Zukunftsperspektiven für Mainfranken

Wege zu einer nachhaltigen Mobilität

Seit jeher ist die Erreichbarkeit von Wirtschaftsstandorten ein wesentlicher Faktor für deren Wettbewerbsfähigkeit. Wirtschaftliches Wachstum geht mit steigenden Mobilitätsbedarf und erhöhtem Verkehrsaufkommen einher. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen neue Mobilitätskonzepte aber nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern insbesondere auch effektiv und wirtschaftlich effizient sein. Wie kann uns dies in Mainfranken gelingen?

Während es im Schnitt der vergangenen Jahre bereits deutlich zu wenig geregnet hat, waren die Sommermonate 2022 die heißesten in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Der Weltklimarat IPCC warnt indes, dass Dürren und andere extreme Wetterereignisse in Folge des Klimawandels weiterhin kontinuierlich zunehmen werden. Mit Blick auf die Treibhausgasemission ist der Verkehrssektor, nach der Energiewirtschaft und Industrie, noch immer der drittgrößte CO2-Emmitent in Deutschland. Rund 95 Prozent nimmt hierbei wiederum der Straßenverkehr ein. Zwar konnten technische Innovationen die Effizienz neuer Fahrzeuge in den vergangenen Jahrzehnten stetig erhöhen, gleichzeitig stieg jedoch die Fahrleistung der immer größer werdenden Fahrzeugflotte an, weshalb der Anteil des Verkehrs an der CO2-Emission mit über 20 Prozent unverändert hoch blieb.

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) am Gesamtaufkommen des Personenverkehrs in Deutschland im Jahr 2021 bei über 87 Prozent. Demgegenüber erreichte der Öffentliche Personenverkehr auf Schiene und Straße zusammen nur knapp über zehn Prozent. In seiner Prognose geht des Statistische Bundesamt davon aus, dass der Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bis 2025 etwa 16 Prozent betragen wird. Es wird also deutlich, dass große Bemühungen für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Mobilität erforderlich sind.

Doch was versteht man überhaupt unter nachhaltiger Mobilität? Blicken wir auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft – so ergibt sich ein klares Bild: Nachhaltige Mobilität ist umweltfreundlich, effizient und ressourcenschonend. Sie ermöglicht gleichzeitig gesellschaftliche Teilhabe und ist in der Lage, Mobilitätsbedürfnisse sozialverträglich und attraktiv abzubilden. Nicht zuletzt ist sie Basis einer zukunftsgerichteten Ökonomie, bietet Lösungen für den Personen- und Gütertransport, schafft Ansätze für tragfähige Geschäftsmodelle und fördert wirtschaftliches Wachstum.

Schritte zu einer nachhaltigen Mobilität

Während in der Vergangenheit vor allem der (auf Verbrennungsmotoren basierte) Straßenverkehr im Fokus verkehrs- und mobilitätsplanerischer Überlegungen stand, sind neuere Ansätze multimodal und -optional ausgerichtet. Das heißt, dass ein zurückzulegender Weg multimodal, also mittels mehreren, intelligent vernetzten Verkehrsträgern absolviert werden kann. Hierzu zählen MIV, Schienenpersonennahverkehr (SPNV), Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), das Fahrrad, im Nahbereich aber auch Formen der Mikromobiliät, wie z.B. E-Roller, und Fußwege. Bei Verfügbarkeit attraktiver, bedarfsorientierter Transportangebote kann eine Wegstrecke mit Hilfe digitaler Routingsysteme so jederzeit optimiert auf bequeme Weise kostengünstig zurückgelegt werden.

Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Mobilität werden im Rahmen sog. integrierter Gesamtverkehrskonzepte geplant. Hierbei gilt es regionale Mobilitätsbedarfe und Verbesserungspotenziale zu ermitteln und darauf basierend attraktive Mobilitätsangebote bereitzustellen. Dabei stellen sich vor allem folgende Fragen: Wie und in welchem Umfang sind die regionalen Verkehrsbedürfnisse geartet? Welche Zielgruppen nutzen welche Verkehrsangebote? Wie können, z.B. durch Optimierung der ÖPNV-Linienführung und -Taktung konkurrenzfähige Angebote zum MIV geschaffen werden? Wie gelingt es überfüllte Städte mit einem regional abgestimmten Park-and-Ride (P&R) - Konzept zu entlasten? Wie können Radverkehr und Formen der Mikromobilität, z.B. e-Scooter, als attraktive Angebote eingebunden werden? Jedoch ebenso: Für welche Nutzergruppen muss auch unter dem Paradigma einer „Mobilität von morgen“ der Zugang zur Stadt mit dem MIV möglich sein, um gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten (z.B. für mobilitätseingeschränkte Personen oder Kurzzeitbesucher) und Wirtschaftsverkehre zu ermöglichen (z.B. Zufahrt zu Baustellen, Lieferverkehr)?

Im Bereich des MIV findet eine Entwicklung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren hin zu solchen mit alternativen Antrieben statt, wobei gegenwärtig insbesondere solche mit batterieelektrischen Antrieben im Fokus stehen. Sofern deren Antriebsenergie aus nachhaltigen, nicht-fossilen Energiequellen stammt, können diese, nach Amortisation der für die Herstellung aufgewandten Ressourcen, zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen. Gegenwärtige Herausforderung ist hier der Aufbau einer hinreichenden Energieversorgungs- und Ladeinfrastruktur.

Effizienz durch Digitalisierung

Kontinuierlich gilt es die Akzeptanz alternativer Mobilitätsangebote durch die Analyse von Schwachstellen und Nutzungshemmnissen zu verbessern. Eine zentrale Zielfrage hierbei lautet: Wie kann Verkehrsteilnehmern durch einfache und überregional verfügbare Informations- und Buchungssysteme die Wahl der jeweils optimalen Routenführung unter Nutzung der am besten geeigneten Verkehrsmittel und Tarife vereinfacht werden? Nicht jede Stadt oder Region benötigt dabei eine eigene digitale Lösung. Zielführender ist die Einrichtung von Schnittstellen für bereits am Markt etablierte Plattformen und Anwendungen. Digitale Lösungen können zudem auch dabei helfen, den bestehenden Straßenverkehr effizienter und somit ökologisch verträglicher zu gestalten, etwa durch die Steuerung von smarten Ampelanlagen oder den Aufbau von Verkehrs- und Parkleitsystemen mit dem Ziel Staus und Suchverkehre zu reduzieren.

Verschiedene administrative Zuständigkeiten als Hemmnis

Für die obigen Schritte und für die Transformation zu einer ökologisch nahhaltigen Mobilität insgesamt ist die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen entscheidend. Da Pendlerströme zwischen Umland und Zentren über administrative Grenzen hinweg verlaufen, müssen attraktive Mobilitätsangebote auch über solche Grenzen hinweg reibungslos funktionieren. Hier erschweren zwischen Freistaat, kreisfreien Städten und Landkreisen verteilte Zuständigkeiten und Aufwandsträgerschaften häufig noch die Realisierung eines durchgängig attraktiven Öffentlichen Personenverkehrs. Ähnliche Schwierigkeiten gibt es bei der Gestaltung attraktiver P&R-Angebote.

Nachhaltige Mobilität ist angebotsgetrieben

Damit die Wende hin zu einer nachhaltigen Mobilität gelingen kann, müssen alternative Mobilitätsangebote von den Nutzern angenommen werden. Nachhaltig kann dies wird nur gelingen, wenn neue Mobilitätsangebote den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen. Es gilt also zuvorderst attraktive Mobilitätsangebote zu schaffen, anstatt durch Eingriffe und Verbote restriktiv in bestehende Strukturen einzugreifen. Das Einschränken etablierter Mobilitätsformen ohne Vorhandensein adäquater Alternativen verschlechtert die Erreichbarkeit und somit auch die Wettbewerbsfähigkeit von Standorten.

