Girls-Camp statt Ferien:

Wie SKF junge Mädchen für Technik-Berufe begeistert

SKF ist in diesen Osterferien neben dem Infineon-Standort in Regensburg einer von bayernweit nur zwei Anbietern von Berufsorientierungs-Camps speziell für Mädchen.

Für Marie (13) war’s ein bisschen wie Bescherung, als in der letzten Schulwoche vor den Osterferien ein Päckchen von SKF zuhause eintraf. Sie wusste ja nicht, was auf sie zukommen würde in der ersten Ferienwoche beim virtuellen „Mädchen für Technik-Camp“ des Schweinfurter Wälzlagerherstellers. Nach dem Auspacken hatte sie zumindest eine Ahnung: Ein Roboterbausatz gehörte ebenso zur Grundausstattung der Camp-Teilnehmerinnen wie Einzelteile einer LED-Leuchtreklame sowie einige nützliche Alltagsbegleiter – von der Trinkflasche bis zum Sportbeutel.

Erlebnis in der Gruppe überzeugt

29 Mädchen aus ganz Bayern hatten sich über das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) für das viertägige SKF-Osterangebot beworben, 15 bekamen am Ende den Zuschlag. „Eigentlich hätten wir uns mitunter im Ausbildungszentrum des Schweinfurter Werk 2 getroffen und gemeinsam an den Werkstücken gearbeitet“, erzählt Projektleiterin My Linh Pham, bei SKF verantwortlich für die dualen Studiengänge. „Das Persönliche, der Teambuilding-Effekt und das Erleben in der Gruppe – das fehlt coronabedingt natürlich in diesem Jahr.“

Teil des Events verläuft virtuell

Wobei: Ein bisschen Teamcharakter kam schon auch auf unter den 15 Teilnehmerinnen im Alter von zwölf bis 14 Jahren. Und das nicht nur, weil bei den täglichen Trainingseinheiten die Microsoft Gruppenchatsoftware „Teams“ zum Einsatz kam. Tatsächlich legten viele Mädchen schon am Montag die anfängliche Schüchternheit ab, tauschten sich in den virtuellen Gruppenräumen aus und stellten während der Vorträge erste Fragen. Und natürlich gab man sich gegenseitig Hilfestellung, wenn beim Werkeln zuhause mal was daneben ging.

"Genau zur rechten Zeit"

Aber ist man bei Siebt- und Achtklässlerinnen nicht ein bisschen früh dran mit der „Akquise“ künftiger Azubis? „Das kommt genau zur rechten Zeit“, verrät My Linh Pham. Für die mittleren Schulen sei die zehnte Jahrgangsstufe schließlich Abschlussklasse, die Bewerbungen um Ausbildungsplätze in der Schweinfurter Großindustrie liefen aber schon ein Jahr zuvor – passt also. Für manche Mädchen könnte das Camp zudem den Weg ebnen für ein nachfolgendes betriebliches Schülerpraktikum, wie es an einigen Schulen Pflicht ist.

Das Ferien-Technik-Camp hingegen ist alles andere als Pflicht und erfordert bei den jungen Teilnehmerinnen hohe Eigenmotivation. Statt auszupennen und durch den Tag zu chillen müssen sie vier Tage lang – von Montag bis Gründonnerstag – um neun Uhr früh auf der Matte stehen und vier Stunden lang konzentriert basteln und tüfteln. „Die Mädchen haben wirklich alle Lust und machen eifrig mit“, staunt My Linh Pham. Schon bei der Bewerbung mussten alle Teilnehmerinnen angeben, weshalb sie sich für das Camp interessieren. „Papa will das so“ wäre jedenfalls keine ausreichende Begründung gewesen.

Premiere in Schweinfurt

SKF machte in diesem Jahr erstmals ein solches Ferienangebot in digitaler Form für junge Mädchen und war froh, dass man bei der Zusammenstellung der Arbeitsmaterialien und der Kursformate auch auf das Knowhow der Schweinfurter Wissenswerkstatt bauen konnte. Diese von der Großindustrie, Kommunen und Verbänden geförderte und seit acht Jahren in der städtischen Bildungslandschaft etablierte Einrichtung hat in der Coronapandemie schnell von Präsenzkursen in den Werkstätten im Friedrich-Rückert-Bau auf Onlineformate umgestellt. Fast täglich werden Päckchen mit Bausätzen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuhause gepackt und verschickt. Weil die natürlich nicht jedes Spezialwerkzeug gleich zur Hand haben, werden beispielsweise Lötarbeiten und kompliziertere Montagen von der Belegschaft der Wissenswerkstatt vorab erledigt – zuhause braucht es dann meist nur noch Schere, Seitenschneider und einfache Alltagswerkzeuge.

