Fachveranstaltung für Arbeitgeber in Lohr am Main

Region Mainfranken GmbH: "Erfolgsfaktor Gesundheit" steht im Fokus

Was können Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeitern tun? Diese Frage stand im Mittelpunkt bei der Fachveranstaltung „Erfolgsfaktor Gesundheit“, zu der die Region Mainfranken GmbH eingeladen hatte.

„Das Wohlbefinden der Mitarbeiter ist heutzutage ein wichtiger Faktor bei der Erhaltung der Wirtschaftskraft eines Unternehmens“, begrüßte Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen, die rund 150 Zuhörer in der Stadthalle in Lohr am Main. Dass ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Behörden heutzutage sehr wichtig ist, betonte Thomas Schiebel, Landrat des Main-Spessart-Kreises. „Wir widmen uns im Landkreis dem Thema BGM, wohlwissend, dass die reine Lehre im Alltag allerdings manchmal untergeht“, so Schiebel.

Aber welche Rezepte im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind eigentlich überhaupt wirksam? Eine überraschende Antwort auf diese Frage präsentierte der Mediziner und Berater Walter Kromm in seinem rund einstündigen Vortrag. Denn konkrete BGM-Maßnahmen bleiben seiner Meinung nach größtenteils wirkungslos, wenn das Betriebsklima im Unternehmen nicht stimmt. „Das Miteinander hat den größten Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter“, so Kromms zentrale Aussage. „Es werden die Firmen am erfolgreichsten sein, die eine überlegene Form des Miteinander entwickeln“, betonte der studierte Allgemeinmediziner. 

Mitarbeiter wollen sich wertgeschätzt fühlen

Gefordert sind dabei vor allem die Führungskräfte in den Unternehmen. So sei es für diese beispielsweise elementar wichtig, ihren Beschäftigten das Gefühl der Wertschätzung zu geben. „Das größte menschliche Bedürfnis nach Essen und Trinken ist es, eine Erhöhung des Selbstwertes zu erfahren“, unterstrich Kromm. Hierbei komme es auch darauf an, als Chef seinen Angestellten auf Augenhöhe zu begegnen. „Sich groß zu machen, in dem man alle anderen klein macht, wird nicht funktionieren“. 

Aber nicht nur der Wunsch nach Wertschätzung spielt beim Wohlbefinden der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Diese wollen darüber hinaus auch das Vertrauen ihrer Vorgesetzten spüren und Möglichkeiten zum Mitgestalten haben. „Diese Bedürfnisse sind evolutionär im Menschen angelegt und nicht verhandelbar“, erklärte der Mediziner. Sie zu ignorieren sei ungesund. Würden sie hingegen erfüllt, so führe dies zu positiven Gefühlen. Diese wiederum würden die Verbundenheit der Mitarbeiter zu ihrem Unternehmen stärken. „Und wenn man sich mit etwas verbunden fühlt, will man es auch erhalten und empfindet dadurch auch Sinn in dem was man tut“. Oder anders ausgedrückt: Wertschätzung, Vertrauen und Mitgestaltung sind für Mitarbeiter wichtiger als mehr Geld oder früher heimgehen zu können. 

Dialogforen zu alternder Belegschaft, Gender und Digitalisierung

Im Anschluss an den Vortrag von Walter Kromm konnten die Teilnehmer in drei Dialogforen verschiedene Aspekte des BGM genauer kennenlernen. Wie sich die Potenziale älterer Arbeitnehmer am besten erkennen und nutzen lassen, darüber sprachen Demografiemanager Alexander Schmieden und Personalentwicklerin Stefanie Nüßlein. Dazu gaben Alexander Jahn und Christian Steigerwald, Personalleiter beim Industriekonzern Bosch in Lohr und Erbach, einen Einblick, wie ein altersgerechtes BGM in der Praxis aussehen kann. Der Erfolgsfaktor Gender stand im Fokus von Marie-Christine Dabauvalle von der Universität Würzburg. Die Forscherin erläuterte, wie ein gutes BGM die Unterschiede im gesundheitsbezogenem Verhalten von Mann und Frau beachten sollte. Welche Vorteile die Digitalisierung beim betrieblichen Gesundheitsmanagement bietet, darüber berichteten Peter Jaensch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut IDC, und Professorin Dagmar Unz, Dekanin der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Das Fazit der beiden Forscher: „Ein modernes Gesundheitsmanagement mit digitaler Unterstützung kann die Mitarbeiter besser erreichen, Maßnahmen schneller evaluieren und insgesamt die dauerhafte Integration der Gesundheitsförderung im Betrieb unterstützen“.