Mobilitätsansätze in Mainfranken

Im Bereich des Öffentlichen Personenverkehrs gibt es in Mainfranken vielversprechende Ansätze auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität. Potenzial bieten hier etwa die Optimierungen des SPNV, welche der Freistaat Bayern unter dem Konzept einer Regio-S-Bahn plant. Daran anschließend ist insbesondere der in Erweiterung befindliche Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken zu nennen. Dieser soll einmal einen durchgängigen ÖPNV in einem mainfränkischen Gesamtverbundraum abbilden. In Würzburg, Schweinfurt und weiteren Gemeinden Mainfrankens werden mit Radverkehrskonzepten Schritte in Richtung Ausbau des Radverkehrs unternommen. Zahlreiche mainfränkische Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Firmentickets für den ÖPNV oder auch das Leasing von Diensträdern als Incentives an. Vielerorts gibt es kommunale und auch zivilgesellschaftliche Projekte zu Sharing von PKWs oder Fahr- und Lastenrädern sowie im Bereich Micromobilität. U.a. mit dem Projekt Sauber Mobil unternimmt die Stadt Würzburg Schritte in Richtung eines unweltorientierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagements. Als Grundlage für die künftigen Verkehrsplanungen wird hier zudem an einem Verkehrsentwicklungsplan gearbeitet.

Ein wirtschaftsverträglicher Mobilitätswandel ist möglich

In Mainfranken gibt es also diverse Bemühungen für einen Wandel hin zu einer ökologisch nachhaltigen, effektiven und wirtschaftlich effizienten Mobilität. Neben der zeitnahen Bereitstellung der nötigen Infrastrukturen auf den Gebieten der Elektrizitätsversorgung, der Ladeinfrastruktur und der Digitalisierung sind insbesondere die Erarbeitung integrierter Gesamtverkehrskonzepte und hierauf basierender, bedarfsorientierter Mobilitätsangebote mit digitaler Steuerung und Nutzerschnittstellen von entscheidender Bedeutung. Ein wirtschaftsverträglicher Mobilitätswandel ist zeitnah möglich mittels Schaffung nachhaltiger, effektiver und effizienter Mobilitätsangebote als Alternativen zum etablierten, auf Verbrennungsmotoren gestützten MIV.

Artikel teilen
Zukunftsperspektiven für Mainfranken

Wege zu einer nachhaltigen Mobilität

Seit jeher ist die Erreichbarkeit von Wirtschaftsstandorten ein wesentlicher Faktor für deren Wettbewerbsfähigkeit. Wirtschaftliches Wachstum geht mit steigenden Mobilitätsbedarf und erhöhtem Verkehrsaufkommen einher. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen neue Mobilitätskonzepte aber nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern insbesondere auch effektiv und wirtschaftlich effizient sein. Wie kann uns dies in Mainfranken gelingen?

Während es im Schnitt der vergangenen Jahre bereits deutlich zu wenig geregnet hat, waren die Sommermonate 2022 die heißesten in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Der Weltklimarat IPCC warnt indes, dass Dürren und andere extreme Wetterereignisse in Folge des Klimawandels weiterhin kontinuierlich zunehmen werden. Mit Blick auf die Treibhausgasemission ist der Verkehrssektor, nach der Energiewirtschaft und Industrie, noch immer der drittgrößte CO2-Emmitent in Deutschland. Rund 95 Prozent nimmt hierbei wiederum der Straßenverkehr ein. Zwar konnten technische Innovationen die Effizienz neuer Fahrzeuge in den vergangenen Jahrzehnten stetig erhöhen, gleichzeitig stieg jedoch die Fahrleistung der immer größer werdenden Fahrzeugflotte an, weshalb der Anteil des Verkehrs an der CO2-Emission mit über 20 Prozent unverändert hoch blieb.

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) am Gesamtaufkommen des Personenverkehrs in Deutschland im Jahr 2021 bei über 87 Prozent. Demgegenüber erreichte der Öffentliche Personenverkehr auf Schiene und Straße zusammen nur knapp über zehn Prozent. In seiner Prognose geht des Statistische Bundesamt davon aus, dass der Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bis 2025 etwa 16 Prozent betragen wird. Es wird also deutlich, dass große Bemühungen für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Mobilität erforderlich sind.

