Bis zu 75 Prozent Ersparnis beim Tiefsee-Einsatz

Sichere Antriebslösung für ein Vierteljahrhundert

Das Beste aus Elektromechanik und Hydraulik vereint in einer kompakten Einheit für den Tiefsee-Einsatz: Gemeinsam mit führenden Ausrüstern und Anwendern hat Bosch Rexroth ein völlig neues Konzept für Tiefsee-Aktuatoren, Subsea Valve Actuators (SVA) entwickelt, das SIL3 Sicherheit bietet und bis zu 75 Prozent weniger Energie verbraucht.

Bislang eingesetzte hydraulische Unterwasser-Aktuatoren benötigen große, zentrale Hydraulikaggregate über Wasser. Diese versorgen die Aktuatoren über teilweise kilometerlange Leitungen mit dem Fluid. Das ist aufwendig und kostenintensiv. Rein elektromechanische Lösungen haben sicherheitstechnische Nachteile, weil sie keine mechanischen Eingriffsmöglichkeiten für die Verstellung von außen bieten. Reibungsbedingt tritt mechanischer Verschleiß an der Kraftübertragung auf, was ein Erreichen der geforderten 25-jährigen Betriebsdauer ohne Wartung erschwert.

Mit den neu entwickelten SVA stellt Rexroth auf der SMM eine energieeffiziente und sichere Alternative zu den bislang eingesetzten Aktuatoren bei der Offshore Öl- und Gas-Förderung vor. SVA sind autarke Baugruppen mit einem eigenen Fluidkreislauf und einem drehzahlvariablen Pumpenantrieb. Das Zentralaggregat und die kilometerlangen Leitungen für das Fluid entfallen. Die SVA benötigen lediglich eine Spannungsversorgung und eine Datenleitung. Eine Verdrängersteuerung regelt den Förderstrom nahezu verlustfrei aus der Drehzahl heraus. Das vereinfacht die Konstruktion und steigert die Energieeffizienz deutlich: Im Vergleich zu den rein elektromechanischen Aktuatoren verbrauchen SVA in der Spitze bis zu 75 Prozent weniger Strom.

Zusammenarbeit mit führenden Ausrüstern von Offshore-Förderanlagen

Der integrierte Zylinder öffnet und schließt Bohrventile auf dem Meeresboden. Ein Sicherheitsventil mit mechanischer Feder sorgt dafür, dass der Zylinder auch bei Stromausfall ohne externe Energiezufuhr das Bohrventil sicher schließt. Außerdem kann der Zylinder auch von außen, durch einen Unterwasserroboter, über eine Spindel betätigt werden. Alle Bauteile des Antriebsstrangs sind doppelt redundant verbaut. So bietet die Lösung mehrfache Sicherheit.

Die eingebaute Sensorik erfasst im Rahmen eines Condition Monitoring kontinuierlich die Betriebszustände innerhalb des Aktuators und meldet sie an die übergeordnete Leitsteuerung. Dort können Trends ausgewertet, Abweichungen vom Normalzustand frühzeitig erkannt und behoben werden.

Für die Entwicklung der SVA griffen die Tiefsee-Spezialisten von Bosch Rexroth auf das Prinzip der autarken servohydraulischen Aktuatoren für Industrieanwendungen zurück. Diese kommen bereits in verschiedenen industriellen Anwendungen zum Einsatz. Bei dem Projekt arbeitete Bosch Rexroth von Beginn an eng mit führenden Ausrüstern von Offshore-Förderanlagen sowie Anwendern zusammen.

Über das Unternehmen

Bosch Rexroth sorgt als ein weltweit führender Anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien für effiziente, leistungsstarke und sichere Bewegung in Maschinen und Anlagen jeder Art und Größenordnung. Das Unternehmen bündelt weltweite Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering sowie Fabrikautomation. Mit intelligenten Komponenten, maßgeschneiderten Systemlösungen sowie Dienstleistungen schafft Bosch Rexroth die Voraussetzungen für vollständig vernetzbare Anwendungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebe und Steuerungen, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik einschließlich Software und Schnittstellen ins Internet der Dinge. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten mehr als 30.500 Mitarbeiter 2017 einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro.

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