Region Mainfranken GmbH lädt Arbeitgeber zu BGM-Tagung ein
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Fachveranstaltung für Arbeitgeber in Lohr am Main

Region Mainfranken GmbH: "Erfolgsfaktor Gesundheit" steht im Fokus

Was können Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeitern tun? Diese Frage stand im Mittelpunkt bei der Fachveranstaltung „Erfolgsfaktor Gesundheit“, zu der die Region Mainfranken GmbH eingeladen hatte.

„Das Wohlbefinden der Mitarbeiter ist heutzutage ein wichtiger Faktor bei der Erhaltung der Wirtschaftskraft eines Unternehmens“, begrüßte Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen, die rund 150 Zuhörer in der Stadthalle in Lohr am Main. Dass ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Behörden heutzutage sehr wichtig ist, betonte Thomas Schiebel, Landrat des Main-Spessart-Kreises. „Wir widmen uns im Landkreis dem Thema BGM, wohlwissend, dass die reine Lehre im Alltag allerdings manchmal untergeht“, so Schiebel.

Aber welche Rezepte im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind eigentlich überhaupt wirksam? Eine überraschende Antwort auf diese Frage präsentierte der Mediziner und Berater Walter Kromm in seinem rund einstündigen Vortrag. Denn konkrete BGM-Maßnahmen bleiben seiner Meinung nach größtenteils wirkungslos, wenn das Betriebsklima im Unternehmen nicht stimmt. „Das Miteinander hat den größten Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter“, so Kromms zentrale Aussage. „Es werden die Firmen am erfolgreichsten sein, die eine überlegene Form des Miteinander entwickeln“, betonte der studierte Allgemeinmediziner. 

Mitarbeiter wollen sich wertgeschätzt fühlen

Gefordert sind dabei vor allem die Führungskräfte in den Unternehmen. So sei es für diese beispielsweise elementar wichtig, ihren Beschäftigten das Gefühl der Wertschätzung zu geben. „Das größte menschliche Bedürfnis nach Essen und Trinken ist es, eine Erhöhung des Selbstwertes zu erfahren“, unterstrich Kromm. Hierbei komme es auch darauf an, als Chef seinen Angestellten auf Augenhöhe zu begegnen. „Sich groß zu machen, in dem man alle anderen klein macht, wird nicht funktionieren“. 

Aber nicht nur der Wunsch nach Wertschätzung spielt beim Wohlbefinden der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Diese wollen darüber hinaus auch das Vertrauen ihrer Vorgesetzten spüren und Möglichkeiten zum Mitgestalten haben. „Diese Bedürfnisse sind evolutionär im Menschen angelegt und nicht verhandelbar“, erklärte der Mediziner. Sie zu ignorieren sei ungesund. Würden sie hingegen erfüllt, so führe dies zu positiven Gefühlen. Diese wiederum würden die Verbundenheit der Mitarbeiter zu ihrem Unternehmen stärken. „Und wenn man sich mit etwas verbunden fühlt, will man es auch erhalten und empfindet dadurch auch Sinn in dem was man tut“. Oder anders ausgedrückt: Wertschätzung, Vertrauen und Mitgestaltung sind für Mitarbeiter wichtiger als mehr Geld oder früher heimgehen zu können. 

Dialogforen zu alternder Belegschaft, Gender und Digitalisierung

Im Anschluss an den Vortrag von Walter Kromm konnten die Teilnehmer in drei Dialogforen verschiedene Aspekte des BGM genauer kennenlernen. Wie sich die Potenziale älterer Arbeitnehmer am besten erkennen und nutzen lassen, darüber sprachen Demografiemanager Alexander Schmieden und Personalentwicklerin Stefanie Nüßlein. Dazu gaben Alexander Jahn und Christian Steigerwald, Personalleiter beim Industriekonzern Bosch in Lohr und Erbach, einen Einblick, wie ein altersgerechtes BGM in der Praxis aussehen kann. Der Erfolgsfaktor Gender stand im Fokus von Marie-Christine Dabauvalle von der Universität Würzburg. Die Forscherin erläuterte, wie ein gutes BGM die Unterschiede im gesundheitsbezogenem Verhalten von Mann und Frau beachten sollte. Welche Vorteile die Digitalisierung beim betrieblichen Gesundheitsmanagement bietet, darüber berichteten Peter Jaensch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut IDC, und Professorin Dagmar Unz, Dekanin der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Das Fazit der beiden Forscher: „Ein modernes Gesundheitsmanagement mit digitaler Unterstützung kann die Mitarbeiter besser erreichen, Maßnahmen schneller evaluieren und insgesamt die dauerhafte Integration der Gesundheitsförderung im Betrieb unterstützen“.

Region Mainfranken GmbH lädt Arbeitgeber zu BGM-Tagung ein
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