resistente Keime wirksam. Die Produktionskosten für die Substanz liegen bei rund 1.000 Euro pro Kilo. Nach Aussage des Teams sollen 100 Gramm des Polymers für die Beschichtung einer Fläche von etwa 30 Quadratmetern ausreichen. Ein möglicher Anwendungsbereich ist die Medizintechnik. „Implantate wäre ein interessantes Einsatzgebiet, aber aufgrund der notwendigen Zertifizierungen gibt es dort viele Hürden“, sagte Luxenhofer. Momentan sucht das dreiköpfige Team nach eigener Aussage einen strategischen Projektpartner, „der sein Produkt mit dem Polymer veredelt“.

Mit dem Thema Telemedizin befasst sich das Startup Awesome Technologies. Das Innovationslabor hat sich dabei auf die Kommunikation zwischen Pflegeheimen und Ärzten spezialisiert. Da es dabei um den Versand sehr sensibler Daten geht, steht vor allem das Thema Datensicherheit im Vordergrund. Als konkretes Produkt bietet das Team bereits eine Video-Konferenz-Lösung, die Ärzten eine Fernbehandlung ihrer Patienten ermöglichen soll. Auch eine Einbindung medizinischer Geräte, wie etwa mobiler Bluetooth-Ultraschall-Scanner, soll damit möglich sein. Allerdings soll die Videosprechstunde nur die technologische Spitze des Eisbergs bilden. Denn Awesome Technologies will künftig auch Technologien wie „Virtual“- und „Augmented Reality“ nutzen. Die Telemedizin-Lösung des achtköpfigen Gründerteams ist laut Mitgründer Daniel Ukidve aktuell bereits im Einsatz in einem Pilotprojekt in einem Pflegeheim in Oberfranken.

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