Neuer gemeinsamer Lernort für 600 Doktoranden

Uni Würzburg eröffnet Neubau der Graduiertenschule für Lebenswissenschaften

Die Graduiertenschule für Lebenswissenschaften (GSLS) der Universität Würzburg hat eine neue Heimat. Das neue Gebäude der GSLS auf dem Campus Nord am Hubland wurde jetzt offiziell seiner Bestimmung übergeben. Rund sechs Millionen Euro hat der Freistaat Bayern in den Neubau investiert.

„Das neue Gebäude der Graduiertenschule ist ein Bauwerk, das als Symbol für die Förderung der Nachwuchsforscher an der Uni Würzburg angesehen werden kann“, sagte Universitätspräsident Alfred Forchel bei der Eröffnungsfeier. Der Neubau solle künftig als „interdisziplinäre Lehr-, Lern- und Begegnungsstätte“ für rund 600 Doktoranden aus den Fächern Biologie, Chemie, Physik, Medizin, Pharmazie und Psychologie dienen. „Außerdem ist er ein wichtiger Baustein bei der Entwicklung des Campus Hubland Nord“, unterstrich Forchel.

Das Bauwerk verfügt über eine Nutzfläche von 1.200 Quadratmetern, verteilt auf drei Stockwerke. Darin befinden sich ein Vortragssaal, Seminarräume, ein Bibliotheks- und Lesebereich sowie Büros. Baubeginn war im Juni 2016. „Der Bau ist zeit- und kostenmäßig absolut im Rahmen geblieben“, freute sich Michael Mihatsch, Abteilungsleiter Universitäten/Hochschulmedizin im bayerischen Wissenschaftsministerium. Insgesamt sei das Vorhaben „erfreulich unauffällig“ über die Bühne gegangen. „Das Gebäude ist ein Meilenstein für die ganze Region“, betonte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Es sei eine herausragende Einrichtung, die zur Wettbewerbskraft der Universität beitrage.

Zeichen der Zeit erkannt

 „Es ist wichtig, für die Doktoranden die entsprechenden Arbeitsbedingungen zu schaffen“, sagte Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer mit Blick auf die Aufgaben der GSLS. An der Universität Würzburg habe man die Zeichen der Zeit früh erkannt, wovon die insgesamt vier dort vorhandenen Graduiertenschulen zeugen würden. Neben der GSLS im Bereich Lebenswissenschaften gibt es an der Universität noch Graduiertenschulen für die Geisteswissenschaften sowie für die Bereiche „Science and Technology“ und „Recht, Wirtschaft und Gesellschaft“. „Ich bin überzeugt, dass die dortige Forschung dazu beiträgt, dass die Stadt Würzburg und die Region weiter wachsen und gedeihen“, so Beinhofer.

Bereits 450 Promotionen an der GSLS abgeschlossen

Die GSLS existiert bereits seit 2006. Seitdem sind dort rund 450 Promotionen abgeschlossen und 2.000 wissenschaftliche Publikationen verfasst worden. „Das war bisher eine extrem erfolgreiche Periode“, hob die Direktorin der GSLS, Professorin Caroline Kisker, hervor. Mit der Einrichtung sei es gelungen, eine Plattform zu schaffen, mit deren Hilfe sich Mediziner und Naturwissenschaftler bereits sehr frühzeitig treffen und verzahnen könnten. Dies sei gerade heutzutage sehr wichtig, denn im Bereich der Lebenswissenschaften seien Doktorarbeiten mittlerweile eigentlich immer interdisziplinär.

Seit der Gründung hat die GSLS rund 16 Millionen Euro Fördermittel aus der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erhalten. In der neuen Förderphase werden die Graduiertenschulen allerdings nicht mehr einbezogen. „Das Land Bayern wird diese Einrichtungen aber weiterhin fördern, auch wenn sie aus der Exzellenzinitiative fallen“, versprach der Würzburger CSU-Landtagsabgeordnete Oliver Jörg. Denn die Graduiertenschulen seien ein wichtiges Puzzleteil in der universitären Nachwuchsförderung.

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