Extra-Zeit für Extra-Spaß

Was hat das „Mädchen für Technik Camp“ der SKF gebracht? „Wir konnten die Mädchen hoffentlich für Technik begeistern, unser Unternehmen positiv vorstellen und sehen uns zum Teil vielleicht in ein paar Jahren in der SKF-Ausbildungswerkstatt wieder“, fasst My Linh Pham zusammen. Und die Mädchen? Die waren schon am ersten Tag klaglos bereit, eine halbe Stunde mehr zu opfern, um auch bei der letzten Teilnehmerin den LED-Reklamewürfel zum Leuchten zu bringen. Ihre halben Osterferien haben sie jedenfalls sinnvoll und lehrreich verbracht. Und den allermeisten Vätern haben sie jetzt voraus, dass sie wissen, wie man einen Roboter programmiert.

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Erlebnis in der Gruppe überzeugt

29 Mädchen aus ganz Bayern hatten sich über das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) für das viertägige SKF-Osterangebot beworben, 15 bekamen am Ende den Zuschlag. „Eigentlich hätten wir uns mitunter im Ausbildungszentrum des Schweinfurter Werk 2 getroffen und gemeinsam an den Werkstücken gearbeitet“, erzählt Projektleiterin My Linh Pham, bei SKF verantwortlich für die dualen Studiengänge. „Das Persönliche, der Teambuilding-Effekt und das Erleben in der Gruppe – das fehlt coronabedingt natürlich in diesem Jahr.“

Teil des Events verläuft virtuell

Wobei: Ein bisschen Teamcharakter kam schon auch auf unter den 15 Teilnehmerinnen im Alter von zwölf bis 14 Jahren. Und das nicht nur, weil bei den täglichen Trainingseinheiten die Microsoft Gruppenchatsoftware „Teams“ zum Einsatz kam. Tatsächlich legten viele Mädchen schon am Montag die anfängliche Schüchternheit ab, tauschten sich in den virtuellen Gruppenräumen aus und stellten während der Vorträge erste Fragen. Und natürlich gab man sich gegenseitig Hilfestellung, wenn beim Werkeln zuhause mal was daneben ging.

"Genau zur rechten Zeit"

Aber ist man bei Siebt- und Achtklässlerinnen nicht ein bisschen früh dran mit der „Akquise“ künftiger Azubis? „Das kommt genau zur rechten Zeit“, verrät My Linh Pham. Für die mittleren Schulen sei die zehnte Jahrgangsstufe schließlich Abschlussklasse, die Bewerbungen um Ausbildungsplätze in der Schweinfurter Großindustrie liefen aber schon ein Jahr zuvor – passt also. Für manche Mädchen könnte das Camp zudem den Weg ebnen für ein nachfolgendes betriebliches Schülerpraktikum, wie es an einigen Schulen Pflicht ist.

Das Ferien-Technik-Camp hingegen ist alles andere als Pflicht und erfordert bei den jungen Teilnehmerinnen hohe Eigenmotivation. Statt auszupennen und durch den Tag zu chillen müssen sie vier Tage lang – von Montag bis Gründonnerstag – um neun Uhr früh auf der Matte stehen und vier Stunden lang konzentriert basteln und tüfteln. „Die Mädchen haben wirklich alle Lust und machen eifrig mit“, staunt My Linh Pham. Schon bei der Bewerbung mussten alle Teilnehmerinnen angeben, weshalb sie sich für das Camp interessieren. „Papa will das so“ wäre jedenfalls keine ausreichende Begründung gewesen.

Premiere in Schweinfurt

SKF machte in diesem Jahr erstmals ein solches Ferienangebot in digitaler Form für junge Mädchen und war froh, dass man bei der Zusammenstellung der Arbeitsmaterialien und der Kursformate auch auf das Knowhow der Schweinfurter Wissenswerkstatt bauen konnte. Diese von der Großindustrie, Kommunen und Verbänden geförderte und seit acht Jahren in der städtischen Bildungslandschaft etablierte Einrichtung hat in der Coronapandemie schnell von Präsenzkursen in den Werkstätten im Friedrich-Rückert-Bau auf Onlineformate umgestellt. Fast täglich werden Päckchen mit Bausätzen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuhause gepackt und verschickt. Weil die natürlich nicht jedes Spezialwerkzeug gleich zur Hand haben, werden beispielsweise Lötarbeiten und kompliziertere Montagen von der Belegschaft der Wissenswerkstatt vorab erledigt – zuhause braucht es dann meist nur noch Schere, Seitenschneider und einfache Alltagswerkzeuge.

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