Doch was versteht man überhaupt unter nachhaltiger Mobilität? Blicken wir auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft – so ergibt sich ein klares Bild: Nachhaltige Mobilität ist umweltfreundlich, effizient und ressourcenschonend. Sie ermöglicht gleichzeitig gesellschaftliche Teilhabe und ist in der Lage, Mobilitätsbedürfnisse sozialverträglich und attraktiv abzubilden. Nicht zuletzt ist sie Basis einer zukunftsgerichteten Ökonomie, bietet Lösungen für den Personen- und Gütertransport, schafft Ansätze für tragfähige Geschäftsmodelle und fördert wirtschaftliches Wachstum.

Schritte zu einer nachhaltigen Mobilität

Während in der Vergangenheit vor allem der (auf Verbrennungsmotoren basierte) Straßenverkehr im Fokus verkehrs- und mobilitätsplanerischer Überlegungen stand, sind neuere Ansätze multimodal und -optional ausgerichtet. Das heißt, dass ein zurückzulegender Weg multimodal, also mittels mehreren, intelligent vernetzten Verkehrsträgern absolviert werden kann. Hierzu zählen MIV, Schienenpersonennahverkehr (SPNV), Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), das Fahrrad, im Nahbereich aber auch Formen der Mikromobiliät, wie z.B. E-Roller, und Fußwege. Bei Verfügbarkeit attraktiver, bedarfsorientierter Transportangebote kann eine Wegstrecke mit Hilfe digitaler Routingsysteme so jederzeit optimiert auf bequeme Weise kostengünstig zurückgelegt werden.

Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Mobilität werden im Rahmen sog. integrierter Gesamtverkehrskonzepte geplant. Hierbei gilt es regionale Mobilitätsbedarfe und Verbesserungspotenziale zu ermitteln und darauf basierend attraktive Mobilitätsangebote bereitzustellen. Dabei stellen sich vor allem folgende Fragen: Wie und in welchem Umfang sind die regionalen Verkehrsbedürfnisse geartet? Welche Zielgruppen nutzen welche Verkehrsangebote? Wie können, z.B. durch Optimierung der ÖPNV-Linienführung und -Taktung konkurrenzfähige Angebote zum MIV geschaffen werden? Wie gelingt es überfüllte Städte mit einem regional abgestimmten Park-and-Ride (P&R) - Konzept zu entlasten? Wie können Radverkehr und Formen der Mikromobilität, z.B. e-Scooter, als attraktive Angebote eingebunden werden? Jedoch ebenso: Für welche Nutzergruppen muss auch unter dem Paradigma einer „Mobilität von morgen“ der Zugang zur Stadt mit dem MIV möglich sein, um gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten (z.B. für mobilitätseingeschränkte Personen oder Kurzzeitbesucher) und Wirtschaftsverkehre zu ermöglichen (z.B. Zufahrt zu Baustellen, Lieferverkehr)?

Im Bereich des MIV findet eine Entwicklung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren hin zu solchen mit alternativen Antrieben statt, wobei gegenwärtig insbesondere solche mit batterieelektrischen Antrieben im Fokus stehen. Sofern deren Antriebsenergie aus nachhaltigen, nicht-fossilen Energiequellen stammt, können diese, nach Amortisation der für die Herstellung aufgewandten Ressourcen, zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen. Gegenwärtige Herausforderung ist hier der Aufbau einer hinreichenden Energieversorgungs- und Ladeinfrastruktur.

Effizienz durch Digitalisierung

Kontinuierlich gilt es die Akzeptanz alternativer Mobilitätsangebote durch die Analyse von Schwachstellen und Nutzungshemmnissen zu verbessern. Eine zentrale Zielfrage hierbei lautet: Wie kann Verkehrsteilnehmern durch einfache und überregional verfügbare Informations- und Buchungssysteme die Wahl der jeweils optimalen Routenführung unter Nutzung der am besten geeigneten Verkehrsmittel und Tarife vereinfacht werden? Nicht jede Stadt oder Region benötigt dabei eine eigene digitale Lösung. Zielführender ist die Einrichtung von Schnittstellen für bereits am Markt etablierte Plattformen und Anwendungen. Digitale Lösungen können zudem auch dabei helfen, den bestehenden Straßenverkehr effizienter und somit ökologisch verträglicher zu gestalten, etwa durch die Steuerung von smarten Ampelanlagen oder den Aufbau von Verkehrs- und Parkleitsystemen mit dem Ziel Staus und Suchverkehre zu reduzieren.

Verschiedene administrative Zuständigkeiten als Hemmnis

Für die obigen Schritte und für die Transformation zu einer ökologisch nahhaltigen Mobilität insgesamt ist die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen entscheidend. Da Pendlerströme zwischen Umland und Zentren über administrative Grenzen hinweg verlaufen, müssen attraktive Mobilitätsangebote auch über solche Grenzen hinweg reibungslos funktionieren. Hier erschweren zwischen Freistaat, kreisfreien Städten und Landkreisen verteilte Zuständigkeiten und Aufwandsträgerschaften häufig noch die Realisierung eines durchgängig attraktiven Öffentlichen Personenverkehrs. Ähnliche Schwierigkeiten gibt es bei der Gestaltung attraktiver P&R-Angebote.

Nachhaltige Mobilität ist angebotsgetrieben

Damit die Wende hin zu einer nachhaltigen Mobilität gelingen kann, müssen alternative Mobilitätsangebote von den Nutzern angenommen werden. Nachhaltig kann dies wird nur gelingen, wenn neue Mobilitätsangebote den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen. Es gilt also zuvorderst attraktive Mobilitätsangebote zu schaffen, anstatt durch Eingriffe und Verbote restriktiv in bestehende Strukturen einzugreifen. Das Einschränken etablierter Mobilitätsformen ohne Vorhandensein adäquater Alternativen verschlechtert die Erreichbarkeit und somit auch die Wettbewerbsfähigkeit von Standorten.

Mobilitätsansätze in Mainfranken

Im Bereich des Öffentlichen Personenverkehrs gibt es in Mainfranken vielversprechende Ansätze auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität. Potenzial bieten hier etwa die Optimierungen des SPNV, welche der Freistaat Bayern unter dem Konzept einer Regio-S-Bahn plant. Daran anschließend ist insbesondere der in Erweiterung befindliche Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken zu nennen. Dieser soll einmal einen durchgängigen ÖPNV in einem mainfränkischen Gesamtverbundraum abbilden. In Würzburg, Schweinfurt und weiteren Gemeinden Mainfrankens werden mit Radverkehrskonzepten Schritte in Richtung Ausbau des Radverkehrs unternommen. Zahlreiche mainfränkische Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Firmentickets für den ÖPNV oder auch das Leasing von Diensträdern als Incentives an. Vielerorts gibt es kommunale und auch zivilgesellschaftliche Projekte zu Sharing von PKWs oder Fahr- und Lastenrädern sowie im Bereich Micromobilität. U.a. mit dem Projekt Sauber Mobil unternimmt die Stadt Würzburg Schritte in Richtung eines unweltorientierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagements. Als Grundlage für die künftigen Verkehrsplanungen wird hier zudem an einem Verkehrsentwicklungsplan gearbeitet.

Ein wirtschaftsverträglicher Mobilitätswandel ist möglich

In Mainfranken gibt es also diverse Bemühungen für einen Wandel hin zu einer ökologisch nachhaltigen, effektiven und wirtschaftlich effizienten Mobilität. Neben der zeitnahen Bereitstellung der nötigen Infrastrukturen auf den Gebieten der Elektrizitätsversorgung, der Ladeinfrastruktur und der Digitalisierung sind insbesondere die Erarbeitung integrierter Gesamtverkehrskonzepte und hierauf basierender, bedarfsorientierter Mobilitätsangebote mit digitaler Steuerung und Nutzerschnittstellen von entscheidender Bedeutung. Ein wirtschaftsverträglicher Mobilitätswandel ist zeitnah möglich mittels Schaffung nachhaltiger, effektiver und effizienter Mobilitätsangebote als Alternativen zum etablierten, auf Verbrennungsmotoren gestützten MIV.

nach oben